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Plädoyers und Urteil am 15. Juni
Burbach-Prozess: Tunesier packt aus

Im Burbach-Verfahren wurde lange in der Siegerlandhalle verhandelt, das Urteil am 15. Juni soll aber im Landgericht verkündet werden.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

mick Siegen. Lange Zeit wirkte es so, als würde er niemals enden. Jetzt aber ist das Ende des Burbach-Prozesses absehbar. Zumindest, was das große Umfangsverfahren betrifft, das am 8. November 2018 mit mehr als 30 Angeklagten und großen Medienecho begonnen hat. Am Mittwoch sind die vier verbliebenen Männer – drei frühere Wachleute und ein Mitarbeiter der Gruppe der „Sozialbetreuer“ – nun zum letzten Mal durch die provisorischen Sicherheitsschranken am Eingang zum Hüttensaal der Siegerlandhalle gegangen.
Urteil im Burbach-Prozess am 15. Juni
Der nach Plan allerletzte Termin am 15. Juni soll im Schwurgerichtssaal des Siegener Landgerichts durchgeführt werden. Sowohl die Plädoyers als auch das Urteil stehen dann auf dem Programm. Zurück in den Hüttensaal: Der frühere Sozialbetreuer L.

mick Siegen. Lange Zeit wirkte es so, als würde er niemals enden. Jetzt aber ist das Ende des Burbach-Prozesses absehbar. Zumindest, was das große Umfangsverfahren betrifft, das am 8. November 2018 mit mehr als 30 Angeklagten und großen Medienecho begonnen hat. Am Mittwoch sind die vier verbliebenen Männer – drei frühere Wachleute und ein Mitarbeiter der Gruppe der „Sozialbetreuer“ – nun zum letzten Mal durch die provisorischen Sicherheitsschranken am Eingang zum Hüttensaal der Siegerlandhalle gegangen.

Urteil im Burbach-Prozess am 15. Juni

Der nach Plan allerletzte Termin am 15. Juni soll im Schwurgerichtssaal des Siegener Landgerichts durchgeführt werden. Sowohl die Plädoyers als auch das Urteil stehen dann auf dem Programm. Zurück in den Hüttensaal: Der frühere Sozialbetreuer L. (54) hat am Mittwoch ausgesagt. Der gebürtige Tunesier war von der Eröffnung der Einrichtung bis zur Ablösung der umstrittenen Betreiber in Burbach. Der Angeklagte sei froh gewesen, dass er auf der Lipper Höhe eine neue Anstellung und gleich noch eine Wohnung auf dem ehemaligen Kasernengelände bekommen konnte. Einschließlich des im Verfahren oft erwähnten „Oberbetreuers“ B. seien sie vier Personen gewesen, die auf dem Areal lebten. Ein wenig habe sich die Arbeit in Burbach wie in einem Hotel angefühlt, fügte der Mann an.

Er sei „nur ein kleiner Fisch“ gewesen, betonte der Angeklagte, der seit 1991 in Deutschland lebt. Jede Entscheidung über ein Verbringen ins „Problemzimmer“ sei ausschließlich von B. getroffen worden. Er selbst habe ihn angerufen oder sei von ihm kontaktiert worden. Der aus Afrika stammende Angeklagte B. steht aus gesundheitlichen Gründen noch immer nicht vor Gericht, ist aber in der Verhandlung immer wieder als Mann mit „großer Verantwortung“ benannt worden.

Skepsis bei Oberstaatsanwalt Christian Kuhli

Oberstaatsanwalt Christian Kuhli wollte dennoch nicht glauben, dass dieser 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche Anweisungen gegeben habe. Die übrigen drei Angeklagten bestätigen diesen Eindruck aber über ihre Verteidiger uneingeschränkt. Manchmal habe B. sogar mit der Taschenlampe aus dem Wohnzimmer geleuchtet, um sich einen Eindruck zu verschaffen.
Bleibt noch ein angeklagter Wachmann, der bislang keine Aussage gemacht hat und sich auch weiter nicht äußern will. Sein Anwalt stellte dafür den Antrag, zwei Ärzte zu laden, die bestätigen sollen, dass der Mandant G. im Frühjahr 2014 durch den Angriff eines Bewohners ernsthaft am Knie verletzt und operiert wurde – die vorgeworfenen Körperverletzungshandlungen hätten so wohl nicht passieren können. Kuhli stellte Einstellungen in Aussicht, wollte aber die Bestätigung, dass G. am Abend der Entstehung des berüchtigten Videos zumindest dabei war, weil u. a. seine Stimme zu hören sei. Der Angeklagte bejaht dies.
Die Kammer wolle eine formale Entscheidung über den Antrag am 15. Juni verkünden – vor den Schlussvorträgen.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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