Bus durfte nach Blockade passieren

 Zwei Streifenwagen der Polizei versperrten am Montagabend dem Bus, den rund 40 Asylsuchende auf eigene Faust geordert hatten, den Weg zur Unterkunft. Foto: Björn Weyand
  • Zwei Streifenwagen der Polizei versperrten am Montagabend dem Bus, den rund 40 Asylsuchende auf eigene Faust geordert hatten, den Weg zur Unterkunft. Foto: Björn Weyand
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bw - Es war eine völlig verfahrene Situation am Montag in der Nähe der Erstaufnahmeeinrichtung in Bad Berleburg. Rund 40 Menschen – Männer, Frauen, auch Schwangere, Kinder bis zum Neugeborenen – wollten zurück in die Unterkunft am Spielacker, wurden aber zunächst von der Polizei davon abgehalten. Erst nach knapp zwei Stunden gab es grünes Licht – und der Bus durfte passieren.

Doch der Reihe nach: Morgens waren sie von Bad Berleburg aus nach Meschede gebracht worden, wo sie dauerhaft in einer ehemaligen Schule untergebracht werden sollten. Dort bot sich den Asylsuchenden allerdings ein erschreckendes Bild, wie die Siegener Zeitung von einer Betreuerin erfuhr. Die Zustände müssen desolat gewesen sein: Die Unterkunft in Meschede sei stark verdreckt gewesen und in den Badezimmern habe wohl kniehoch das Wasser gestanden. Kurzum: Es hätten menschenunwürdige, katastrophale Verhältnisse geherrscht. Dort würden nicht einmal Tiere untergebracht.

Daraufhin organisierten sich die Asylbewerber einen Bus, der sie zurück in die Berleburger Erstaufnahmeeinrichtung bringen sollte. Dort warteten am Wanderparkplatz Sengelsberg indes bereits zwei Streifenwagen der Polizei, die die Weiterfahrt bis zur Unterkunft unterbinden sollten. Weitere Einsatzkräfte wurden hinzu gezogen, Streifenwagen kamen sogar aus Gummersbach und Köln nach Wittgenstein, um eine Eskalation zu vermeiden. Die Situation blieb jedoch weitestgehend ruhig – es gab Diskussionen und Verhandlungen, aber offenbar keine Auseinandersetzungen. Insgesamt waren hier neun Polizeifahrzeuge vor Ort, schließlich stellte sich die Frage: Dürfen die 40 Asylsuchenden wieder zurück in die Erstaufnahmeeinrichtung oder müssen sie im Bus wieder nach Meschede? In letzterem Fall hätte die Situation eskalieren können, daher das für Wittgensteiner Verhältnisse ja schon größere Polizeiaufgebot.

Letztlich erhielt der Bus die Erlaubnis, zur Unterkunft zu fahren – die Asylbewerber durften bleiben. Aber das galt zunächst nur für eine Nacht. Schon am Dienstag könnte es sein, dass sie nochmals nach Meschede gebracht werden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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