Burg aus 100 Tonnen Bruchsteinen

 Drei Monate lang baute der pensionierte Lehrer in seinem Na-Ku-Me-Park an einer Burganlage. Natursteine wurden dabei fast ohne Mörtel zu Mauern aufgeschichtet.  Die Geschichte Harolds, der im 17. Jahrhundert gegen Siegener Jesuiten und Ritter aus Dillenburg gekämpft haben soll, inspirierte Manfred Stangier. Fotos: Dirk Manderbach
  • Drei Monate lang baute der pensionierte Lehrer in seinem Na-Ku-Me-Park an einer Burganlage. Natursteine wurden dabei fast ohne Mörtel zu Mauern aufgeschichtet. Die Geschichte Harolds, der im 17. Jahrhundert gegen Siegener Jesuiten und Ritter aus Dillenburg gekämpft haben soll, inspirierte Manfred Stangier. Fotos: Dirk Manderbach
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dima - Für Natursteine hatte Manfred Stangier schon immer eine besondere Schwäche. Mauern, Pflastersteinwege und Findlinge zieren seinen Natur-Kunst-Mensch-Park („Na-Ku-Me“) im Wilnsdorfer Ortsteil Rödgen. Doch mit einem Telefonanruf im vergangenen Herbst stieß der pensionierte Lehrer für Biologie und Sport bautechnisch in eine völlig neue Dimension vor. 100 Tonnen Grauwacke, praktisch das gesamte erste Geschoss eines Wilgersdorfer Abrisshauses, wurden ihm damals angeboten.

„Ich war erst einmal geschockt“, erinnert sich Manfred Stangier. Gleichzeitig machte es aber auch „klick“. Der Freund der Natursteine erinnerte sich spontan: Nebenan im Siegener Hitschelsbachtal hatte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts Harold der Zigeunerkönig gelebt und gekämpft. Eine Geschichte, die der Siegener Pfarrer und Schriftsteller Hermann Bellebaum in den 1830er-Jahren niederschrieb und die heute zum Kern der Siegerländer Heimatgeschichte zählt.

„Nun soll Harold hier ein neues Refugium bekommen“, so Manfred Stangier gestern. Acht mal acht Meter im Grundriss. Mit bis zu einem Meter dicken Wänden. Zu Beginn des Projektes sei der Platz im Na-Ku-Me-Park meterhoch unter Schutt verschwunden. Auch der Nachbar habe einen Schreck bekommen. Drei Monate dauerte die Bauzeit. Jeder Stein wurde mindestens fünf Mal angepackt, bis er seinen Platz im Mauerwerk fand. Nur selten nahm Stangier Mörtel zur Hilfe. Respekt: Das Bauwerk gleicht einem riesigen 3-D-Puzzle, oder einem Landart-Objekt.

„Harold der Zigeunerkönig“, in einer neuen Auflage im Verlag Vorländer erschienen, erzählt die Geschichte von Alfred von Kolbe, dem einzigen Sohn des mächtigen Wilnsdorfer Ritters Leopold von Kolbe. Dem Buch nach trachtete der Siegener Jesuiten-Rektor Benediktus nach dessen Erbe. Benediktus versprach Leopold bei entsprechendem Vermächtnis „guten himmlischen Lohn“. Alfred steckte er im Gegenzug ins Jesuitenkollegium, hier verschwand der Wilnsdorfer Ritter in einer Zelle, konnte aber befreit werden. Am Grabe seines Vaters schwor Alfred Rache, schloss sich den im Hitschelsbachtal lebenden Zigeunern an. Als deren König trat er schließlich gegen eine Allianz aus Jesuiten und Dillenburger Rittern in der Schlacht im Rödger Wald an.

Am 1. November soll es übrigens ein Burgfest geben. Sogar mit einem fast echten Burgfräulein. Dirk Manderbach

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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