Hospitalisierung als neuer Faktor
Bund will Inzidenz als Richtwert für Corona-Maßnahmen streichen

Abkehr vom Sieben-Tage-Inzidenzwert: Die Hospitalisierung, also die Auslastung der Krankenhäuser, soll künftig der entscheidende Faktor in der Corona-Pandemie sein.
  • Abkehr vom Sieben-Tage-Inzidenzwert: Die Hospitalisierung, also die Auslastung der Krankenhäuser, soll künftig der entscheidende Faktor in der Corona-Pandemie sein.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz Siegen/Berlin. Das Corona-Kabinett des Bundes will den Infektionsinzidenzwert nach Informationen verschiedener Medien aus dem Infektionsschutzgesetz streichen. So habe man sich laut den Berichten verständigt, dass künftig die Belastung des Gesundheitssystems (Hospitalisierung) der neue, entscheidende Faktor in der Corona-Pandemie sein solle.

Bisher wurden mögliche Corona-Maßnahmen noch an die Sieben-Tage-Inzidenzen wie 35, 50 oder 100 geknüpft. Diese sollen nun wohl ganz wegfallen.
Schon vorab hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen entsprechenden Vorstoß angekündigt. „Die 50er-Inzidenz im Gesetz, die hat ausgedient“, sagte der CDU-Politiker am Montag. Der Wert – nicht mehr als 50 neue Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – habe für eine ungeimpfte Bevölkerung gegolten.

Siegen-Wittgenstein weiter über 100er-Marke

"Wir brauchen diese Inzidenzzahl nicht"

Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) kündigte eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes an. Sie halte die im Infektionsschutzgesetz festgeschriebene Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche für verzichtbar. „Wir brauchen diese Inzidenzzahl nicht“, sagte Lambrecht am Montag im TV-Sender von „Bild”. Zur Begründung sagte sie, der Richtwert sei entstanden, als die Infektionszahlen noch höher waren und es nicht genug Impfstoff gegeben habe. Stattdessen seien nun die Impfquote relevant, die Lage im Gesundheitswesen und der Anstieg der Infektionszahlen. Dies sei auch bei der letzten Ministerpräsidentenrunde beschlossen worden.

Im Infektionsschutzgesetz steht wörtlich: „Bei Überschreitung eines Schwellenwertes von über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sind umfassende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die eine effektive Eindämmung des Infektionsgeschehens erwarten lassen.“

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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