Container für Flüchtlinge?

 Noch gibt es solche Bilder im AK-Land nicht – aber der Kreis hat begonnen, über Container für Flüchtlinge nachzudenken. Im Bild: ein Wohncontainer für Flüchtlinge in der Gemeinde Wenden. Symbolfoto: SZ-Archiv
  • Noch gibt es solche Bilder im AK-Land nicht – aber der Kreis hat begonnen, über Container für Flüchtlinge nachzudenken. Im Bild: ein Wohncontainer für Flüchtlinge in der Gemeinde Wenden. Symbolfoto: SZ-Archiv
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damo - Es gibt in diesen Tagen Wichtigeres zu tun, als die eigene Homepage zu pflegen: Auch wenn ihre Internetpräsenz es behauptet, ist die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Trier nicht mehr die einzige im Land – was kein Wunder ist, denn sie hat nur 700 Plätze. Täglich aber kommen 200 Menschen auf der Suche nach Asyl in Rheinland-Pfalz an, und so ist längst ein Pendant zu der Trierer Einrichtung in Ingelheim eröffnet worden. Und obwohl an beiden Orten bereits Zelte aufgestellt worden sind, musste auf dem Flugplatz in Bitburg noch eine Außenstelle eingerichtet werden.

Natürlich hat die stetig wachsende Zahl von Flüchtlingen auch auf der Ebene der Kommunen ihre Auswirkungen – und so hat die Kreisverwaltung mit der Ausarbeitung eines Alternativplans begonnen. Besser: beginnen müssen. Denn niemand im Kreishaus will, womit jetzt angefangen werden musste: über Container-Unterkünfte nachzudenken. Alle Rathäuser haben Post aus der Kreisstadt bekommen, zentrale Frage: Wo in den Verbandsgemeinden könnten Container für Flüchtlinge aufgestellt werden? Die Anforderungen an diese Flächen sind schnell erklärt: Es muss eine Stromversorgung sichergestellt sein, ebenso muss Wasser fließen und Abwasser entsorgt werden können. Denkbar seien zum Beispiel freie Flächen in Gewerbegebieten, hieß es auf Nachfrage der SZ in Altenkirchen.

Aber gleichzeitig stellten Landrat Michael Lieber und der zuständige Referatsleiter Joachim Brenner unmissverständlich klar: Sie wollen diesen Plan B keineswegs. Bislang nämlich ist es gelungen, alle Flüchtlinge in privaten Wohnungen unterzubringen – und dieses Modell soll beibehalten werden, sofern das irgendwie möglich ist. „Das gewährleistet, dass die Menschen mitten in der Gesellschaft leben“, sagt der Landrat – überflüssig hinzuzufügen, dass diese dezentrale Unterbringung die Integration deutlich erleichtert.

Aber: Trotz wiederholter Aufrufe ist der private Wohnraum knapp – viel knapper, als er sein müsste, lässt Lieber durchblicken: „Wir wissen, dass Wohnraum da ist.“ Klar: Der demografische Wandel, der den Kreis seit Jahren beutelt, führt natürlich zu Leerständen. Aber längst nicht jede freie Wohnung wird angeboten. „Wir können nur noch auf Sicht vermitteln“, erklärt Joachim Brenner, „wir leben seit Monaten von dem, was frei wird“.

Eine Sammelunterkunft im großen Stil wird es im Kreis übrigens auf absehbare Zeit nicht geben: Es gibt keine passenden Immobilien. Der Stegskopf, der immer wieder durch die Diskussionen geistert, ist definitiv ungeeignet, und das nicht nur, weil mittlerweile die Infrastruktur gar nicht mehr passt, stellt der Landrat klar: „Das geht einfach nicht, das kann man den Menschen nicht zumuten. Das wäre ja eine echte Ghettobildung.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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