Brandbombe in Feudingen!

 Wohl vom Angriff der Amerikaner auf Feudingen am 20. März 1945 stammt diese kleine Brandbombe. Fotos: Holger Weber  Hier soll das neue Wasserrad der alten Mühle installiert werden.
  • Wohl vom Angriff der Amerikaner auf Feudingen am 20. März 1945 stammt diese kleine Brandbombe. Fotos: Holger Weber Hier soll das neue Wasserrad der alten Mühle installiert werden.
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howe - Rainer Jana war wie gewohnt die Ruhe in Person. An der alten Mühle in Feudingen laufen derzeit die Ausschachtungsarbeiten für das neue Wasserrad, das demnächst angeliefert werden soll. Rainer Jana war am späten Nachmittag über die Leiter in die metertiefe Grube hinabgestiegen und mit den Gummistiefeln im Grundwasser gelandet. Während die Baggerschaufel die Felsbrocken beiseite schaufelte, arbeitete Rainer Jana mit der Spitzhacke nach.

Was ihm da vor das Werkzeug kam, das ist schon bombig: „Ich hatte das Ding unter der Hacke. Erst dachte ich, was ist das denn für ein komischer Stein.“ Beim näheren Hinsehen habe er dann eine Bombe im Miniformat gesichtet - verrostet, hinten mit einer Drehvorrichtung und rund 30 Zentimeter lang. Sofort habe er das Ordnungsamt angerufen. Das wiederum verständigte den Kampfmittelräumdienst aus Köln. Der sollte gestern in den späten Abendstunden vor Ort eintreffen. Erst kürzlich berichtete die Siegener Zeitung von der Übergabe des Förderbescheids an die Familie Jana in Feudingen. Die will bekanntlich die altehrwürdige Mühle wieder mit Leben füllen - sozusagen als Erlebnismühle. Knapp 100 000 Euro erhielten die Familien Jana und Tröller aus dem LEADER-Fördertopf für ein herausragendes, historisch wertvolles Projekt.

Jetzt gesellte sich ein weiteres, geschichtlich spannendes Mosaiksteinchen dazu. Denn die Streubombe, die am Abend in der Wasserpfütze lag, die weckte Erinnerungen an einen der schrecklichsten Tage in der bald 800-jährigen Geschichte Feudingens. Am 20. März 1945 nämlich griffen amerikanische Truppen Feudingen mit Brandbomben an. Ziel des Angriffs soll ein mit V-Waffen beladener Zug gewesen sein. Den sollen die Amerikaner bei einem Aufklärungsflug am Vortag entdeckt haben. Insofern galt der Angriff der Eisenbahnstrecke dort. Die ersten Salven von hunderten von Brandbomben fielen auf die alte Feudinger Mühle. Laut Feudinger Dorfbuch von 1968 sollen allein 20 dieser Bomben auf die Mühle geworfen worden sein. Die Mühle brannte bei dem Angriff bis auf die Grundmauern ab. Elf Häuser waren nicht mehr zu retten, zumal die kleinen Bomben schwer löschbare Brandmittel enthielten, die mit sehr hohen Temperaturen an der Aufschlagstelle abbrannten. Die Brandmittel wurden mit Hilfe der Bomben beim Abwurf effektiv über eine möglichst große Fläche verteilt.

Im Feudinger Dorfbuch heißt es übrigens, die Mühlenleute hätten noch versucht, auf den Dachboden zu eilen und die Flammen mit bereitgestellten Wasser- und Sand-Eimern zu löschen. Vergebens - das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern ab.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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