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„Das ist eine Scheindebatte“
BUND: Keine Klage gegen Brückenneubau

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tip Siegen/Lüdenscheid. Die Bürger poltern, die Wirtschaft befürchtet Schlimmstes, die Politik geht auf Konfrontationskurs – und am Ende ist vielleicht alles gar nicht so wild.
Schwerwiegende Folgen für Anwohner und Pendler
Medienberichte haben empörte Reaktionen hervorgerufen, nach denen der Landesverband NRW des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) angeblich eine Klage gegen das angestrebte beschleunigte Verfahren zum Neubau der Rahmedetalbrücke der A45 bei Lüdenscheid anstrebe. Im Gespräch mit der Siegener Zeitung stellt der BUND-Landesverbands-Geschäftsführer Dirk Jansen klar: Dies sei nicht der Fall.

tip Siegen/Lüdenscheid. Die Bürger poltern, die Wirtschaft befürchtet Schlimmstes, die Politik geht auf Konfrontationskurs – und am Ende ist vielleicht alles gar nicht so wild.

Schwerwiegende Folgen für Anwohner und Pendler

Medienberichte haben empörte Reaktionen hervorgerufen, nach denen der Landesverband NRW des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) angeblich eine Klage gegen das angestrebte beschleunigte Verfahren zum Neubau der Rahmedetalbrücke der A45 bei Lüdenscheid anstrebe. Im Gespräch mit der Siegener Zeitung stellt der BUND-Landesverbands-Geschäftsführer Dirk Jansen klar: Dies sei nicht der Fall.

Dirk Jansen, Geschäftsführer des NRW-Landesverbands des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND).
  • Dirk Jansen, Geschäftsführer des NRW-Landesverbands des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND).
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Praktikant Online

„Fauna und Flora unter der 453 Meter langen Rahmedetal-Brücke sind einzelnen Umweltverbänden scheinbar wichtiger als die Menschen einer ganzen Region”, hatte sich beispielsweise der CDU-Bezirksvorstand Südwestfalen empört. Die drohende Klage und das Bestehen auf einer Umweltverträglichkeitsprüfung würden das Projekt Neubau „um ein weiteres Jahr verzögern”. Der BUND ignoriere die „schwerwiegenden Folgen für Anwohner, Pendler und Unternehmen”.

Die Rechtslage sei zu beachten

„Keineswegs stehen wir mit einer Klage in den Startlöchern”, sagt Dirk Jansen der Siegener Zeitung. „Es gibt keinerlei konkrete Planungen in dieser Richtung”, so der BUND-Geschäftsführer. Man werde jedoch nicht von einer Umweltverträglichkeitsprüfung abrücken. „Das Planungsprozedere ist in diesem Fall klar geregelt. Die Rechtslage ist zu beachten.“ Jansen betont, dass dies jedoch keineswegs zu einer Verzögerung von Abriss und Neubau der maroden Rahmedetalbrücke führe. „Das kann alles parallel zu anderen notwendigen Schritten laufen.”

In bestehende Infrastruktur investieren

Der BUND-Geschäftsführer befürchtet indes, dass die Menschen, die sich für Umwelt- und Artenschutz einsetzen, nun erneut als Sündenböcke herhalten müssen. Und die Rahmedetalbrücke sei dafür „offenbar wieder ein willkommener Fall”. Für Jansen liegen die Ursachen für den langen Planungs- und Bauzeitraum – angedacht sind aktuell rund fünf Jahre – woanders: „Die Autobahn GmbH verfügt angesichts der durch den Innovationsstau zahlreichen Baustellen im gesamten Land nicht über genügend Kapazitäten, das alles zeitnah abzuarbeiten. Und Baufirmen bekommt man auch nicht in ausreichender Menge.”

Niemand beim BUND
stellt die Sinnhaftigkeit
des Neubaus der Rahmedetalbrücke
infrage.
Dirk Jansen
Geschäftsführer NRW-BUND

Der Vorschlag des BUND: Neubauprojekte hinten anstellen. „Wir brauchen keine neuen Fernstraßen. Stattdessen sollte man doch endlich anfangen, in Unterhalt und Sanierung der bestehenden Infrastruktur zu investieren. Das ist dringender denn je”, so Jansen. Er stellt klar: „Niemand beim BUND stellt die Sinnhaftigkeit des Neubaus der Rahmedetalbrücke in Frage. Das ist alternativlos, denn die Situation ist für alle Beteiligten schon jetzt unhaltbar.” Bürgerrechte und Umweltstandards gelte es dabei aber stets zu beachten. Eine Klage stehe jedenfalls nicht im Raum. Jansen: „Das ist eine Scheindebatte, der darf man keine Nahrung geben.”

Dirk Jansen, Geschäftsführer des NRW-Landesverbands des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND).
Autor:

Tim Plachner

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