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STADTLEBEN
Brillenfuchs seit 120 Jahren in der Siegener Oberstadt

1930 sah das beim Optiker noch so aus. Foto: privat
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sabe Siegen.  Er gibt der Stadt ein Gesicht. Oder findet zumindest das passende Gestell dafür. Heinjochen Fuchs, Optikermeister und Inhaber von „Brillen Fuchs“ hat schon Tausenden Siegenern die richtige Brille verpasst – genau wie es schon vier Generationen seiner Familie vor ihm getan haben. Seit 1901 sind die „Füchse“ bereits in der Oberstadt, formen ein Stück Stadtgeschichte mit.
An dem Standort des Stammhauses, sagt Heinjochen Fuchs, habe der Großvater, Walter Fuchs, nie Zweifel aufkommen lassen. Auch, nachdem am 16. Dezember 1944 das Haus am „Markt 31“ durch den Bombenangriff komplett zerstört wurde, auch, nachdem danach einige Oberstadt-Händler mit ihren Geschäften das Weite in die Unterstadt suchten. „Hier war ja alles komplett weg.

sabe Siegen.  Er gibt der Stadt ein Gesicht. Oder findet zumindest das passende Gestell dafür. Heinjochen Fuchs, Optikermeister und Inhaber von „Brillen Fuchs“ hat schon Tausenden Siegenern die richtige Brille verpasst – genau wie es schon vier Generationen seiner Familie vor ihm getan haben. Seit 1901 sind die „Füchse“ bereits in der Oberstadt, formen ein Stück Stadtgeschichte mit.
An dem Standort des Stammhauses, sagt Heinjochen Fuchs, habe der Großvater, Walter Fuchs, nie Zweifel aufkommen lassen. Auch, nachdem am 16. Dezember 1944 das Haus am „Markt 31“ durch den Bombenangriff komplett zerstört wurde, auch, nachdem danach einige Oberstadt-Händler mit ihren Geschäften das Weite in die Unterstadt suchten. „Hier war ja alles komplett weg.“ Aber Walter Fuchs will den Standort in „seiner“ Oberstadt nicht aufgeben. Nach einer Neueröffnung an der Hammerstraße und einem kurzen Intermezzo an der Kölner Straße, gegenüber vom „Dicken Turm“, erfolgt 1952, nach dem Wiederaufbau des Hauses Markt 31, der erneute Einzug am Marktplatz: Das Geschäft wird wieder an seinen alten Platz verlagert.

Immer an den Standort geglaubt

„Mein Großvater hat immer an diesen Standort geglaubt.“ Und auch Heinjochen sieht es so: „Hier gehören wir hin.“ Eine Menge Familiengeschichte legt Heinjochen Fuchs, der Urenkel, im lichtdurchfluteten Ladengeschäft zwischen Wasserglas und Wänden voller Brillengestelle auf den Beratungstisch. Stolz zeigt er die eng beschriebene Kladde von Oma Hilde her, die das Geschäft eine Zeit lang alleine führte, während ihr Mann Walter an der Ostfront kämpfen musste. „Meine Oma war bei den Siegenern für ihren goldenen Griff bekannt“, sagt Heinjochen Fuchs voller Enthusiasmus. „Der Kunde kam rein, sie hat ihm kurz ins Gesicht geschaut und sofort das für ihn passende Modell gegriffen.“
Feine, filigrane Aufzeichnungen der Großmutter erzählen von der Kunst, dem Handwerk der Augenoptik. Der Welt, der Heinjochen Fuchs noch immer bis ins Blut verfallen ist. Man sei zwar der älteste Optiker Siegens, aber immer mit einer Vision. „Wir wollen immer auf dem neuesten Stand der Technik stehen“, sagt er, während er die Kurzsichtigkeit als moderne Volkskrankheit deklariert und voller Inbrunst erklärt, wie es dazu kommen konnte.

Brillen-Fuchs 2004 übernommen

Seit 2004 ist Fuchs mittlerweile Inhaber von „Brillen-Fuchs“, aber schon vorher, in den 1998er-Jahren hatte er bereits den Gang in die Unterstadt, die City Galerie, gewagt und dort als Augenoptikermeister die erste Fuchs-Filiale eröffnet. Damit war auch das Comeback in seine Heimatstadt gesetzt. Bevor er von Vater Steffen das Geschäft übernahm, hatte der heute 54-Jährige seine Wanderjahre in der Welt, arbeitete in den verschiedensten Optikergeschäften. „Westdeutschland, Süddeutschland...“ Dass es ihn aber irgendwann einmal zurück nach Siegen ziehen würde, zu seinen Wurzeln, dorthin, wo er nicht selten auch bekannten Gesichtern ein dünndrahtiges Brillengestell auf die Nase setzen kann („Retro ist jetzt wieder voll im Trend!“). Das, so sagt er, sei für ihn immer irgendwie selbstverständlich gewesen. „Wir sind so eng mit der Stadt verzahnt und in der Oberstadt verwurzelt, nirgends sonst hätte ich dieses Heimatgefühl haben können.“

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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