Blut ist dicker als Wasser

Bewohner rücken zusammen:

Viele betroffene Anwohner kamen bei Angehörigen unter

kalle Siegen. Heinz Albrecht Kurth aus Seelbach traute gestern Morgen bei der Lektüre der Siegener Zeitung seinen Augen nicht. Die Berichterstattung über die Vorgänge am Rosterberg verfolgte er schon seit Tagen. Doch jetzt wurde es ernst. Eines der Zeitungsfotos ließ seinen Adrenalinspiegel in die Höhe schießen. Im Türrahmen des Hauses Gläserstraße 116 stand, umgeben von Feuerwehrleuten, sein Bruder Manfred (langjähriger Briefträger am Rosterberg) und seine Schwägerin Gisela. Die mussten am Mittwoch, wie andere Menschen auch, innerhalb kurzer Zeit ihre Eigentumswohnung verlassen, da sich das Bergamt Sorge um die Sicherheit der Anwohner machte.

Einen telefonischen Versuch, seinen Bruder zu erreichen, brauchte er gar nicht erst zu unternehmen, doch schnell hatte Heinz Albrecht Kurth recherchiert, dass seine Verwandten im Haus Patmos in Geisweid untergebracht worden waren. Der Rentner setzte sich in sein Auto und wollte einfach nur helfen: Kurth im Gespräch mit der Siegener Zeitung: »Wir müssen in dieser Situation als Familie zusammenrücken. Ich will meinem Bruder und meiner Schwägerin anbieten, die nächsten Tage zu mit zu ziehen. Ich habe noch ein Gästebett und ein Klappbett.« Ausfindig machte er seinen betroffenen Bruder dann in der Siegerlandhalle.

Hier traf er auf eine relativ entspannte Verwandtschaft. Da die beiden kein Auto haben, war nun ihr Wunsch, möglichst in einem Siegener Hotel unterkommen zu können. Das Ehepaar Kurth nahm wie die meisten anderen Betroffenen die Situation jedenfalls nach außen hin entspannt auf. »Wir müssen das so akzeptieren wie es ist«, sagte Manfred Kurth und rückte dabei noch ein Stückchen näher an seine Frau.

Überhaupt sind von den über 100 betroffenen Bewohnern am Rosterberg die wenigsten in Hotels oder Pensionen untergebracht. Die meisten wurden mit offenen Armen bei Familien und Freunden empfangen. Der Großteil der Evakuierten zeigte sich auch gegenüber der SZ vom Engagement der Behörden angetan. »Die tun, was sie können«, meinte ein älterer Mann.

Jetzt hat sich auch die Landespolitik in den Siegener »Grubenfall« eingeklinkt. Die FDP wirft NRW-Minister Dr. Axel Horstmann sowie den Grünen vor, mit »doppelter Zunge« zu sprechen. »Wenn es in der Öffentlichkeit gut ankommt, geriert sich die Landesregierung als barmherziger Samariter«, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP, Gerhard Papke. Für die Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren aus verlassenen Grubenbauten habe Rot-Grün im Haushalt aber kräftig gespart.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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