Burkini erlaubt, aber nicht erwähnt

Der Burkini darf auch weiterhin in Siegener Schwimmbädern getragen werden, wird aber nicht in der Badeordnung erwähnt. Foto: Archiv
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ch - Aus dem kühlen Nass Siegener Hallen- und Freibäder wird die schariakonforme Schwimmbekleidung aus Elasthan auch künftig auftauchen, wenn auch eher selten, in den gestern verabschiedeten Zeilen der Haus und Badeordnung der Krönchenstadt definitiv nicht. Gemeint ist der Burkini, der in der Sitzung des Siegener Stadtrates eine kontroverse wie heftige Debatte auslöste, die dann in einer Nichtformulierung endete: Nachdem Bürgermeister Steffen Mues die neue Ordnung ohne den Bekleidungsparagrafen „5.3“ zur Abstimmung gestellt hatte – ein kluges Vorgehen, dessen Ankündigung allein die Diskussion vereinfachte und sie auf 1,5 Stunden verkürzte – und diese bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung durchgewunken worden war, kam es zur eigentlichen „Kampfabstimmung“.

Ein gemeinsamer Antrag von Sozialdemokraten, Grünen, Liberalen, Linken und WAS wischte den Verwaltungsvorschlag, unter „5.3“ die erlaubte bzw. die „übliche Badebekleidung“ konkret und damit den umstrittenen Burkini aufzuzählen, vom Tisch. Nunmehr heißt es bei 30 Grad lauwarm gewaschen und weichgespült gemäß eines Textvorschlags der FDP-Fraktion: „Das Baden in Siegener Hallen- und Freibädern ist mit geeigneter Badebekleidung grundsätzlich gestattet. Der Maßstab dabei ist das Material, aus dem die Badebekleidung hergestellt ist!“ Die Antragsteller brachten ihren Antrag mit 34 Stimmen durch, Christdemokraten samt Bürgermeister, UWG und der fraktionslose Dr. Wolfgang Sonneborn unterlagen mit ihren 30 Gegenstimmen.

Das polarisierende Wort „Burkini“ ist damit aus der Haus- und Badeordnung gestrichen, der Grund für die zum Teil sehr emotional geführte Debatte, die zuvor schon in den Leserbriefspalten der SZ ihren Niederschlag fand, noch lang nicht: Wie die Wortbeiträge im großen Saal des Geisweider Rathauses am Mittwoch zeigten, wurde kein Streit über ein Badetextil ausgetragen, sondern eine längst überfällige Integrationsdebatte in der Siegener Kommunalpolitik geführt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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