CDU: Abhilfe für Mief im Littfetal

Woher kommt der Mief in Krombach? Das ist immer noch nicht geklärt. Foto: nja

js - Nichtöffentlich wollte die Kreuztaler Stadtverwaltung jetzt im Rat auf einen Antrag der CDU-Fraktion antworten, bei dem es um die immer wieder auftretende Geruchsbelästigung im Littfetal ging – die SZ berichtete zuletzt im September über das Thema. „Es riecht öffentlich“, meinte Fraktionsvorsitzender Arne Siebel. Deshalb solle auch öffentlich darüber gesprochen werden. Bürgermeister Walter Kiß war einverstanden, warnte nur davor, Namen von möglichen Verursachern zu nennen, ohne dass „Meinungen durch Fakten hinterlegt werden“ könnten.

„In den vergangenen Wochen musste leider erneut im Littfetal sowie im Bereich der Kläranlagen und weiteren Teilen des Stadtgebiets eine starke Geruchsbelästigung festgestellt werden“, heißt es im Antrag der Union. Betroffene Bürger und Vertreter der Politik „machen seit Jahren auf diesen Missstand aufmerksam und sind zu Recht beunruhigt“. Die bisherige Informationspolitik der Behörden lasse „Rückschlüsse auf eine gewisse Ratlosigkeit“ zu oder lasse „eine gewollte Zurückhaltung von Erkenntnissen vermuten“. Die betroffene Bevölkerung klage durchweg über Übelkeit und über Reizungen der Atemwege, und das immer in zeitlichem Zusammenhang mit Auftreten der Gerüche.

Die CDU-Fraktion beantragte daher eine Untersuchung der Situation bei den zuständigen Behörden mit dem Ziel, „den oder die Verursacher der Geruchsbelästigung festzustellen und alle Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt zu untersuchen“. Es müsse dauerhafte Abhilfe geschaffen werden.

Im Jahr 2014 seien insgesamt zehn Meldungen bei der Stadt Kreuztal eingegangen, neun davon zwischen 7 und 10 Uhr morgens, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. In neun von zehn Fällen sei über einen „beißenden chemischen Geruch“ geklagt worden, der je nach Windrichtung in Krombach und Littfeld, aber auch in Stendenbach und Eichen wahrgenommen worden sei. „Alle Meldungen wurden unverzüglich sowohl an den Kreis Siegen-Wittgenstein als auch an die Bezirksregierung Arnsberg weitergeleitet, da die Melder den Verursacher nicht eindeutig benennen konnten. „Teilweise befürchteten die Beschwerdeführer eine gesundheitsschädliche Beeinträchtigung.“

Im Jahr 2015 seien bislang 16 Meldungen eingegangen – in allen Fällen sei chemischer Geruch in Krombach, Eichen und Stendenbach vermeldet worden; meistens früh morgen oder am späten Abend, teilweise an mehreren Tagen in Folge. „In einem Fall kam es sogar zu einem nächtlichen Polizeieinsatz.“

Der Stadt Kreuztal lägen wenige Rückmeldungen der zuständigen Behörden vor, heißt es weiter. „2014 wurden in zwei Fällen verschiedene Verursacher in Eichen und Krombach festgestellt.“ Untersuchungsergebnisse und Informationen über eingeleitete Verfahren lägen nicht vor. „In den meisten Fällen waren Verursacher nicht eindeutig zu ermitteln.“ Erst am Tag der Ratssitzung – vergangenen Donnerstag also – sei der Stadt mitgeteilt worden, dass die Untere Immissionsschutzbehörde in Kürze die Firmen in ihrem Zuständigkeitsbereich aufsuchen werde, die möglicherweise für die Geruchsbelästigungen in Frage kämen. „Gleichzeitig wurde ein Behördengespräch zwischen Stadt Kreuztal, Kreis Siegen-Wittgenstein und Bezirksregierung Arnsberg vorgeschlagen.“

Die Verwaltung nehme die Beschwerden der Bürger entgegen, versprach Bürgermeister Kiß. „Wir bekommen den ersten Ärger ab.“ Der verpuffe auch nicht, sondern werde weitergeleitet: „Wir schalten von uns aus die zuständigen Behörden ein.“ Bislang sei das Ergebnis in der Tat unbefriedigend. Wünschenswert wäre es, eine Art „Frühwarnsystem“ einzurichten. In der Einwohnerfragestunde beschrieb ein Krombacher Bürger das Problem so: Es handele sich um einen plötzlich auftretenden Gestank – „wie faule Eier“–, der wie eine Wolke durch das Tal ziehe und nach 20 Minuten wieder verschwinde.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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