„Carlsburg“ sucht neuen Besitzer

 Die Carlsburg auf der Friedrichshütte bei Bad Laasphe soll für 680 000 Euro verkauft werden. Das niedrige Zinsniveau ist ein wichtiger Faktor für die Zukunft solcher Immobilien. Allerdings greift auch die demografische Entwicklung. Fotos: Holger Weber   Freiherr Carl von Wittgenstein ließ die herrschaftliche Residenz im Jahre 1854 erbauen. 22 Zimmer hat das Haus, dazu gibt es ein 12 140 Quadratmeter Grundstück.
  • Die Carlsburg auf der Friedrichshütte bei Bad Laasphe soll für 680 000 Euro verkauft werden. Das niedrige Zinsniveau ist ein wichtiger Faktor für die Zukunft solcher Immobilien. Allerdings greift auch die demografische Entwicklung. Fotos: Holger Weber Freiherr Carl von Wittgenstein ließ die herrschaftliche Residenz im Jahre 1854 erbauen. 22 Zimmer hat das Haus, dazu gibt es ein 12 140 Quadratmeter Grundstück.
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howe t Der Niedrigzins macht es möglich: Ob das hochherrschaftliche Anwesen mit der großen Parkanlage auf der Friedrichshütte bei Bad Laasphe einen neuen Besitzer findet? Hat das wunderschöne Haus eine Zukunft? Jedenfalls unternimmt ein Unternehmer aus dem Ruhrgebiet aktuell einen Versuch bei „Ebay Kleinanzeigen“, das historische Anwesen für einen Kaufpreis von 680 000 Euro zu veräußern.

Sage und schreibe 630 Quadratmeter Wohnfläche und 22 Zimmer stehen zur Verfügung, außerdem ein 60 Quadratmeter großer Festsaal, drei Wohneinheiten mit separatem Eingang – eine schlossähnliche Traum-Villa vom Feinsten. Anno 1854 wurde die so genannte „Carlsburg“ von ihrem Namensgeber, dem Freiherrn Carl von Wittgenstein, ein Nachkomme des Laaspher Fürsten Friedrich zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, erbaut. Und das auch noch auf historischem Grund. Denn Freiherr Carl von Wittgenstein baute seine Residenz auf einer alten Rittersschänke. Baumeister Grube erschuf das „Werk“ in neun Jahren Bauzeit.

Damit erhielten nicht nur die Wittgensteiner Barone ihren Wohnsitz, sondern das Gebäude war auch Dreh- und Angelpunkt für die Friedrichshütte – einst ein florierender Industriebetrieb in Form einer Eisenschmelzhütte aus dem 17. Jahrhundert. Das herrschaftliche Haus spiegelt das gesellschaftliche Leben der Biedermeier-Zeit wider. Erker und Stallungen für Pferde, ein 12 140 Quadratmeter großes Außenareal, dazu Weinkeller, Fachwerk-Wintergarten, Kaminzimmer mit offenem Kamin oder Garage mit funkgesteuertem Tor werden angepriesen. Das Gebäude, das durch seinen klassizistisch-romanischen Baustil besticht, ist seit 1986 in die Denkmalliste der Stadt Bad Laasphe eingetragen. Ein Sachverständigengutachten bescheinigt dem Objekt einen Zeitwert von 1,13 Mill. Euro. Fehlt jetzt nur noch der Käufer. Der hätte es bei den aktuell niedrigen Zinsen relativ leicht, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen.

Das Immobiliengeschäft ist ein Zukunftsmarkt – allerdings auch mit Risiken. Zuletzt zeigten sich Volksbank und Sparkasse Wittgenstein mit ihren Jahresergebnissen höchst zufrieden. Allein die Sparkasse Wittgenstein vermittelte 38 Prozent mehr Immobilien, der Verkaufswert beträgt rund 5,4 Mill. Euro. Die Effekte für die Zukunft sind positiv: „Das starke Immobiliengeschäft beflügelt das Kreditwachstum“, berichtete Sparkassen-Vorstand Axel Theuer. Die Sparkasse zahlte in 2015 insgesamt 124,9 Mill. Euro an Krediten aus. Allein im Wohnungsbau- und Modernisierungsbereich wurden mit 64,2 Mill. Euro circa 17,7 Mill. Euro mehr Kredite vergeben als im Vorjahr. Die wiederum kurbeln das Handwerk und somit die Wirtschaft an.

Allerdings, und das ist der demografischen Entwicklung geschuldet, gehen diese positiven Effekte der Immobilienwirtschaft auch mit nicht ganz so erfreulichen einher. Eine neue Studie der NordLB-Tochter Deutsche Hypo verrät, dass Eigenheime in den kommenden Jahrzehnten deutliche Wertverluste erleiden, „weil die für die Nachfrage relevante Bevölkerungsgruppe der 30- bis 45-Jährigen deutlich zurückgeht“, sagt Günter Vornholz, Leiter Immobilienresearch bei der Deutschen Hypo. Insgesamt soll die Zahl der Einwohner in Deutschland nach der Prognose von Statistikern von rund 82,1 Mill. Menschen bis 2050 auf rund 66,9 Mill. Menschen zurückgehen. Noch düsterer soll es bei der Entwicklung der Landbevölkerung sein. Und wenn das Angebot von Immobilien dann irgendwann weitaus höher ist als die Nachfrage, sinken natürlich die Preise erheblich.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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