SZ

Große Probleme zum Start (mit Kommentar)
Chaos bei Impftermin-Vergabe

Viele Senioren in Siegen-Wittgenstein haben am Montag versucht, telefonisch oder über das Internet einen Termin für die Corona-Impfung zu vereinbaren. Wie viele andere ist auch die 91-jährige Lieselotte Ippach aus der Dreisbach leer ausgegangen.
  • Viele Senioren in Siegen-Wittgenstein haben am Montag versucht, telefonisch oder über das Internet einen Termin für die Corona-Impfung zu vereinbaren. Wie viele andere ist auch die 91-jährige Lieselotte Ippach aus der Dreisbach leer ausgegangen.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

juka Siegen/Olpe. Mit großen Problemen ist am Montagmorgen die Terminvergabe für die Corona-Schutzimpfung in den rund 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen gestartet. Menschen über 80 Jahre konnten sich seit 8 Uhr einen Termin für die beiden Impfungen sichern. Eigentlich. Denn recht schnell ging nichts mehr. Neben der Telefon-Hotline, die, wie schon befürchtet, fast von Beginn an komplett ausgelastet war, gab auch die Online-Plattform nach gut zwei Stunden bereits auf und vermeldete „Zurzeit sind alle Termine ausgebucht. Wir arbeiten daran, Ihnen bald neue Termine anbieten zu können.“ Für viele Senioren, die auf den 25. Januar hingefiebert haben, ein kleiner Schock.

juka Siegen/Olpe. Mit großen Problemen ist am Montagmorgen die Terminvergabe für die Corona-Schutzimpfung in den rund 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen gestartet. Menschen über 80 Jahre konnten sich seit 8 Uhr einen Termin für die beiden Impfungen sichern. Eigentlich. Denn recht schnell ging nichts mehr. Neben der Telefon-Hotline, die, wie schon befürchtet, fast von Beginn an komplett ausgelastet war, gab auch die Online-Plattform nach gut zwei Stunden bereits auf und vermeldete „Zurzeit sind alle Termine ausgebucht. Wir arbeiten daran, Ihnen bald neue Termine anbieten zu können.“ Für viele Senioren, die auf den 25. Januar hingefiebert haben, ein kleiner Schock. Zumal es keine Auskunft darüber gab, wann wieder Termine verfügbar sein werden oder ob es sich nur um einen technischen Fehler aufgrund einer Überlastung handelt.

Auch Hildegard Liedtkes Versuche an einen Termin zu kommen endeten vorerst mit dieser Mitteilung. „Für mich war sofort klar, dass ich mich impfen lassen möchte“, erklärt die Seniorin. „Dass es aber schon bei der Anmeldung so große Probleme nach so kurzer Zeit gibt, das hätte ich nicht gedacht.“ 11 Uhr ist es, als Hildegard Liedtke den ersten Versuch online unternimmt. Also gut drei Stunden nach dem Start der Vergabe. Auch telefonisch ist nichts zu machen. Zu Beginn erklärt noch eine Stimme, dass der Anruf nicht entgegengenommen werden kann, wenig später fehlt sogar das. „Das ist schon ein bisschen peinlich“, findet Hildegard Liedtke und beendet ihre Versuche nach gut einer Stunde erfolgloser Anrufe und Klicks erst einmal.

Impf-Termine zum späteren Zeitpunkt buchen

Von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe gibt es derweil um 11.51 Uhr das erste Mal eine Wasserstandsmeldung. Die Hotline und die Homepage seien überlastet, heißt es. „Alle, die die Möglichkeit, haben, einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt zu buchen, sollten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen“, appelliert die KVWL. Wann es weitergeht, kann aber niemand sagen. Auf SZ-Anfrage bestätigt eine Sprecherin immerhin, dass es sich bei dem Hinweis auf der Homepage um einen technischen Fehler aufgrund des Andrangs handele, es aber weiterhin Termine gäbe. Am Nachmittag wird dies auch auf der Homepage aktualisiert. „Die Onlinebuchung von Terminen ist derzeit nicht möglich. Wir arbeiten daran, dass Ihnen diese Möglichkeit schnellstmöglich wieder zur Verfügung steht“ ist dann zu lesen und sorgt für etwas Aufklärung.

Derweil versuchte die KVWL die Menschen zu beruhigen, die in großer Zahl bei der Zentrale in Dortmund und beim Gesundheitsministerium anriefen und sich nach dem weiteren Vorgehen erkundigten. „Niemand muss sich Sorgen um seine Impfung beziehungsweise seinen Termin machen. Es ist ausreichend Zeit und Vorlauf für die Terminvergabe“, betont Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, in einer Mitteilung. „Jeder Impfwillige wird drankommen und muss nicht befürchten, zu spät zu kommen“, so Bergmann. Senioren wie Hildegard Liedtke sollten noch etwas Geduld haben und es wenn nötig am Dienstag nochmal probieren, erklärt das Gesundheitsministerium auf SZ-Nachfrage.

Impfstraßen richten sich nach Impfstoff-Menge

Darüber hinaus wurde am Montag bekannt, dass die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen zu Beginn nur zwischen 14 und 20 Uhr in Betrieb genommen werden. Entsprechende Informationen bestätigte eine Sprecherin der KVWL. Schon länger war bekannt, dass zu Anfang noch nicht alle Impfstraßen bedient werden. „Wann die Öffnungszeiten ausgedehnt und mehr Straßen in Betrieb genommen werden, hängt einfach davon ab, wieviel Impfstoff zur Verfügung steht“, klärt die Sprecherin auf. Wann das der Fall sein werde, sei noch nicht absehbar.

Ein katastrophaler Start Der Start der Terminvergabe für die Corona-Schutzimpfung in den Impfzentren in Nordrhein-Westfalen ist gründlich in die Hose gegangen. Auch wenn es naiv und realitätsfern wäre, am ersten Tag einen reibungslosen Ablauf zu erwarten, lässt sich das in der Deutlichkeit so sagen. Denn für viele Betroffene über 80-Jährige war der 25. Januar mit einer Portion Hoffnung verbunden. Der nächste Schritt zur lang ersehnten Impfung. Allein der Gedanke daran, endlich einen konkreten Termin in den Händen zu halten, hatte in den vergangenen Wochen Mut gemacht. Doch die vielen Probleme haben nun nochmal Vertrauen gekostet, die schon arg strapazierte Geduld wird noch einmal auf eine harte Probe gestellt. Zumal viele Senioren dem Rat des Kreises und des Ministeriums gefolgt waren und Angehörige zur Hilfe dazugeholt hatten, am Ende aber dennoch ohne Termin da stehen. Dass die KVWL im Vorfeld angekündigt hatte, dass es zu Anlaufschwierigkeiten kommen kann. Völlig in Ordnung. Dass sich die Befürchtung, dass die Hotline am Anfang überlastet sein würde, tatsächlich so eintrat. Geschenkt. Dass das Ministerium daher bat, vorrangig die Online-Anmeldung zu nutzen. Nachvollziehbar. Aber dass dann nach knapp zwei Stunden auch über die Homepage nichts mehr ging und den Senioren der Hinweis gegeben wurde, es seien keine Termine mehr verfügbar, ohne Vermerk, wann dies wieder möglich sei, ist schon deutlich diskutabler und nur schwierig zu verkaufen. Und dann haben wir überhaupt noch nicht darüber gesprochen, dass für die Online-Anmeldung eine E-Mail-Adresse und eine Handynummer für die SMS-Verifizierung, ein Ausdruck, der auch nicht groß weiter erläutert wird, gebraucht werden. Eine für viele Senioren nicht unerhebliche Hürde. Aber so weit sind die meisten Betroffenen ja überhaupt nicht gekommen...
Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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