»Chamäleons« haben wieder Stress

Sportfr. Siegen starten im Saarland ins Regionalliga-Jahr 2003

Nauroth als »Joker« auf der Bank / Ingo Peter: »Neunkirchener sind keine Komikertruppe«

rege Siegen. Endlich ist die »Eiszeit« vorbei, endlich geht’s wieder um Punkte. Das werden mit Sicherheit nicht nur die Spieler der Sportfr. Siegen, sondern auch die Fans des heimischen Fußball-Regionalligisten sagen. Nach fast dreimonatiger Winterpause, in der die »Sportfreunde« per Flugzeug und Bus tausende von Kilometern zurückgelegt haben, um einigermaßen vernünftig trainieren zu können, ist am Sonntag ab 15 Uhr wieder »Schluss mit lustig«. Beim saarländischen Traditionsverein Borussia Neunkirchen wollen die Siegerländer im Kampf um den Klassenerhalt die ersten drei Punkte einfahren, denn Punkte brauchen die Siegener nach dem Punktverlust am »Grünen Tisch« und dem Abrutschen auf den 12. Tabellenplatz (SZ berichtete) dringender denn je zuvor in dieser Saison.

Siegens Trainer Ingo Peter wurmt der Abzug der drei Punkte aus dem Spiel bei den Amateuren von Bayern München zwar, doch Resignation macht sich bei dem Coach deshalb nicht breit. »Natürlich habe ich erst einmal mit Schrecken reagiert, als ich von dem Protest gehört habe, aber ich habe es mir abgewöhnt, mich über Dinge zu ändern, die ich eh nicht ändern kann. Wir hatten vorher schon einen harten Alltag, und der ist durch das Urteil geblieben. Für die Mannschaft ist das natürlich jetzt eine noch größere Stresssituation, aber beim Westfalen-Pokal-Spiel in Dortmund, bei dem es um alles ging, sind die Spieler mit dem Stress auch fertig geworden«, ist Ingo Peter durchaus guter Dinge.

Ein Lob für die Flexibilität der Spieler

Die Vorbereitung auf die restlichen 15 Partien der Saison 2002/03 verlief zwar nicht so, wie die »Sportfreunde« es sich eigentlich vorgestellt hatten, aber dank der hervorragenden Improvisationskünste der Regionalliga-Crew bestand das Trainingsprogramm dann doch nicht nur aus Schlittschuhlaufen und Schneeballschlachten. »Wir waren anpassungsfähig wie Chamäleons und haben aus dem, was uns das Siegerland geboten hat, das Beste gemacht, um vernünftig zu trainieren. Die Spieler waren sehr flexibel und haben hervorragend mitgezogen, und das ist sicher nicht selbstverständlich«, zollte Ingo Peter seinen Kickern ein Lob.

Dass die Arbeit der »Fußball-Nomaden« durchaus gelohnt hat, zeigte sich bereits beim Westfalen-Pokal-Sieg bei den Amateuren von Borussia Dortmund, als sich die Siegerländer in einer guten Verfassung präsentierten. Deshalb gibt es für den »Sportfreunde«-Coach auch keinen Anlass, personelle Änderungen gegenüber dem Pokal-Spiel vorzunehmen. Für den verletzten John van Buskirk dürfte – wie bereits am Mittwoch beim Testspiel in Bonn – Romas Cirba an der Seite von Til Bettenstaedt stürmen. Zwischen den Pfosten wird erneut Michael Balaz stehen. Rekonvaleszent Andreas Koch soll in der Oberliga erst noch etwas Spielpraxis sammeln. Andreas Nauroth, der sich in Mallorca einen Jochbeinbruch zugezogen hatte, wird hingegen mit nach Neunkirchen reisen. »Nauroth ist als Joker optimal. Er ist durch seinen schnellen Sprints brandgefährlich und für jede Abwehr ein Angstfaktor«, freut Ingo Peter sich über das überraschend schnelle Comeback des Malbergers.

Borussia ohne ihren Torjäger Flausse

Froh ist der Coach auch darüber, dass die Borussen, die mit gerade einmal zehn Punkten abgeschlagen das Tabellenende der Regionalliga Süd zieren, am vergangenen Wochenende mit dem 1:1 beim Tabellendritten 1. FC Saarbrücken einen Achtungserfolg schafften. »Das war optimal für uns, denn spätestens jetzt weiß jeder, dass die Neunkirchener keine Komikertruppe sind. Wir sind gut beraten, den Gegner sehr ernst zu nehmen. Die Borussia hat nichts mehr zu verlieren, und gerade das macht sie so locker und gefährlich. Zudem haben sie mit Andreas Golombek und Dirk Fengler als Trainergespann zwei alte Haudegen, die trotz des drohenden Insolvenzverfahrens noch einmal richtig Feuer in das Team bekommen«, warnt Ingo Peter. Den Punktgewinn beim »großen Nachbarn« musste der ehemalige Bundesligist aber teuer bezahlen, denn Torjäger Ralph Flausse zog sich in der 32. Minute einen Riss der Achillesehne zu. Flausse, der in dieser Saison bisher sechsmal einnetzte und damit mehr als ein Drittel aller Borussen-Tore erzielte, wird wohl bis zum Saisonende ausfallen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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