"First Responder“ aus Feuersbach
Bis der Rettungswagen eintrifft

Die „First Responder“ der Löschgruppe Feuersbach stabilisieren verletzte oder erkrankte Personen durch basismedizinische Maßnahmen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Foto: scp
  • Die „First Responder“ der Löschgruppe Feuersbach stabilisieren verletzte oder erkrankte Personen durch basismedizinische Maßnahmen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Foto: scp
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scp Feuersbach. Die Löschgruppe Feuersbach ist eine der kleineren Einheiten innerhalb der Feuerwehr Siegen. Doch die Aktiven haben dort eine besondere Sonderaufgabe: Sie stehen zusätzlich für „First Responder“-Einsätze parat.

Darauf machte Stadtbrandinspektor Matthias Ebertz anlässlich der offiziellen Übergabe des neuen Löschgruppenfahrzeugs LF 10 und der neuen Fahrzeughalle am Feuersbacher Gerätehaus aufmerksam (die SZ berichtete).

Als „First Responder“ bezeichnet man ehrenamtliche (Erst-)Helfer vor Ort, die gerade in ländlichen Regionen die Spanne zwischen einem Notfall und dem Eintreffen des Rettungsdienstes – dem so genannten „therapiefreien Zeitraum“ – überbrücken. Damit bilden sie einen wichtigen Baustein innerhalb der Rettungskette und stabilisieren verletzte oder erkrankte Personen durch basismedizinische Maßnahmen, bis der Rettungswagen eintrifft.

Im Normalfall kommt ein Rettungswagen (RTW) von der hauptamtlich besetzten Feuer- und Rettungswache in Weidenau. Dieses wird sich jedoch ändern, wenn laut dem jüngst vom Kreistag verabschiedeten Rettungsdienstbedarfsplan die Netphener Rettungswache nach Deuz verlagert wird – dieser Umzug soll demnach innerhalb von zwei Jahren vollzogen werden. Dann könnte auch ein Rettungswagen von Deuz aus schnell in Feuersbach sein, sofern er nicht anderweitig im Einsatz ist.

Gut acht Kilometer liegen so aber noch zwischen der Siegener Hauptwache und dem Ortskern von Feuersbach. Damit ist der kleine Ort einer der abgelegenen Stadtteile, bei denen das Eintreffen des Rettungsdienstes binnen der gesetzlich festgelegten Hilfsfrist von zwölf Minuten oft problematisch ist. Daher wird in Feuersbach seit 2013 parallel zum Rettungsdienst über die Kreisleitstelle auch die Feuersbacher Wehr alarmiert.

Deren Mitglieder rücken mit ihrem Mannschaftstransportwagen (MTW) zum Patienten aus und leisten erweiterte Erste-Hilfe-Maßnahmen bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes. Dazu sind auf dem MTW ein Notfallrucksack samt automatischem Defibrillator und eine Sauerstoffflasche vorhanden. Dieses (damals gebrauchte) Fahrzeug war im Jahr 2008 übrigens allein durch Sponsoren über den Förderverein der Löschgruppe beschafft worden.

In Feuersbach sind unter der Leitung von Brandinspektor Lars Schöler 18 Feuerwehrmänner und -frauen aktiv. Davon gehören elf der „First Responder“-Gruppe an. Alle haben eine spezielle Schulung in diesem Bereich absolviert – fünf Wehrleute sind sogar hauptamtlich im Rettungsdienst tätig.

Bei einem Notfall wird immer die komplette Gruppe von der Kreisleitstelle über Funkmeldeempfänger alarmiert. Somit ist sichergestellt, dass jeweils mindestens zwei Helfer vor Ort sind. Stehen mehr Kräfte zur Verfügung, können sie bei einer eventuell notwendigen Absicherung der Einsatzstelle oder bei der Einweisung des Rettungsdienstes unterstützen. Dies ist insbesondere bei abgelegenen Einsatzstellen nötig.

Anfangs hatte die Feuerwehr-Leitung mit nur wenigen Einsätzen gerechnet. Inzwischen werden die „First Responder“ aber durchschnittlich 20 Mal pro Jahr alarmiert.

Dabei handelte es sich bisher überwiegend um internistische Notfälle – etwa akute Herz- und Kreislauferkrankungen. Aber auch chirurgische Einsätze oder verunglückte Radfahrer oder Reiter gehörten dazu. Zu Notfällen in nahegelegenen Firmen wurden die Ersthelfer ebenfalls schon alarmiert.

Autor:

Peter Schneider (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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