SZ

Grabkerzen auch vor Rathäusern (Update)
Bürgermeister verurteilen Bedrohung aufs Schärfste

Sechs solcher Grablichter standen vor dem Rathaus in Geisweid.
  • Sechs solcher Grablichter standen vor dem Rathaus in Geisweid.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Michael Sauer

tip/sz Siegen/Kreuztal. Auch vor den Rathäusern in Siegen-Geisweid und Kreuztal sind Grabkerzen mit der Aufschrift „Impfopfer“ gefunden worden.

Das bestätigte Siegens Bürgermeister Steffen Mues der SZ: „Offensichtlich, weil man damit die Stadt als öffentliche Institution, welche Corona-Maßnahmen umsetzt, kritisieren möchte.“ Grablichter dieser Art hatten vor insgesamt vier Arztpraxen in der Region gestanden. Für Mues geht diese Symbolik zu weit: „Das ist der klare Versuch einer Einschüchterung und es hat für mich auch Züge einer Nötigung. Wir haben die Polizei informiert“, so der Bürgermeister. Dies tue er vor allem, um seine Mitarbeiter zu schützen. „Nicht jeder hat ein dickes Fell. Und Grablichter haben eine bestimmte Symbolik, die nicht weg zu diskutieren ist.

tip/sz Siegen/Kreuztal. Auch vor den Rathäusern in Siegen-Geisweid und Kreuztal sind Grabkerzen mit der Aufschrift „Impfopfer“ gefunden worden.

Das bestätigte Siegens Bürgermeister Steffen Mues der SZ: „Offensichtlich, weil man damit die Stadt als öffentliche Institution, welche Corona-Maßnahmen umsetzt, kritisieren möchte.“ Grablichter dieser Art hatten vor insgesamt vier Arztpraxen in der Region gestanden. Für Mues geht diese Symbolik zu weit: „Das ist der klare Versuch einer Einschüchterung und es hat für mich auch Züge einer Nötigung. Wir haben die Polizei informiert“, so der Bürgermeister. Dies tue er vor allem, um seine Mitarbeiter zu schützen. „Nicht jeder hat ein dickes Fell. Und Grablichter haben eine bestimmte Symbolik, die nicht weg zu diskutieren ist.“

Grabkerzen auch in Siegen abgestellt

Mues kündigte an, dass sich auch die Siegener Politik des Themas widmen werde. Ähnlich wie in Hilchenbach bereiten verschiedene Fraktionen des Stadtrates aktuell eine entsprechende Resolution vor.
Deutlich wurde Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß. Auch vor dem Kreuztaler Rathaus hatte man am Dienstagmorgen „Impfopfer“-Grabkerzen gefunden.

„Vor dem Hintergrund der unsäglichen Aktionen in den letzten Tagen, die sich sehr persönlich gegen unsere Hausärzte gewandt haben, verurteile ich solche Bedrohungen und Beleidigungen auf das Schärfste. Ich appelliere an die Urheber, sich der Tragweite solch strafrechtlicher Handlungen vor Augen zu führen.“ Er kündigte an, seitens der Stadt Impfaktionen weiter zu unterstützen. „Daran werden auch perfide Bedrohungen und persönliche Angriffe in feiger Anonymität nichts ändern.“

Grablichter vor Kreuztaler Arztpraxen gestellt

CDU Siegen "traurig und fassungslos"

Am Mittwochmorgen meldet sich auch die CDU Siegen per Pressemitteilung zu Wort. "Es macht uns traurig und fassungslos, von solchen Impfgegner-Aktionen der sogenannten Querdenkerszene bei uns in Siegen und Kreuztal zu erfahren", heißt es in der Stellungnahme. Jeder habe das Recht, seine Meinung zu äußern. Sei es im Stillen zu Hause, oder als Teilnehmer einer Demonstration. "Wenn am Ende aber Personen, die im Dienst für das Wohl der Allgemeinheit arbeiten, bedroht oder eingeschüchtert werden, dann ist jedwede Grenze überschritten. Die CDU Siegen unterstützt ausdrücklich die Haltung der Kreuztaler CDU. Wer Ärzte, Apotheker und Pflegepersonal beschimpft oder beleidigt, muss mit den Konsequenzen leben. Aktionen, die in das Privatleben Anderer eingreifen, überschreiten jede Grenze. Wir fordern Aufklärung und Ausschöpfung sämtlicher rechtlicher Mittel. Die Demokratie und das Grundgesetz zu ehren heißt auch, dass wir unsere Bürgerinnen und Bürger vor gewissen radikalen Querdenkern und extremistischen Parteien zu schützen versuchen."

Autor:

Tim Plachner

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