»Burgmanns Haus« unterm Bagger

Fachwerkhaus in Dillnhütten abgerissen / Zuvor von Heimatfreunden dokumentiert

friwe Dillnhütten. Am 15. März 1725, so verkündete es die Hausinschrift, errichtete die Witwe des Johannes Schreiber das Fachwerkhaus an der Geisweider Straße 158 in Dillnhütten, das spätere Generationen nur als »Burgmanns Haus« kannten. Der Name Burgmann kam mit dem Schwiegersohn der Witwe Schreiber in die Familie. Die Inschrift nannte denn auch Johann Henrich Burgmann und seine Frau Anna Margareta als Miterbauer des Anwesens.

Johann Franz Burgmann, Sohn des Johann Henrich, war wie sein Vater als Gewerke am Dillnhüttener Hammer beteiligt. Er führte von 1756 bis zu seinem Tode 1772 ein Notiz- und Rechnungsbüchlein, in das er akribisch und in schöner Handschrift alltägliche Einkäufe, landwirtschaftliche Tätigkeiten und vor allem vieles rund um das Hammerwerk eintrug. Das Büchlein wurde bereits im vergangenen Jahr zusammen mit einem Hausinventar von 1744 ediert und vom Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein (SHGV) veröffentlicht.

Mitglieder des SHGV waren es auch, die »Burgmanns Haus« in den vergangenen Wochen zunächst vom Erdgeschoss bis zum Dachboden (»Ollern«) aufmaßen, um die Raumaufteilung des Hauses festzuhalten. Auf dem »Ollern« fanden sich Aktenstücke (Verträge und Inventare) aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die den Heimatforschern von der Familie Burgmann zur Verfügung gestellt wurden und deren systematische Auswertung in den kommenden Jahren geplant ist. Darunter befinden sich Unterlagen über den Dillnhüttener Hammer, der 1873 abgebrochen wurde. Die Verschieferung der Giebelseite wurde vor dem Abbruch fotografisch dokumentiert und dann entfernt. Dies gestaltete sich äußerst spannend. Dabei trat das kraftvolle Fachwerk wieder zu Tage. Man konnte sehen, dass die Balken einst mit roter Farbe (»Ochsenblut«) gestrichen waren. Weiter stießen die Heimatforscher auf die bereits erwähnte Inschrift und prachtvoll geschnitzte Füllbalken im Giebeldreieck. Verzierungen und Inschrift, so ist man sich einig, sollen nach Möglichkeit erhalten bleiben. Das Haus jedoch, eines der schönsten von Dillnhütten, ist nunmehr einer geplanten Wohnanlage mit 13 Häusern gewichen (die SZ berichtete).

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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