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Abrechnungsfrage bislang ungeklärt
Corona-Diagnose-Zentrum läuft auf Hochtouren

Seit einem guten halben Jahr wird die Uni-Sporthalle auf dem Haardter Berg als Corona-Diagnose-Zentrum des Kreisgesundheitsamts Siegen-Wittgenstein genutzt. Wer das alles zahlt, wird erst später ausgehandelt.
  • Seit einem guten halben Jahr wird die Uni-Sporthalle auf dem Haardter Berg als Corona-Diagnose-Zentrum des Kreisgesundheitsamts Siegen-Wittgenstein genutzt. Wer das alles zahlt, wird erst später ausgehandelt.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

js Weidenau. Corona kann nicht nur krank machen, es kostet auch Geld. Ob jemals eine Summe beziffert werden kann, die unter der Schlussabrechnung der Pandemie stehen wird, darf bezweifelt werden. Doch auch bei den vielen kleinen und mittleren „Einzelposten“ des großen Ganzen ist es offenbar nicht so leicht, belastbare Zahlen zu finden. Auch beim Corona-Diagnose-Zentrum auf dem Haardter Berg in Weidenau ist das der Fall.Seit etwas mehr als einem halben Jahr wird die Turnhalle der Uni Siegen zweckentfremdet. Der Kreis Siegen-Wittgenstein hat hier eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, in der bei SARS-CoV-2-Verdachtsfällen Abstriche gemacht werden. Montags bis freitags wird in den Umkleideräumen der Sportstätte getestet, was das Zeug hält.

js Weidenau. Corona kann nicht nur krank machen, es kostet auch Geld. Ob jemals eine Summe beziffert werden kann, die unter der Schlussabrechnung der Pandemie stehen wird, darf bezweifelt werden. Doch auch bei den vielen kleinen und mittleren „Einzelposten“ des großen Ganzen ist es offenbar nicht so leicht, belastbare Zahlen zu finden. Auch beim Corona-Diagnose-Zentrum auf dem Haardter Berg in Weidenau ist das der Fall.Seit etwas mehr als einem halben Jahr wird die Turnhalle der Uni Siegen zweckentfremdet. Der Kreis Siegen-Wittgenstein hat hier eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, in der bei SARS-CoV-2-Verdachtsfällen Abstriche gemacht werden. Montags bis freitags wird in den Umkleideräumen der Sportstätte getestet, was das Zeug hält. Über 8000-mal wurden Teststäbchen in Rachen und Nase gesteckt. Die Kosten dafür nähern sich inzwischen der 500 000-Euro-Marke.
Ein Test kostet 59 Euro – das ist laut Kreisverwaltung die Summe, die gesetzliche Krankenkassen derzeit für einen klassischen Test zahlen. Bei Privatabrechnungen, beispielsweise wenn vor einer Reise ein Test gemacht wird, den die Kasse nicht übernimmt, werden 150 Euro in Rechnung gestellt.

Sachkosten von bislang 55 000 Euro

Hinzu kommen die Sachkosten. Der Kreis musste ein Klimagerät zur Kühlung der Raumluftansaugung für die heißen Sommermonate anmieten. Ein Wachdienst musste und muss bezahlt werden, um die Besucher durch die „Teststrecke“ zu lotsen. Desinfektionsspender mussten angeschafft und stets nachgefüllt werden, hinzu kamen kleinere Beschaffungen wie abwischbare Drehstühle und fußbedienbare Abfallbehälter. Auch die Beschilderung war nicht umsonst zu haben. Kurzum: Für all diese Anschaffungen fielen bislang rund 55 000 Euro an.Immerhin: Die Räumlichkeiten selbst muss der Kreis nicht bezahlen. Die Uni hat sie zur Verfügung gestellt und übernimmt auch die Reinigung. Ein Wetterschutz-Zelt für den Wachdienst wurde von einer Hilfsorganisation bereitgestellt. Auch da spart die Kreisverwaltung Geld ein. Wie aber alle anstehenden Kosten am Ende abgerechnet werden, ist noch nicht ausgemacht. Zeitweise hatte das Corona-Zentrum eine Betriebsstättennummer der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) – aber eben nicht durchgehend. Das hat Auswirkungen auf die Kostenabrechnung, denn: Ohne eine solche Nummer können in dieser Einrichtung keine symptomatischen Patienten untersucht werden bzw. solche Untersuchungen können nicht mit den Krankenkassen abgerechnet werden – es sei, denn, ein niedergelassener Arzt hat den Patienten überwiesen.

Team hat wieder alle Hände voll zu tun

Eine komplizierte Gemengelage ist es also, in der die Beteiligten des Corona-Diagnose-Zentrums arbeiten. Die Übernahme der Kosten muss teilweise rückwirkend abgewickelt werden. Grundsätzlich wird das Geld aus dem Gesundheitsfonds des Bundes kommen. Wie genau die Anteile zwischen KV, Land, Bund und Kreis festgelegt werden, steht noch aus.Für das Gesundheitsamt und die Kreisverwaltung insgesamt steht die Kostenfrage derzeit auch gar nicht im Fokus. Denn: Im Moment hat das Team auf dem Haardter Berg wieder alle Hände voll zu tun. Die etwas ruhigeren Zeiten des Sommers sind vorbei, die Anzahl der durchgeführten Tests steigt von Woche zu Woche spürbar an. Die Ärzte des Gesundheitsamtes, DRK-Rettungskräfte und Verwaltungsmitarbeiter schleusen die Patienten derzeit auf auf zwei bis drei Test-Straßen gleichzeitig durch das Diagnose-Zentrum. In der ersten Septemberwoche wurden
174 Proben genommen, in der zweiten 230, in der dritten bereits 354. In der vergangenen Woche stieg die Zahl nochmals auf rund 100 pro Wochentag an.

Behördlich angeordnete Abstriche

Bei den Tests, die das Gesundheitsamt im Zentrum auf dem Haardter Berg, einem weiteren in Bad Berleburg und mit mobilen Teams durchführen lässt, handelt es sich übrigens nur um die behördlich angeordneten Abstriche – meist für Kontaktpersonen von positiv getesteten Personen. Wer sich ansonsten auf Corona testen lassen möchte oder sollte, etwa weil er sicher gehen möchte bei entsprechenden Symptomen, der muss sich an den Hausarzt oder eine der Praxen wenden, die unter www.coronatestpraxis.de gelistet sind.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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