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Corona-Patienten in Hilchenbach
Celenus-Klinik entlastet Siegener Häuser

Für akut an Corona erkrankte Menschen hat die Celenus-Klinik zwölf Betten freigemacht. Außerdem betreuen die Ärzte, Pfleger und Therapeuten genesene Covid-Patienten bei ihrer Rehabilitation nach schweren Verläufen.
  • Für akut an Corona erkrankte Menschen hat die Celenus-Klinik zwölf Betten freigemacht. Außerdem betreuen die Ärzte, Pfleger und Therapeuten genesene Covid-Patienten bei ihrer Rehabilitation nach schweren Verläufen.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

ihm Siegen/Hilchenbach. Die Anerkennung der Reha-Klinik in Hilchenbach als Akutkrankenhaus im vergangenen Jahr hat sich als richtiger und wichtiger Schritt erwiesen. Die Celenus-Klinik an der Ferndorfstraße nämlich wird gebraucht – für die Aufnahme von Corona-Patienten. Immer wieder fährt der Rettungswagen vor und bringt Kranke, die wegen der Covid-Infektion in die Klinik müssen. Chefarzt Dr. Andreas Sackmann berichtete der SZ, dass man eine eigene Covid-Station mit zwölf Betten eingerichtet habe – de facto als Isolierstation. Derzeit liegen dort vier Patienten, einer ist auf der Intensivstation.

„Wir haben hier allerdings keine Beatmungsplätze.

ihm Siegen/Hilchenbach. Die Anerkennung der Reha-Klinik in Hilchenbach als Akutkrankenhaus im vergangenen Jahr hat sich als richtiger und wichtiger Schritt erwiesen. Die Celenus-Klinik an der Ferndorfstraße nämlich wird gebraucht – für die Aufnahme von Corona-Patienten. Immer wieder fährt der Rettungswagen vor und bringt Kranke, die wegen der Covid-Infektion in die Klinik müssen. Chefarzt Dr. Andreas Sackmann berichtete der SZ, dass man eine eigene Covid-Station mit zwölf Betten eingerichtet habe – de facto als Isolierstation. Derzeit liegen dort vier Patienten, einer ist auf der Intensivstation.

„Wir haben hier allerdings keine Beatmungsplätze. Wenn sich der Zustand eines Patienten verschlechtert und die Gefahr besteht, dass er beatmet werden muss, dann müssen wir ihn zurückverlegen nach Siegen.“ Das klappe gut, man spreche sich kollegial ab.
In Hilchenbach also werden die leichteren Fälle behandelt, um die Stationen in den Siegener Krankenhäusern zu entlasten. 1072 Infizierte meldete das Gesundheitsamt gestern im Kreis. Die Lage in den einzelnen Häusern:

  • Kreisklinikum: 27 Covid-Patienten, davon zwölf auf der Intensivstation, davon wiederum zehn beatmet. Die Intensivauslastung ist sehr hoch, es sind noch zwei Beatmungsplätze frei. Das Kreisklinikum ist erste Anlaufstelle für Corona-Patienten.
  • Diakonie-Klinikum: 48 Corona-positive Patienten, davon drei auf der Intensivstation, kein beatmeter Patient. Das Diakonie-Klinikum hat die positiv getesteten Patienten angegeben. Vermutlich werden nicht alle wegen Corona stationär behandelt, sondern sie sind teilweise wegen anderer Erkrankungen in der Klinik.
  • St.-Marien-Krankenhaus: 13 Covid-Patienten, drei auf der Intensivstation, zwei werden beatmet. Der Covid-Intensivbereich ist auf fünf Patienten ausgelegt, damit sind noch zwei Intensivbetten frei. Die Klinik betrachtet die Lage als angespannt, da die Notwendigkeit einer Intensivbehandlung sich immer zeitversetzt zum Ansteigen der Infektionszahlen entwickele. Dr. Christian Stoffers als Sprecher appellierte an die Bevölkerung, sich über Ostern besonders verantwortungsvoll zu verhalten: „Jeder Patient, der nicht auf die Intensivstation muss, ist die Anstrengung wert. Denn die Patienten sind oft gezeichnet fürs Leben.“
  • DRK-Kinderklinik: Zwei Covid-Patienten, einer auf Intensiv, nicht mehr beatmet. Zwei bis sechs Intensivbetten, die gleichzeitig auch Beatmungsplätze sind, hat die Kinderklinik noch frei. Die Zahl variiert je nach dem Alter der Patienten.

Nach einer überstandenen Corona-Erkrankung geht das Leben oft nicht einfach weiter wie zuvor. Bei schweren Verläufen ist eine Reha unumgänglich. Die Celenus-Klinik im Hilchenbach ist auch dafür gerüstet. Derzeit werden rund 20 ehemalige Covid-Patienten hier betreut. Nach der Beatmung, so Dr. Sackmann, entwickelten viele eine „Critical-Illness-Polyneuropathie“ (CIP). Das ist eine neurologische Erkrankung, die häufig nach intensivmedizinischer Behandlung auftritt. Oft haben die Patienten zum Beispiel Lähmungen.

Die Rehabilitation „klappt ganz gut“, berichtet der Chefarzt über die oft älteren Patienten, aber es dauere eben recht lange. Die meisten würden wieder fit, „aber manche behalten einige Begleiterscheinungen ihr Leben lang“. Was die akut Corona-Kranken angeht, hat die Klinik in Hilchenbach noch Betten frei. „Und wir könnten noch zusätzlich Platz schaffen für Covid-Patienten, wenn es erforderlich würde“, versichert Andreas Sackmann. Die „normalen“ Reha-Betten füllten sich zwar langsam wieder nach dem Corona-Ausbruch vor einigen Wochen, aber es kämen insgesamt deutlich weniger Patienten über die Rentenversicherung.

Wird Kredenbach reaktiviert?

Eine gerade im nördlichen Siegerland immer wieder gestellte Frage: Wird das Kredenbacher Krankenhaus angesichts der steigenden Zahlen doch noch reaktiviert? Eine Antwort darauf gibt es derzeit nicht. Das Krankenhaus war im vergangenen Frühjahr zwar wieder als Ausweichmöglichkeit für Patienten hergerichtet worden, um die Krankenhäuser in Siegen zu entlasten. An die Aufnahme von Covid-Patienten war in Kredenbach zunächst nicht gedacht worden. Die Rolle des Kredenbacher Hauses aber hat dann die Celenus-Klinik übernommen. Der große Vorteil: Hier ist das Personal bereits vorhanden. Kredenbach wurde wieder an die Diakonie „zurückgegeben“.

Für ganz NRW hat Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am vergangenen Freitag die Lage beschrieben: In den Krankenhäusern des Landes liegen 2536 Corona-Patienten, davon 649 auf der Intensivstation. 440 werden beatmet. Die freien Kapazitäten: 834 Intensivbetten und 558 Beatmungsplätze.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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