Brüderweg: Grüne kehren zu ihren Wurzeln zurück

Kampagne gegen Kreisel und für den Baumschutz gestartet

sob Siegen. Im Siegener Rat war der Widerstand der Bündnisgrünen gegen den geplanten Kreisel im Kreuzungsbereich Brüderweg/Siemensstraße/Südstraße noch vergebens. Jetzt hat die Ökopartei zu ihren Wurzeln zurückgefunden und betreibt in dieser Frage »außerparlamentarische Opposition«. Ziel einer in diesen Tagen von der Grünen-Ratsfraktion gestarteten Kampagne: Der Kreisel soll über das Stadium der Planskizze nicht hinauskommen und die Bäume, die ihm weichen müssten, erhalten bleiben.

Per Flugblatt werden Anwohner aufgefordert, sich der Kreisellösung zu widersetzen und beim Bürgermeister bzw. der Stadtverwaltung schriftlich zu protestieren.

Der Kreisel ist nach Auffassung von Bündnis 90/Die Grünen schlicht und ergreifend »überflüssig«. Die bisherige Straßenführung »funktioniert durchaus«, und das veranschlagte Geld (eingeplant seien 1,7 Mill. e) könne die Stadt sparen.

Besonders zu verurteilen ist in den Grünen-Augen die geplante Fällung einer ganzen Reihe kerngesunder Bäume, die das Ortsbild prägten und für die Stadtökologie wertvoll seien. So sollten den Plänen zufolge sieben bis acht um die 100 Jahre alte Bäume – Winterlinden und Bergahorne ––der Säge zum Opfer fallen, weitere fünf müssten wahrscheinlich im Zuge des Straßenausbaus dem ökologisch nicht ganz so wertvollen Asphalt weichen.

Für den Fall, dass die gestartete Kampagne den Bau des Kreisels nicht verhindern kann, haben die Grünen Mindestforderungen formuliert. So sei auch bei einem Bau des Kreisels »die Erhaltung eines jeden einzelnen Baumes von der Stadt zwingend vorzuschreiben«. Voraussetzung sei ein vorsichtiges Vorgehen, das Wurzeln im Straßenkörper unbeschädigt lasse. Überdies müssten die Schattenspender anschließend mit angemessen großen Baumscheiben versehen werden.

Siegens Stadtbaurat Joachim Brune wirkte beim SZ-Anruf in Sachen Grünen-Kampagne nicht sonderlich beunruhigt. Eine derartige »parlamentarische Opposition« sei er schon gewohnt, merkte er mit Blick auf den Busbereitstellungsplatz und den Bebauungsplan Giersberg-Ost an. Zur Sache selbst: Der Vergabeausschuss habe den Kreisel-Auftrag in seiner jüngsten Sitzung vergeben. Dass das Auftragsvolumen mit 1,1 Mill. e die bisher eingeplante Summe recht deutlich unterschreitet, hat laut Brune einen eher bedrückenden Hintergrund: Angesichts der schlechten Konjunkturlage gingen Tiefbauunternehmen bei der Preisgestaltung derzeit bis an die Grenze – und manchmal vielleicht sogar darüber hinaus. Aber das ist ein anderes Thema.

Laut Brune sollen die Kreisel-Arbeiten im Frühjahr beginnen. In der Frostperiode könne man nichts machen. Was die Frage der Bäume anbelangt, wies Brune darauf hin, dass sie nicht ersatzlos wegfielen, »sondern dass neue gepflanzt werden, und zwar überwiegend in dem Ausbaubereich selbst«. Und wenn der Kreisel erst einmal in Betrieb genommen sei, so zeigte sich der Stadtbaurat überzeugt, werde die Sache auch von den Kritikern anders bewertet.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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