„Blaues Auge“ für Farid Bang

 Auf Instagram teilte Farid Bang dieses „Selfie“ aus Los Angeles: „Ich hoffe, der Karl Ess kommt morgen pünktlich mit seiner Mami zum Gerichtstermin.“ Foto: Instagram
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jule Während am Mittwochvormittag die Anwälte Steffen Reppel aus Siegen und Eberhard Graf von Moltke aus Köln um die Höhe von Schmerzensgeld verhandelten, vergnügte sich der Beklagte, Gangsta-Rapper Farid Bang, im sonnigen Los Angeles bei einem Basketballspiel der Lakers gegen die Dallas Mavericks. 

Gegenstand der Verhandlung vor der 5. Zivilkammer des Siegener Landgerichts war die Schmerzensgeld-Forderung des Fitness-Gurus Karl Ess aus Stuttgart an den Gangsta-Rapper Farid Bang. Der deutsche Rapper hatte in verschiedenen sozialen Medien Karl Ess und dessen Mutter mit üblen Beschimpfungen tituliert. In zwei Videos beleidigte der Düsseldorfer auf seinem Youtube-Kanal „Banger-Channel“ den Stuttgarter. „Über 1,7 Millionen Mal wurde dieses Video angeklickt“, betonte Vorsitzender Richter Dr. Mark Seibel. Dies gelte es bei der juristischen Bewertung zu berücksichtigen.

Wie so oft geht es bei dem Streit, der sich bis jetzt nur im Internet abspielte, ums Geschäft. Karl Ess, der durch den Fitness-Sport bekannt wurde, wie auch Farid Bang agieren beide als Werbepartner für konkurrierende Nahrungsergänzungsmittel-Firmen.

Bereits zu Verhandlungsbeginn ermahnte Richter Dr. Mark Seibel die rund ein Dutzend erschienen „Farid-Fans“, sich angemessen zu verhalten, ansonsten müssten sie den Sitzungssaal 29 verlassen.

Für die schweren Beleidigungen gegen Karl Ess forderte dessen Anwalt Steffen Reppel ein Schmerzensgeld in Höhe von 30.000 Euro. Das Gericht sah im Vorfeld eine Summe zwischen 10.000 und 20.000 Euro als angemessen an. Die beiden Anwälte schacherten um jeden Cent. Schließlich kam es zu einer vorläufigen Einigung in Höhe von 12.500 Euro.

Darüber hinaus wird Farid Bang, soweit es ihm technisch möglich ist, das noch abrufbare Video mit den üblen sexuellen Beleidigungen gegen Karl Ess aus dem Netz nehmen müssen.

Ob die beklagte Partei das geforderte Schmerzensgeld in Höhe von 12.500 Euro an Karl Ess zahlen wird, entscheidet sich in den nächsten drei Wochen. Solange gab Dr. Mark Seibel dem Beklagten Zeit für eine Entscheidung.

Auf ein Statement von Farid Bang zu der gerichtlichen Verhandlung in Siegen wird man wohl nicht lange warten müssen. Ob durch einen Facebook-, Instagram- oder Youtube-Kommentar – der Skandal-Rapper wird seine Meinung dazu sicher öffentlich verkünden.

Mit dem Vergleich ist die Story noch nicht beendet. Immerhin sieht sich auch die Mutter von Karl Ess schwer verunglimpft. Hier steht womöglich die nächste Schmerzensgeldforderung an.

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