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Betriebe in Südwestfalen
Corona bremst Automobilzulieferer aus

Wo ist die „Ausfahrt“ aus der Krise, wann nehmen die heimischen Automobilzulieferer wieder an Fahrt auf? Eine umfangreiche Studie liefert nun Antworten – ein zweiter Lockdown könnte den Mittelständlern das Genick brechen.
  • Wo ist die „Ausfahrt“ aus der Krise, wann nehmen die heimischen Automobilzulieferer wieder an Fahrt auf? Eine umfangreiche Studie liefert nun Antworten – ein zweiter Lockdown könnte den Mittelständlern das Genick brechen.
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sz/cs Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Frühestens Mitte oder Ende des Jahres 2021 werden die Automobilzulieferer in Südwestfalen wieder ähnliche Umsätze wie vor der Corona-Krise generieren. Dafür muss ab jetzt alles glatt laufen, ein zweiter Lockdown würde den Betrieben das Genick brechen. Nicht fehlen darf der Ruf nach Hilfe durch den Staat: Der steht in der Pflicht, die Branche durch Kaufanreize kräftig anzukurbeln. Zu diesen zentralen Erkenntnissen gelangt die VIA Consult – eine regionale Unternehmensberatung, die sich auf den Mittelstand spezialisiert hat –, jetzt im Rahmen einer umfangreichen Studie.
Aufbau einer umfangreichen DatenbankDie tiefgehende Analyse liefert dabei erstmals konkrete Zahlen für die mittelständischen Betriebe in Siegerland, Wittgenstein und dem Kreis Olpe.

sz/cs Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Frühestens Mitte oder Ende des Jahres 2021 werden die Automobilzulieferer in Südwestfalen wieder ähnliche Umsätze wie vor der Corona-Krise generieren. Dafür muss ab jetzt alles glatt laufen, ein zweiter Lockdown würde den Betrieben das Genick brechen. Nicht fehlen darf der Ruf nach Hilfe durch den Staat: Der steht in der Pflicht, die Branche durch Kaufanreize kräftig anzukurbeln. Zu diesen zentralen Erkenntnissen gelangt die VIA Consult – eine regionale Unternehmensberatung, die sich auf den Mittelstand spezialisiert hat –, jetzt im Rahmen einer umfangreichen Studie.

Aufbau einer umfangreichen Datenbank

Die tiefgehende Analyse liefert dabei erstmals konkrete Zahlen für die mittelständischen Betriebe in Siegerland, Wittgenstein und dem Kreis Olpe. Natürlich, führende Institute und Verbände aktualisieren ihre Prognosen laufend, aber die Frage, wie sich das tückische Virus ganz konkret auf einzelne Unternehmen auswirkt, blieb dabei stets unbeantwortet. Die Verfasser bauten deswegen eine umfangreiche Datenbank auf: Die Berechnungen von anerkannten Einrichtungen wie etwa dem IfW Kiel, dem Ifo München oder dem Sachverständigenrat wurden mit den individuellen Erfahrungen 23 heimischer Mittelständler verknüpft. VIA steht bekanntlich für Verbund innovativer Automobilzulieferer, mit an Bord sind lokale Branchengrößen wie Kirchhoff Automotive, Henrichs oder Gedia.

Die Autobranche trifft es besonders hart

Die Auswirkungen der Pandemie sind demnach keinesfalls abstrakter Natur, sondern wirken sich eins-zu-eins auf die hiesigen Unternehmen und ihre Angestellten aus. Ein Umsatz von rund 9 Mrd. Euro und 52 000 Beschäftigte im Jahr 2019 unterstreichen die Bedeutung der Schlüsselindustrie für die Region. Vergleicht man diesen mit dem Gesamtumsatz deutscher Automobilzulieferer im Jahr 2019 in Höhe ca. 80 Mrd. Euro, beträgt der Anteil der südwestfälischen Unternehmen an dem Gesamtvolumen etwa 12 Prozent. „Die Covid-19-Pandemie lähmt die Wirtschaft weltweit in einer einzigartigen und nie dagewesenen Art und Intensität“, schreiben die Autoren. Gesellschaftliche Veränderungen werden demnach in einer Geschwindigkeit herbeigeführt, die niemand für möglich gehalten hat. Besonders hart hat es die Automobilbranche erwischt: Der Fahrzeugbau hat demnach den größten Einbruch seiner Geschichte erlitten.

Bis zu 70 Prozent weniger Umsatz in diesem April

Nach den Berechnungen der Studie muss sich die südwestfälische Automobilzulieferer-Branche auf eine lange Durststrecke einstellen. Nach den dramatischen Umsatzeinbußen in diesem April, den die Fachleute auf durchschnittlich 70 Prozentpunkte beziffern, wird zwar mit einer kontinuierlichen Erholung der Zahlen gerechnet, aber für das ganze Jahr 2020 müssen sich die Betriebe auf durchschnittlich etwa 30 Prozent weniger Umsatz einstellen. Bestenfalls Mitte oder Ende 2021 wird demnach das Niveau von „vor Corona“ erreicht werden – immer unter der Annahme, dass das Virus unter Kontrolle bleibt. Und auch für das kommende Jahr fällt der durchschnittliche Umsatzrückgang mit rund 20 Prozent immer noch erheblich aus.
„Es ist zu beachten, dass diese Umsatzentwicklung nur dann eintreten wird, wenn die Nachfrage nach Automobilen, sowohl für Pkw als auch für Nutzfahrzeuge, durch staatliche Kaufanreize kurzfristig angekurbelt wird“, heißt es in dem Papier abschließend – wie genau die Subventionen gestaltet werden sollen, lassen die Autoren dabei offen.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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