Barzahler halten Betrieb auf
Busse in Siegen meistens pünktlich

96 Prozent aller Busse kommen laut aktuellen Zahlen der ZWS pünktlich.

mir Siegen/Olpe. Wie steht es eigentlich um die Pünktlichkeit bei den Bussen im öffentlichen Nahverkehr? Für Siegen, Kreuztal und Weidenau gibt es Daten, und die erfuhr der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd am Dienstagabend. Bis vier Minuten darf der Bus Verzug haben, alles danach gilt als Verspätung. So kommt Siegen auf eine Quote von 96 Prozent. „Eine sehr gute Qualität“, befand ZWS-Geschäftsführer Günter Padt, „aber auch bedingt durch relativ wenige Fahrgäste in der Corona-Krise.“

Für die zweitgrößte Stadt im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein, Kreuztal, sieht die Lage nicht so rosig aus. 89,8 Prozent pünktliche Busse „sind knapp im akzeptablen Rahmen“, so Padt. Schlechter sieht es in Weidenau aus. Im vergangenen Oktober wurde dort eine Quote von nur 76 Prozent erreicht, über die Monate sind die Werte gestiegen und wechseln in einer Bandbreite von 86 bis 91 Prozent.
Gründe gibt es offenbar genügend. Viele, viele Fahrgäste haben die ZWS-Zähler registriert und dazu noch sehr viele Barzahler. Das schafft Probleme mit dem Fahrplan, „weil jeder Barzahler hält den Fahrer im Bus auf“, so Padt.

"Angebotsqualität ist gut"

Ausfälle gibt es im Bus-Sektor nur wenige. In Siegen liegt die Quote bei 0,7 Prozent, in Weidenau bei 0,8 und in Kreuztal bei 0,9. Wobei ein Ausfall genau definiert ist, mehr als 20 Minuten Verspätung müssen vorgefallen sein. Eines verwundert: Wieder und wieder ist in den vergangenen Monaten Klage geführt worden über massive Ausfälle und Verspätungen wegen großer Baustellen in Ferndorf, Kredenbach/Dahlbruch und Allenbach. Unterm Strich zählt nur diese Aussage: „Die Angebotsqualität ist gut“, meinte Padt.

"Mobicard"-Fälschungen im Umlauf

Mit in die Rubrik ÖPNV gehört die „Mobicard“, das Sozialticket für 29,90 Euro monatlich. Ein Monatsticket für Normalzahler würde um die 170 Euro kosten. Trotzdem sind die Zahlen rückläufig. 2019 lag die Verkaufszahl bei 59 500, im ersten Corona-Jahr 2020 lediglich bei 51 000. Im ersten Halbjahr 2021 hat die reguläre Nachfrage weiter nachgelassen, nur noch 22 300 „Mobicards“ sind käuflich erworben worden.

Corona kann ein Grund sein, muss es aber nicht: „Einige Maßnahmen der Agentur für Arbeit sind noch nicht angelaufen“, hat Padt erfahren. Heißt: Die Klienten müssen noch nicht so mobil sein, der Kauf selbst einer verbilligten Monatskarte wird nicht wahrgenommen. Aber, es gibt noch einen Grund: „Es sind Fälschungen im Umlauf“, wie Günter Padt erzählte und Olpes Landrat Theo Melcher kopfnickend eindeutig bestätigte.

Alternative Antriebe werden Thema

Beim Stichwort ÖPNV kam in der Sitzung auch einmal das Stichwort Rothaarbahn vor, und beim Pilotversuch zu alternativen Antrieben im Eifel-Westerwald-Sieg-Netz. Markus Stirnberg (Nahverkehr Westfalen-Lippe) bestätigte auf Anfrage von Michael Sittler (SPD), es gebe Überlegungen, das System auf der Rothaarbahn zwischen Kreuztal und Bad Berleburg einzusetzen. „Ja, der NWL plant so etwas als Nachfolgenetz. Grundsätzlich ist das etwas für die Rothaarbahn.“

Konzepte sind Stirnbergs Worten zufolge in Planung. Sicherlich müsse darüber nachgedacht werden, in Erndtebrück eine Ladestation für E-Züge einzurichten. Allerdings vertröstete er auf später, „in einigen Jahren erst werden alternative Antriebe mit mehr Reichweite möglich sein“.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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