Baustellen in NRW
Computer soll beim Planen helfen

Die Talbrücke Rälsbach ist einseitig schon länger Geschichte. Bei dieser Baustelle, aber auch bei zahlreichen anderen Vorhaben in Nordrhein-Westfalen geht der Landesbetrieb Straßen neue Wege.  Archivfoto: dima
  • Die Talbrücke Rälsbach ist einseitig schon länger Geschichte. Bei dieser Baustelle, aber auch bei zahlreichen anderen Vorhaben in Nordrhein-Westfalen geht der Landesbetrieb Straßen neue Wege. Archivfoto: dima
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sz/jak Siegen/Recklinghausen. Schneller bauen, besser koordinieren und so die Verkehrsteilnehmer weniger belasten – mit diesem Ziel geht der Landesbetrieb Straßen NRW die notwendige Sanierung und den Ausbau der Straßen-Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen an.

Baustellen in NRW sollen besser koordiniert werden

Und gerade bei der Koordination spielt den Planern die Digitalisierung in die Karten. In der von Straßen NRW aufgebauten Datenbank „TIC Kommunal“ werden Baustellen verkehrsträgerübergreifend erfasst, die für den Verkehr relevant sind. Wer dort seine Maßnahme einträgt, wird automatisch auf mögliche Konflikte mit anderen Maßnahmen hingewiesen. Ein System, das umso besser funktioniert, desto mehr Kommunen sich beteiligen „66 Prozent aller Kreise und kreisfreien Städte sind inzwischen dabei“, so Dr. Jan Lohoff, Leiter der Abteilung Verkehrssteuerung und der Stabsstelle Baustellenkoordination in der Straßen-NRW-Verkehrszentrale. Das System war am Dienstag eines der Hauptthemen im Rahmen einer zentralen Baustellenkonferenz in Recklinghausen, bei der Vertreter von Kommunen, Wirtschaft und Verbänden zusammenkamen.

Die Überlegung hinter „TIC Kommunal“: Alle Informationen über Baustellen auf Straßen und Schienenstrecken werden in einer Datenbank gesammelt. Den teilnehmenden Kommunen und Kreisen wie auch der Bahn wird dieses Koordinierungswerkzeug kostenlos zur Verfügung gestellt. Doch nicht nur die Infrastruktur-Planer profitieren von der Datenbank.

Die im System erfassten Baustellen werden gemeinsam mit den Maßnahmen des Landesbetriebes über den Mobilitätsdatenmarktplatz (MDM) des Bundes veröffentlicht. Und so stehen sie auch Anbietern von Navigationssystemen zur Verfügung. „Bei einem unvorhersehbaren Stau auf der Autobahn kann so vermieden werden, dass der Verkehr auf eine Strecke mit einer Baustelle umgeleitet wird“, erklärt Lohoff.

Und Baustellen gibt es in NRW genügend. Gut 130 Großbaustellen stehen in den kommenden zwei Jahren auf den Autobahnen im bevölkerungsreichsten Bundesland an – unter anderem zahlreiche Maßnahmen, um auf der Sauerlandlinie künftig einen sechsspurigen Verkehr zu gewährleisten.

Baustellen in NRW: Möglichst wenig Fahrspuren sperren

Straßen-NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek verdeutlichte, dass die Digitalisierung aber auch nicht das Allheilmittel sei. Dass nach Möglichkeit alle Fahrspuren – wenn auch verengt – beibehalten werden, stelle Planer wie Verkehrsmanager vor große Herausforderungen. Die Straßen-NRW-Baustellen längerer Dauer würden darüber hinaus mittlerweile, wenn sie über mehrere Monate gehen, zu einem Drittel am Wochenende abgewickelt.

Ein Element eines bereits seit 2018 laufenden Acht-Punkte-Plans ist eine Steigerung des Anteils der Baustellen, auf denen rund um die Uhr gearbeitet wird. Hier wuchs der Anteil zwischenzeitlich von vier (2018) auf 20 Baumaßnahmen im Jahr 2019.

A45: Brücke soll komplett verschoben werden

Nicht zuletzt setzen die Planer auch auf verschiedene innovative Verfahren. So wird derzeit an der A45 ein in Deutschland einzigartiges Verfahren vorbereitet, bei dem eine komplette Brücke samt Pfeiler an ihren endgültigen Platz verschoben wird. Aufhorchen ließ das Zitat in einer Unterlage der Konferenz bezüglich der Brückenbaumaßnahmen zwischen den Anschlussstellen Siegen-Süd und Wilnsdorf: „Durch die zeitgleiche Umsetzung des aktiven Lärmschutzes wird die Akzeptanz des Projektes in der Bevölkerung gesteigert.“ Auf SZ-Nachfrage zerstörte Straßen-NRW-Sprecher Karl-Josef Fischer aber alle Hoffnungen der Obersdorfer Bürger auf ein plötzliches Einlenken der Behörden beim Thema Lärmschutz: „Hier gibt es keinen neuen Sachstand.“

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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