Bundesliga - made in Wittgenstein

 Applaus, Applaus für diese Leistung: Manager Michael Born (l.) feierte auf dem Paderborner Rathaus-Balkon ausgelassen mit SCP-Trainer André Breitenreiter (Bildmitte) und Spieler Markus Krösche (r.) den Bundesliga-Aufstieg. Foto: dpa
  • Applaus, Applaus für diese Leistung: Manager Michael Born (l.) feierte auf dem Paderborner Rathaus-Balkon ausgelassen mit SCP-Trainer André Breitenreiter (Bildmitte) und Spieler Markus Krösche (r.) den Bundesliga-Aufstieg. Foto: dpa
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tika - Das eine Wort hat Michael Born noch nicht gefunden. Jenen Begriff, der seine Gefühlswelt beschreiben könnte – in einem der größten Momente seines Lebens. „Als Abpfiff war, sind mir tausend Dinge durch den Kopf geschossen. Realisiert habe ich es immer noch nicht richtig, dass wir aufgestiegen sind“, sagt der Manager und Macher des SC Paderborn. Jenem ostwestfälischen Club ergo, der in der kommenden Saison sein Debüt in der Bel Etage des deutschen Fußballs gibt. Bundesliga – made in Wittgenstein.

Dieser Freitag war der erste – nach jenem 11. Mai, nach jenem 2:1-Sieg gegen den VfR Aalen, nach jenem magischen Moment – an dem Michael Born nach Hause fuhr. Nach Bad Berleburg. Zeit zum Durchatmen bei der Familie, mit der der SCP-Manager vergangenes Jahr in die Heimat zurückgezogen ist – in der Odebornstadt hat der Berghausener ein Haus gebaut. Für ihn und seine Frau war immer klar, dass sie irgendwann dort bauen würden. Michael Born ist immer mit Siegen-Wittgenstein verbunden geblieben ist – so sehr, dass er zum Ende des vergangenen Jahrzehnts beinahe bei den Sportfreunden Siegen gelandet wäre, nachdem sein erstes zwölfjähriges (!) Engagement beim SC Paderborn und ein Intermezzo bei Carl Zeiss Jena beendet waren. „Ich habe Gespräche mit den Siegenern geführt, wir sind am Ende aber nicht übereingekommen“, erinnert sich der 46-Jährige. Das Geschehen rund um den Regionalligisten hat er dennoch weiterhin verfolgt. „Ich glaube, dass dieser Verein ein Riesenpotenzial hat. Ich erinnere mich noch gut an die gemeinsame Zweitliga-Saison, an die Zuschauer und das Umfeld. Allerdings hätte dieser Verein seine Basis verbreitern müssen, ich denke das hat er verpasst“, analysiert der SCP-Manager die Lage nüchtern.

Immerhin, mit etwas Losglück könnte er schon im August bei seinem einst vermeintlichen Arbeitgeber gastieren – in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals. „Ich würde mich freuen, für mich wäre die Partie schließlich ein Heimspiel“, erklärt Michael Born. Immerhin, ein bisschen Sportfreunde Siegen hat der Paderborner Manager in der Bundesliga installiert: Co-Trainer Asif Saric. In seiner Zeit als aktiver Spieler hatte der 49-jährige Bosnier unter anderem auch für die Krönchenstädter gespielt – und hat nun bei den Ostwestfalen den Durchbruch geschafft. Oder vielmehr: Mit den Ostwestfalen. Und dies in beeindruckender Manier. Denn der SC Paderborn war mit sechs Mill. Euro der Club mit dem niedrigsten Zweitliga-Etat – im Oberhaus wird dieser Betrag nun mehr als verdreifacht, bleibt aber immer noch absolute Untergrenze. „Für meine Arbeit sind mir gewisse Freiheiten wichtig. Die habe ich in Paderborn. Allerdings liegt das auch an dem super Verhältnis, dass ich mit Präsident Wilfried Finke und Coach André Breitenreiter habe – wir sind einfach ein gutes Team“, sagt der Bad Berleburger.

Und exakt deshalb ist Erfolgstrainer Breitenreiter derzeit wohl seine größte Baustelle. Allein, noch hat der Coach kein echtes Bekenntnis zum Verein abgeliefert, hatte die Personalie mit seiner Aussage, er sei „kein Wappenküsser“, sogar noch einmal befeuert. Für Michael Born ist das kein Problem, er schätzt die offene Art des Trainers. „André hat einen Vertrag bis 2016. Er wollte sich nach Perspektiven bei uns und anderen Vereinen umschauen“, berichtet der Manager. Allerdings verdichten sich die Anzeichen, dass Breitenreiter den Club auch in der Bundesliga coacht. „Wir haben viele gute Gespräche geführt. Ich glaube, dass André weitermacht. Mit ihm haben wir die größte Chance auf den Klassenerhalt in der Bundesliga“, sagt Michael Born. Und weiß auch, dass Breitenreiter große Sympathien bei den Fans genießt. Auch und gerade wegen des direkten Aufstiegs. Dadurch musste der Club nicht den Weg über die Relegation mit dem Hamburger SV nehmen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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