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Gastgewerbe fordert Rettungspaket
Corona-Aktion: Lauter leere Stühle

Wann kommen die Gäste wieder? Die heimischen Gastronomen und Hoteliers platzierten am Freitag Dutzende Sitzmöbel auf den Pflastersteinen des Platzes des Unteren Schlosses in Siegen. Reichlich symbolische Sitzgelegenheiten, die natürlich frei blieben.
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sz/ch Siegen/Bad Berleburg. Heimische Gastronomen und Hoteliers haben am Tag der Arbeit, angelehnt an die DEHOGA-Initiative „Leere Stühle“, die bereits vor kurzem in Dresden für mächtig Aufsehen gesorgt hat, auf ihre prekäre Situation aufmerksam gemacht. Sie platzierten am Vormittag Dutzende Sitzmöbel auf den Pflastersteinen des Platzes des Unteren Schlosses in Siegen. Reichlich Sitzgelegenheiten, die natürlich frei blieben. Die Botschaft hinter der Symbolik: Das Gastgewerbe kritisiert die Reihenfolge der am vergangenen Mittwoch vom Koalitionsausschuss getroffenen Entscheidungen, um der Branche aus der Misere zu helfen, und befürchtet weiterhin auch bei uns Hunderte von Pleiten.

sz/ch Siegen/Bad Berleburg. Heimische Gastronomen und Hoteliers haben am Tag der Arbeit, angelehnt an die DEHOGA-Initiative „Leere Stühle“, die bereits vor kurzem in Dresden für mächtig Aufsehen gesorgt hat, auf ihre prekäre Situation aufmerksam gemacht. Sie platzierten am Vormittag Dutzende Sitzmöbel auf den Pflastersteinen des Platzes des Unteren Schlosses in Siegen. Reichlich Sitzgelegenheiten, die natürlich frei blieben. Die Botschaft hinter der Symbolik: Das Gastgewerbe kritisiert die Reihenfolge der am vergangenen Mittwoch vom Koalitionsausschuss getroffenen Entscheidungen, um der Branche aus der Misere zu helfen, und befürchtet weiterhin auch bei uns Hunderte von Pleiten.

Liquidität, Liquidität, Liquidität

„Als erstes müssen unsere Betriebe die Zeit bis zur Lockerung der Corona-Maßnahmen überstehen. Dafür brauchen sie jetzt Liquidität. Sofort. Wenn wir wieder öffnen dürfen und der Betrieb langsam anläuft, brauchen wir immer noch Liquidität. Zwar hilft dann langsam aber sicher auch der reduzierte Mehrwertsteuersatz. Wer aber großflächig Insolvenzen in Gastronomie und Hotellerie bis dahin verhindern möchte, der muss jetzt mit einem Rettungspaket gegensteuern“, fasste Thomas Kahmer, Vorsitzender des DEHOGA Westfalen im Kreis Siegen-Wittgenstein, am Freitag zusammen.

Reduzierung der Mehrwertsteuer zu spät 

Zur Erinnerung: Die große Koalition in Berlin hatte sich auf einen reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf Speisen, zeitlich befristet, geeinigt und auf eine gestaffelte Erhöhung des Kurzarbeitergeldes von 60 auf 80 Prozent. Ein eigenes Rettungspaket für das Gastgewerbe wurde jedoch nicht vereinbart. Kahmer und seine Kollegen drängen weiter auf das Rettungspaket, selbst wenn Lockerungen eingeführt werden: „Die werden auf unabsehbare Zeit erhöhte Hygiene-Maßnahmen und Mindestabstände bedeuten. Wenn zwischen den Gästen aber zwei Meter Platz sein müssen, Tische nur mit zwei Personen besetzt werden dürfen, kann das in der Praxis bis zu einer Halbierung der Plätze und mehr führen. Zusammen mit verändertem Gästeverhalten und Konsumzurückhaltung wegen Kurzarbeit und erhöhter Arbeitslosigkeit werden die Umsätze perspektivisch sehr niedrig bleiben. Und das wahrscheinlich bis ins nächste Jahr“, vermutet Kahmer.

Kneipen, Diskotheken und Clubs außen vor

Im Übrigen würden die bisher getroffenen Maßnahmen einer großen Gruppe von Gastronomen überhaupt nicht helfen: „Kneipen, Diskotheken und Clubs schauen weiterhin in die Röhre“. Dort wo der Hauptumsatz mit Getränken gemacht werde, helfe eine Mehrwertsteuerreduzierung auf Speisen kein bisschen, so Kahmer, der den reduzierten Mehrwertsteuersatz immerhin als „ein wichtiges Signal“ lobte und zugleich die Entfristung forderte. „Wir machen uns seit Jahren dafür stark. Und hätte es ihn vorher schon gegeben, wäre die Liquidität vieler Betriebe eine bessere gewesen.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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