Burbach: Sexuelle Übergriffe?

 Das eigentliche Geschehen soll sich außerhalb der Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Burbach (Foto) abgespielt haben: Räume in der ehemaligen Siegerlandkaserne sollen zwecks „sexueller Ausbeutung“ angemietet worden sein. Foto: tile
  • Das eigentliche Geschehen soll sich außerhalb der Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Burbach (Foto) abgespielt haben: Räume in der ehemaligen Siegerlandkaserne sollen zwecks „sexueller Ausbeutung“ angemietet worden sein. Foto: tile
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ch/tile/sz - Die Staatsanwaltschaft Siegen ermittelt, Arnsberg hat eine „Taskforce“ eingerichtet: Justiz und Bezirksregierung gehen der Sache auf den Grund, ob es in der Burbacher Zentralen Unterbringungseinrichtung für Asylsuchende sexuelle Übergriffe auf Flüchtlingsfrauen oder gar eine Vergewaltigung gegeben hat.

Die Vorwürfe wiegen schwer, die Fragezeichen jedoch sind zugleich sehr groß: Bei der Polizei liegen seit Anfang Juni Anzeigen gegen Mitarbeiter des DRK-Landesverbandes und der Sicherheitsfirma „Bewa Security“ vor; sie sollen laut den Aussagen zweier Albaner, die inzwischen nicht mehr in der Einrichtung auf der Lipper Höhe untergebracht sind, Räume in der Nähe der Unterkunft im Gewerbepark Siegerland angemietet und dort mit alleinstehenden Flüchtlingsfrauen Alkohol konsumiert und Geschlechtsverkehr gehabt haben. Und das keineswegs „einvernehmlich“: In diesem Zusammenhang habe es die sexuellen Übergriffe gegeben. Ein Mitarbeiter der Bezirksregierung – ein Dolmetscher –, der offenbar die Polizei eingeschaltet hat, geht noch einen Schritt weiter und spricht Dritten gegenüber von „systematischer sexueller Ausbeutung“. Oberstaatsanwalt Johannes Daheim bestätigte der SZ gegenüber bloß, dass in drei Fällen ermittelt werde, zur Sache selbst sagte er nichts – fast nichts: „In einem Fall ist eine Frau vernommen worden, sie sagte aus, dass an den Vorwürfen nichts daran ist. Zu den weiteren Fällen liegen noch keinen Ermittlungsergebnisse vor, wir arbeiten dran“, so Daheim, der betonte, dass man sich in einem „sehr frühen Stadium“ der Ermittlung befinde.

Eben weil die Anschuldigungen derart schwer wögen, da ein massives Fehlverhalten einzelner Personen unterstellt werde, „hat die Bezirksregierung Arnsberg unmittelbar reagiert und am 8. Juni eine Taskforce zur Überprüfung der Vorwürfe in die Landeseinrichtung entsandt“, hieß es am Montag aus Arnsberg. Man nehme die Vorwürfe gegenüber Mitarbeitern des Betreuungsverbandes und des Sicherheitsdienstes in der Erstaufnahmeeinrichtung Burbach „sehr ernst“, schreibt die Bezirksregierung in einer Stellungnahme.

Bei der „Taskforce“ handelt es sich um eine eigenständige Kontrollgruppe der Bezirksregierung, sie soll die erhobenen Vorwürfe prüfen und im Fall der Fälle aufklären. Der Stand der Dinge: „Bei der Befragung der Mitarbeiter des Betreuungsverbandes, des Sicherheitsdienstes und der Bewohner konnten die erhobenen Vorwürfe bisher nicht bestätigt werden.“ Dann der Nachsatz: Die Bezirksregierung könne jedoch nur dann aktiv werden, wenn Bewohner oder Mitarbeiter auf Missstände hinweisen und auf Nachfragen von Arnsberg offen antworten – „aus diesem Grund möchten wir Zeugen der Vorgänge bitten, sich mit uns und der Polizei in Verbindung zu setzen!“

Auch das DRK ist aktiv geworden. Den DRK-Betreuungsdiensten Westfalen-Lippe seien die angeblichen Vorgänge seit Anfang Juni bekannt, erklärte Rot-Kreuz-Sprecherin Ina Ludwig. „Im Zuge dessen wurden nach unserem aktuellen Kenntnisstand auch zwei Mitarbeiter des DRK durch die Polizei vernommen. Um die laufenden Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen, können wir keine näheren Angaben machen“, so Ludwig weiter, die für ihre Einrichtung hinterher schob, „dass wir den Vorwurf ,massiver sexueller Übergriffe’ durch unsere Mitarbeiter ausdrücklich dementieren!“ Die betroffenen Mitarbeiter seien noch immer in der ehemaligen Siegerlandkaserne auf der Lipper Höhe beschäftigt, „denn nach unserem aktuellen Kenntnisstand und nach internen Befragungen gibt es nach unserem Ermessen bislang keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Anschuldigungen gerechtfertigt sind“.

Auch das DRK nehme das Thema Sicherheit „äußerst ernst“. So habe man speziell für besonders „schutzbedürftige Personen“ – wie z. B. alleinreisende Frauen, Kinder und Jugendliche – separate Wohnbereiche als Schutzraum und Rückzugsmöglichkeit eingerichtet. Alle DRK-Mitarbeiter, die in den Flüchtlingsunterkünften arbeiten, seien verpflichtet, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis beizubringen. Und, so Ina Ludwig: „Wir arbeiten eng mit dem Sicherheitsdienst der Einrichtung zusammen. Dieser ist sowohl tagsüber als auch nachts stets präsent und überwacht insbesondere die Bereiche für schutzbedürftige Gäste.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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