Bürgerinitiative „Gewehr bei Fuß“

 Das neue Genehmigungsverfahren, das Juwi anstrebt, vergrößert die Warteschleife. Bis zwischen Fischelbach und Sohl die Windräder stehen, geht sicher noch eine ganze Menge Zeit ins Wittgensteiner Land. Foto: Holger Weber
  • Das neue Genehmigungsverfahren, das Juwi anstrebt, vergrößert die Warteschleife. Bis zwischen Fischelbach und Sohl die Windräder stehen, geht sicher noch eine ganze Menge Zeit ins Wittgensteiner Land. Foto: Holger Weber
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howe - Lothar Hayo von der Bürgerinitiative WEGAS stellt nochmal klar, was er vom Windkraftprojekt der Firma Juwi hält: „Am besten Pläne aufgeben und rückbauen.“ Er habe die Hoffnung, dass Juwi es „drangibt.“ Zwei Jahre liege der Windpark nun brach, inzwischen seien die Eisen in den Gruben verrostet. Fachleute seien sich einig, dass hier eigentlich gar kein Beton mehr hineingeschüttet werden könne. „Wenn man sich überlegt, was bislang an Millionen in das Projekt reingepumpt wurde“, sagt der Sohler Lothar Hayo. Außerdem entstünden doch laufende Kosten. Die Pächter müssten bezahlt werden. Wer da oben herwandert, traue seinen Augen nicht. Riesige Flächen seien für die Anlagen vorbereitet worden. An der Anlage Drei liege der Bauzaun schon seit einem Jahr auf dem Rücken und die weiße Folie über dem Betonage-Gitter halte auch keine Witterungseinflüsse zurück.

Jedenfalls steht die WEGAS (Windenergie, aber sinnvoll) „Gewehr bei Fuß“, wie Lothar Hayo im Gespräch mit der Siegener Zeitung formuliert. Will heißen: Juwi hat sich geschnitten, wenn man glaubt, mit dem neuen Genehmigungsverfahren könne man die Kritiker mit ins Boot nehmen. Die WEGAS jedenfalls ist damals gegründet worden mit dem Ziel, die Windräder zwischen Fischelbach und Sohl zu verhindern. „Sonst hätte ich meine Frau ja auch mit ins Rheinland nehmen können“, stellt Lothar Hayo fest und meint, dass er damals nur wegen der unberührten Natur und der besonderen Ruhe aufs Sohl gezogen sei. Wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen und höchstens die rauschenden Blätter im Wind ein bisschen „Lärm“ machen, sollen sich keine Windräder drehen. Basta. Da nützt es auch nichts, wenn Juwi mit dem neuen Verfahren Kompromisse eingeht, wenn man mit der freiwilligen Umweltverträglichkeitsprüfung langwierige Rechtsstreitigkeiten vermeiden will.

Apropos: Nur, um die Kritiker milde zu stimmen – deshalb dürfte Juwi wohl das Verfahren nicht neu starten. „Wir haben viel darüber diskutiert, was dahinter steckt“, erklärt Lothar Hayo. „Wir wissen es nicht.“ Ob Juwi irgendetwas im Schilde führt? Wer die „Geschichte“ um den Windpark bei Fischelbach verfolgt, der sieht bei dem Wörrstädter Unternehmen wohl eher die schlechteren Karten. Zwei Jahre liegt das Projekt auf Eis und mit dem neuen Genehmigungsverfahren samt Bürgerbeteiligung und Umweltverträglichkeitsprüfung geht nun weiter ganz viel Zeit ins Land. Geklärt werden müsste neben den naturschutzfachlichen Fragen, ob es dort oben vielleicht doch das Haselhuhn und den oft zitierten Schwarzstorch gibt, auch die Flächennutzungsplanänderung der Stadt Bad Laasphe. Die wird seit geraumer Zeit genüsslich vor sich hergeschoben, ohne dass überhaupt irgendetwas passiert. Und schließlich hat WEGAS ja angekündigt, die Füße auch im neuen Verfahren nicht stillhalten zu wollen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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