Brauchtum eint die Generationen

 Viele der rund 180 angeschriebenen „Altbären“ aus Helberhausen, Hadem und Oberndorf fanden sich zum Jubiläumsfoto ein. Fotos: Anja Bieler-Barth   Der heute 83-jährige Walter Kuhly entdeckte sich auf einem Foto aus dem Jahr 1953. Damals hatte er die Funktion des Bären inne.
  • Viele der rund 180 angeschriebenen „Altbären“ aus Helberhausen, Hadem und Oberndorf fanden sich zum Jubiläumsfoto ein. Fotos: Anja Bieler-Barth Der heute 83-jährige Walter Kuhly entdeckte sich auf einem Foto aus dem Jahr 1953. Damals hatte er die Funktion des Bären inne.
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nja  -   Nicht nur der Helberhausener Bär dürfte spätestens seit Sonntag froh darüber sein, dass die eigentliche Zeremonie in den tiefsten Winter datiert, genauer gesagt auf den Neujahrstag fällt.  Dass er am Wochenende  bei hochsommerlichen Temperaturen in das mollig-warme Fell schlüpfen „durfte“, hatte aber einen guten Grund, der sicherlich jeden Tropfen Schweiß wert war: Die Helberhausener Bärengruppe, jene „junggesellige“ Truppe  unverheirateter Männer aus Helberhausen, Hadem und Oberndorf, die alle Jahre wieder nach durchfeierter Nacht das neue Jahr mit lautstarkem Brauchtum und Spendensammeln begrüßt, feiert ihr 100-Jähriges.

 Samstag und Sonntag tanzte somit nicht nur der Bär in der Helberhäuser Ortsmitte: Zum bis in die Morgenstunden währenden Bären-Sommerball waren laut Organisatoren rund 500 Gäste zugegen gewesen, und auch beim bunten Fest-Sonntag füllte sich die Helberhäuser Ortsmitte zügig mit Einheimischen und Gästen.

Bekanntlich darf nur Bärenführer, Bär, Matrose, Mexikaner, Hexe, Zigeuner, Kassa oder Teufel werden, wer seit mindestens zehn Jahren in einem der drei Dörfer lebt – und noch Junggeselle ist.

Die „amtierende“ Bärengruppe hatte im Vorfeld des Festwochenendes rund 180 „Alt-Bären“ angeschrieben und eingeladen. Treffpunkt war am Sonntag spätestens um 11.30 Uhr beim Brunnen, wo ein sicherlich historischer Fototermin mit ihnen allen anberaumt war. Die Resonanz war erwartungsgemäß gut – die Bärengruppe eint nicht nur die drei kleinen Dörfer, sondern gewissermaßen auch die Generationen!

Zu den ältesten Ehemaligen zählte Walter Kuhly. Der 83-Jährige war ab 1953 für mehrere Jahre als Bär unterwegs – ein Foto der Ausstellung im Haus Menn bezeugte dies eindrücklich, auch wenn der damalige Junggeselle sich seinerzeit ordnungsgemäß in Schale, pardon: ins Fell geworfen hatte. Kuhly erinnert sich gern und gut an die damalige Zeit – und auch an einen nicht unbedeutenden Unterschied zu den Bärengängen heutiger zeit: „Damals sammelten wir kein Geld, sondern bekamen Wurst aus den Hausschlachtungen“, erzählte er: „Die kam dann in die gemeinschaftliche Erbsensuppe.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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