Caremedicom nutzt jede Chance

Spin-off des St.-Marien-Krankenhauses erschließt neue Märkte und Einnahmequellen

ch Siegen. Das Unternehmen St.-Marien-Krankenhaus: 1400 Mitarbeiter kümmern sich um das Kerngeschäft, die Gesundheit der Patienten. Ärzte, Schwestern, Servicekräfte. 460 Betten hält das akademische Lehrkrankenhaus mitten in Siegen vor, 21200 Patienten jährlich werden stationär betreut. Mit der steigenden Komplexität hinter den Kulissen der Gesundheitseinrichtung wachsen auch die Anforderungen an die IT-Systemlandschaft. Deshalb reagierten die Entscheider des Krankenhauses bereits 1998 mit der Ausgründung der Caremedicom als IT-Dienstleister. Nach fünf Jahren ist das Spin-off so weit, um sein Wissen und die Praxiserfahrungen an externe Kunden außerhalb des Unternehmensverbundes, sprich an Trägergesellschaften anderer Krankenhäuser außerhalb der Region, zu vermarkten.

Sind damit die Einrichtungen des St.-Marien-Krankenhauses auf dem Weg zum Profitcenter? »Nein«, meint Hans Petruck, Leiter der Caremedicom, dass erlaube der gesetzliche Auftrag als Akutkrankenhaus nicht. Und sei auch nicht im Sinne des »operativen Unternehmenszieles«: der Gesundheit. Wohl aber zwinge der finanzielle Druck als Folge der Probleme im deutschen Gesundheitssystem, Aufgaben und Struktur der Krankenhausarbeit zu überdenken und zu verbessern. »Kosten- und Leistungstransparenz sind die Stichworte«, so Petruck. Die Strukturen sind vorhanden: Seit bereits 15 Jahren firmiert das 1861 in Betrieb genommene Krankenhaus als gemeinnützige GmbH, 1996 erfolgte die Gründung der 100-prozentigen Tochter GSS Gesundheits-Service Siegen gGmbH. Während sich das St.-Marien-Krankenhaus auf die klassischen Kernaufgaben konzentriert, betreibt die GSS zusätzliche Geschäftsfelder wie die ambulante Rehabilitation und die vier Wohn- und Pflegeeinrichtungen und eben das Geschäftsfeld Caremedicom (CMC). Hauptkunde der elfköpfigen CMC-IT-Mannschaft ist natürlich das Siegener Krankenhaus mit seinen beiden organisatorischen Standbeinen und ihren neun Einrichtungen in NRW und Rheinland-Pfalz selbst. Immerhin beinah 10 % der Aufträge erhält das IT-Start-Up mittlerweile von Externen: etwa vom Gesundheitszentrum Dillkliniken oder von der Klinikum Wetzlar oder dem Kölner Eduardus-Krankenhaus, sagt Petruck.

Und die Nachfrage nach den Siegener IT-Dienstleistungen steige. Dabei ist das Auslagern bzw. – neudeutsch – Outsourcen des Leistungsmanagements auf IT-Basis keine Folge des Sparzwangs, sondern Chance auf zusätzliche Umsätze. Vollkostenrechnung, Qualitätsmanagement und Controlling müssen noch stärker mit dem medizinischen Controlling verzahnt werden. Krankenhäuser und Kliniken werden sich künftig regional und weit darüber hinaus vernetzen, rationalisieren, Leistungen bündeln. Der Datenfluss dabei muss transparent, störungsfrei und effizient sein. »Und das ist unsere Arbeit«, so Petruck.

Rund 200 Gigabyte Daten verwaltet CMC. Patientendaten, digitale Röntgenbilder, Logistikdaten und, und, und. Zugekaufte Software und permanente Investitionen halten das Siegener Unternehmen technisch gesehen auf dem Laufenden: Allein 125000 e jährlich werden für neue PCs aufgebracht, alle zwei Jahre 250000 e in die Aufrüstung des Großrechners gesteckt, die Server nicht mitgerechnet. Gerade in sensiblen Bereichen muss die IT funktionieren. Datenschutz muss gewährleistet, Anwendungen müssen hochverfügbar sein, wie die Fachleute dies nennen, zu 99,99% im Jahr. Anwendungen dürfen nicht ausfallen, Petruck bringt es auf den Punkt: »Ein OP-Rechner darf einfach nicht crashen!«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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