„Bloß nicht“ an die HLB vergeben

 Macht die Hessische Landesbahn das Rennen oder bleibt die Kurhessenbahn in Bad Laasphe? Das hängt von der Entscheidung des NVV ab. Foto: Holger Weber
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howe - Für Otto Wunderlich vom Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen wäre es wohl nicht zu fassen, wenn die Hessische Landesbahn (HLB) den Zuschlag für die Strecke von Marburg über Bad Laasphe nach Erndtebrück erhält. Zuletzt hatte die Siegener Zeitung ja berichtet, dass sich die Bahnstrecke als Teil eines größeren Gesamtnetzes, nämlich des Nord-West-Hessen-Netzes, in einem Vergabeverfahren befindet. Dieses Verfahren soll die Leistungen ab Dezember 2017 vertraglich neu regeln und läuft bis sage und schreibe Dezember 2032. Muss dann die seit Jahren etablierte Kurhessenbahn (KHB), die etwa Bad Laasphe einen der schönsten Bahnhöfe Südwestfalens inklusive KHB-Café beschert hat, abdanken? „Doch bloß nicht“, sagt Otto Wunderlich und diktiert in den Block: „Nach den Zuständen, die die HLB zwischen Bad Berleburg und Siegen und Finnentrop und Olpe abliefert, muss der NVV das unbedingt bei der Vergabe berücksichtigen.“

Schreiben könne der SZ-Redakteur auch folgenden Satz: „Der Arbeitskreis hofft, dass das Kurhessenbahncafé und unsere Strecke bleiben. Was wird, wenn andere kommen, weiß man nicht. Ich sehe aber schwarz.“ Die Siegener Zeitung versuchte , mehr zu erfahren und fragte zunächst beim Rhein-Main-Verbund an, der zu einem geringen Teil in die Angelegenheit involviert ist. „Da der NVV federführend in der Ausschreibung der Kurhessenbahn ist, bitte ich Sie, sich direkt an die Pressestelle des NVV zu wenden. Darüber hinaus bitte ich um Verständnis, wir dürfen in laufenden Ausschreibungsverfahren keinerlei Auskünfte geben“, hieß es dort. Vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) in Kassel erfuhr die Siegener Zeitung, dass man sich für den Zeitraum ab Fahrplanwechsel 2017/2018 für eine wettbewerbliche Ausschreibung entschieden habe. Hintergrund seien unter anderem länderübergreifende Leistungen in Nordrhein-Westfalen und Hessen, „die wir harmonisieren wollen“.

Was NVV-Pressesprecherin Sabine Herms damit im SZ-Gespräch ausdrückte, dürfte wohl auch mit den lange geforderten Tarifanpassungen und den daraus resultierenden Nachteilen im Bereich Niederlaasphe/Bad Laasphe zu tun haben. Interessanterweise tat die SZ die amtlichen Bekanntmachungen auf einem europaweiten Ausschreibungsportal auf. Da hatte der NVV in einer Vorinformation mitgeteilt, dass für den Zeitraum von Dezember 2015 bis Dezember 2017 eine Direktvergabe an die Kurhessenbahn erfolge. Einfache Begründung: Die Vergabe könne nur an die Kurhessenbahn erfolgen. Damals, so Sabine Herms, habe es sich aber um die Verlängerung des Altvertrags der Kurhessenbahn gehandelt. Diese sei über eine Direktvergabe gelaufen. Die zweite Vorinformation bezieht sich auf das jetzige wettbewerbliche Verfahren. Hier geht es auf der R 43/R 94 zwischen Marburg und Erndtebrück immerhin um 440.000 Zugkilometer im Jahr.

Zurück zur HLB: Dass die sich in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert hat, hat sich bis nach Kassel zum NVV herumgesprochen. Sabine Herms auf die SZ-Frage, ob die Mängel auf der Strecke von Bad Berleburg nach Siegen und Betzdorf bekannt seien: „Wir befinden uns im öffentlichen Nahverkehr. Das ist wie ein kleines Dorf. Deshalb weiß man hier von den Problemen der HLB.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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