SZ

Ist das normal?
Breitenbachtalsperre nur zu 50 Prozent gefüllt

Dieser Anblick hat offenbar viele Spaziergänger besorgt gemacht.
3Bilder

kalle Weidenau. Es waren etliche Anrufe, die in den vergangenen Tagen in der Redaktion der Siegener Zeitung eingingen. Der Tenor: Da ist nur noch wenig Wasser in der Breitenbachtalsperre, was ist los? Ein Gespräch mit dem Geschäftsführer und technischen Leiter des Wasserverbands Siegen-Wittgenstein, Dirk Müller, kann alle Besorgten beruhigen. „Wir haben die Breitenbachtalsperre noch zu 50 Prozent und die Obernautalsperre zu 60 Prozent gefüllt. Das sind in dieser Zeit übliche Pegelstände und Werte. Wir hoffen jetzt natürlich auf die kommenden Wintermonate, damit die Wasserressourcen wieder aufgefüllt werden.“
Wasser aus der Obernautalsperre für Freudenberg
Dirk Müller liebt den Regen und das von Berufs wegen. „Wir haben natürlich auch Möglichkeiten der Regulierung“, so Müller weiter.

kalle Weidenau. Es waren etliche Anrufe, die in den vergangenen Tagen in der Redaktion der Siegener Zeitung eingingen. Der Tenor: Da ist nur noch wenig Wasser in der Breitenbachtalsperre, was ist los? Ein Gespräch mit dem Geschäftsführer und technischen Leiter des Wasserverbands Siegen-Wittgenstein, Dirk Müller, kann alle Besorgten beruhigen. „Wir haben die Breitenbachtalsperre noch zu 50 Prozent und die Obernautalsperre zu 60 Prozent gefüllt. Das sind in dieser Zeit übliche Pegelstände und Werte. Wir hoffen jetzt natürlich auf die kommenden Wintermonate, damit die Wasserressourcen wieder aufgefüllt werden.“

Wasser aus der Obernautalsperre für Freudenberg

Dirk Müller liebt den Regen und das von Berufs wegen. „Wir haben natürlich auch Möglichkeiten der Regulierung“, so Müller weiter. So wird aktuell die Stadt Freudenberg nicht mit Breitenbach-, sondern mit Wasser aus der Obernau versorgt. Ob das die Freudenberger schmecken?

Ausreichend Wasser im Biggesee Wegen der erneuten Trockenheit im Sommer 2020 mussten die Talsperren im Sauerland viel Wasser in die Ruhr abgeben, um die Trinkwasserversorgung im Ruhrgebiet zu gewährleisten – immerhin rund 4,6 Millionen Menschen hängen am nassen Tropf. Hinzu kam, dass weniger Wasser in die Stauseen nachgespült wurde. Es ist aber auf jeden Fall noch genug in den großen Becken, betont der Ruhrverband. Konkret in Zahlen: Der Füllungsstand der Talsperren lag am Dienstag bei 56,4 Prozent, Tendenz fallend. Der Ruhrverband betreibt acht Talsperren mit einem Gesamtvolumen von 463 Millionen Kubikmetern. Bezogen auf ein einzelnes Flussgebiet (nämlich das der Ruhr) ist dies das größte zusammenhängende Talsperrensystem in Deutschland. Es dient dazu, Wasser je nach Bedarf zu speichern bzw. abzugeben und so eine gleichmäßige Wassermenge in der Ruhr sicherzustellen. Der Biggesee ist dabei der größte Stausee. Er misst insgesamt rund 8,7 Quadratkilometer und liegt zwischen den beiden Städten Attendorn und Olpe im Kreis. Der Damm des künstlichen Gewässers wurde zwischen den Jahren 1956 und 1965 errichtet und ist damit der jüngste im Sauerland. Allein im Biggesee können in der Summe bis zu 150,1 Millionen Kubikmeter Wasser gestaut werden. Damit ist der Biggesee der fünftgrößte Stausee in der ganzen Republik. Bei sogenanntem Vollstau, also wenn der Wasserpegel bei 307,51 Metern über dem Meerespiegel liegt, ist der Biggesee immerhin etwa 52 Meter tief.

Insgesamt steht dem Wasserverband allein mit den beiden Talsperren im Siegerland 16,7 Millionen Kubikmeter heimisches Wasser von bester Qualität zur Verfügung. „Auch das ist ein üblicher Wert im Monat Oktober“, so der Geschäftsführer. Die Bevorratung an Süßwasser würde für ein komplettes Jahr reichen. Die Versorgungssicherheit sieht Müller noch lange nicht gefährdet. Da müsste es einige Jahre lang im Sommer komplett trocken bleiben. Und doch macht sich der Wasserspezialist für den Neubau einer dritten Talsperre im Kreis Siegen-Wittgenstein stark: „Eine weitere Talsperre erhöht natürlich die Versorgungssicherheit!“ Zum Stand der Dinge in Sachen Neubaupläne sagt Dirk Müller, dass wohl zum Jahresende die von der Kreispolitik angestoßene Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden kann. Dann wird geprüft, ob die beiden angepeilten Standorte im Elberndorftal und im Truftetal für einen Bau in Frage kommen (die SZ berichtete).

Wird das Elberndorftal geflutet?

In der Studie sollen unter anderem Klimaprognosen berücksichtigt werden: Auch künftige Sommer könnten durchaus trocken bleiben und künftiger Winter regenreicher werden – daher wachse die Bedeutung der Wasserspeicher, so die Annahme.
Eine letzte Frage an den Wasserverbandschef: Bleibt der Wasserpreis im kommenden Jahr stabil? Dazu wollte Dirk Müller sich nicht äußern. Darüber würde die Zwecksverbandsversammlung unter der Leitung von Landrat Andreas Müller im November beraten und entscheiden.

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

9 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen