Blick auf die Ökologie hilft sparen

Deutsche Bundesstiftung Umwelt machte Geld locker

Siegener Wissenschaftler wollen mit Projekt Umweltmanagement in Firmen etablieren

kk Siegen. Das Umweltmanagement wird bei vielen Firmen nicht gerade groß geschrieben. Schon gar nicht in wirtschaftlichen Krisenzeiten. Dabei könnte es – richtig angewandt – durchaus auch beim Sparen helfen. Davon sind Prof. Dr. Eberhard Seidel, Leiter des Instituts für Ökologische Betriebswirtschaft (IöB) an der Universität Siegen, sowie sein Mitarbeiter, Dipl.-Kaufmann Thomas Heupel, überzeugt.

Bestärkt werden sie und ihr Team von den Ergebnissen des gerade abgeschlossenen Projektes »Aktivierung von mittelständischen Unternehmen für ein effizientes Umweltmanagement«. Über 22 Monate hinweg flossen insgesamt 190000 DM aus Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit Sitz in Osnabrück. In vier Projektgruppen ging es in Kooperation mit insgesamt 83 Unternehmen aus der Lebensmittelwirtschaft, der Metallverarbeitung und der Bauwirtschaft eben um den Aus- bzw. den Aufbau eines effizienten betrieblichen Umweltmanagements. Schwerpunkt war die Arbeit in den neuen Bundesländern, genauer gesagt in den Regierungsbezirken Halle, Dresden und Chemnitz. Im südlichen Westfalen nahmen 15 mittelständische Unternehmen am Projekt teil. In einem ersten Schritt hatten die Organisatoren zu Workshops eingeladen. Daraus resultierten 37 Coaching-Veranstaltungen in einzelnen Betrieben.

Prof. Seidel, der seit Sommer 2001 emeritiert ist und im Sommer auch die Leitung von IöB abgeben will: »Das Aha-Erlebnis ging meistens über den Umweltgesichtspunkt hinaus.« Das Thema Umwelt habe zu neuen Überlegungen angeregt, geradezu eine »geistige Inventur« bewirkt. Es sei in den Firmen allgegenwärtig, ob nun bei der Gestaltung der Fassade, dem Einkauf, der Energie oder aber bei der Produktion. Seidel: »Im Osten fehlt für derartige Überlegungen und Expertisen das Geld, im Westen fehlt die Zeit.« Das Geld kam von der Bundesstiftung Umwelt, die Experten gingen in die Unternehmen – eine immense Zeitersparnis für die Verantwortlichen. Die Workshops und Coaching-Termine in den neuen Ländern wurden von Partnern aus den jeweiligen Regionen durchgeführt. Heupel zur Verfahrensweise: »Wir konnten auf individuelle Probleme eingehen, die Firmenvertreter dabei vor Ort bleiben.«

Die Probleme, mit denen die Wissenschaftler konfrontiert wurden, waren vielfältiger Natur. Hier zwei Beispiele: Das Gebiet an Saale und Unstruth ist für seinen Wein bekannt. Der wird gewöhnlich in Flaschen offeriert. Dosenpfand gibt es bereits. Bei den Weinbauern klingelten die Alarmglocken. Sie wollten für alle Eventualitäten gewappnet sein. Lösungsansätze für ein mögliches Flaschenzwangspfand wurden präventiv erarbeitet. Ein Partner in der heimischen Region war der »Verband Innovativer Automobilzulieferer« (VIA). Für dessen Oberflächenverarbeitung wurde binnen weniger Wochen ein Umwelthandbuch erstellt.

Das Projekt ist abgeschlossen. Der Abschlussbericht liegt vor. Das, so die beiden Ökonomen, bedeute aber keineswegs, dass auch die Arbeit keine Fortsetzung finde. Heupel: »Bei verschiedenen Unternehmen ist Bedarf entdeckt worden.« Der soll selbstverständlich auch gedeckt werden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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