Burkini-Erlaubnis abgelehnt

Einen Burkini als offizielle Badebekleidung wird es zunächst nicht geben. Archivfoto: kalle

ihm - Elf Minuten Sitzungszeit, sechs Redebeiträge von ausschließlich männlichen Ausschussmitgliedern und zwei Abstimmungen – mehr brauchte es nicht, um die offizielle Zulassung des Burkini als Badeanzug in Siegener Stadtbädern (vorerst) vom Tisch zu fegen.

Die Stadtverwaltung wollte die seit Jahrzehnten geltende Badeordnung ändern. Der Burkini – schon lange in städtischen Bädern geduldet – sollte neben Badeanzug, Bikini und Tankini und zusätzlich zu Schwimm- und Neoprenanzug als Badebekleidung nun auch ausdrücklich zugelassen werden. Der Sport- und Bäderausschuss hatte darüber zu beraten.

Mit dem Verwaltungsvorschlag war die CDU-Fraktion nicht einverstanden. Jürgen Rompf legte die Haltung der Christdemokraten dar. Beim Schulschwimmen müssten alle Kinder – gleich welcher Herkunft und Religion – teilnehmen, damit alle schwimmen lernten. Deshalb müsse man dabei den Burkini gestatten: „Kein Kind soll aus Glaubensgründen hier ausgegrenzt werden können.“ Beim allgemeinen Badebetrieb aber will die CDU den Burkini nicht erlauben.

Wie unterschiedlich die Burkini-Frage beurteilt wird, wurde beim Diskussionsbeitrag von Frank Weber für die SPD-Fraktion deutlich. Diese sehe den Burkini als „übliche Badebekleidung“, sagte er. „Wir glauben nicht, dass weltanschauliche Perspektiven von der Badeordnung zu regeln sind.“ Ins gleiche Horn stieß Henning Klein (Linke). „Ich kann nicht erkennen, was an einem Burkini frauenfeindlich sein soll.“ Ebenso wenig halte er den Bikini für ein Kleidungsstück aus deutscher Tradition.  Ausschussvorsitzender Achim Bell (UWG) nannte zwei Argumente gegen den Burkini: Hygieneprobleme und „ganz große Probleme bei der Gleichstellung von Mann und Frau“. Deshalb werde die UWG gegen den Verwaltungsvorschlag votieren.

Dann ließ Bell abstimmen. Zunächst über die neue Badeordnung, wie sie die Stadtverwaltung vorgeschlagen hatte. Nur SPD und Linke stimmten mit Ja (fünf Stimmen), CDU, UWG und FDP waren dagegen (sieben Stimmen). Am 6. April sollten eigentlich der Hauptausschuss und am 20. April der Rat über die neue Badeordnung beraten und entscheiden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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