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Hilferuf nach Düsseldorf
Corona-Hochburg Kreis Olpe

Die Zahlen der am neuen Corona-Virus erkrankten Menschen liegen im Kreis Olpe sogar in absoluten Zahlen über denen seiner größeren Nachbarkreise.
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  • Die Zahlen der am neuen Corona-Virus erkrankten Menschen liegen im Kreis Olpe sogar in absoluten Zahlen über denen seiner größeren Nachbarkreise.
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  • hochgeladen von Christian Hoffmann (Redakteur)

win Olpe/Düsseldorf. Es war eine Art Hilferuf, den der Kreis Olpe am Montagabend nach Düsseldorf sandte. Die Zahlen der am neuen Corona-Virus erkrankten Menschen liegen im Kreis Olpe sogar in absoluten Zahlen über denen seiner größeren Nachbarkreise. Noch deutlicher wird die Divergenz, rechnet man die Zahl der Kranken auf 100 000 Bewohner um: Nach aktuellen Daten lag diese im Märkischen Kreis bei 55, im Kreis Altenkirchen (Rheinland-Pfalz) bei 55,9, in Siegen-Wittgenstein bei 69,7 und im Kreis Olpe bei 210! „Der einzige Kreis, der ungefähr an unsere Zahlen kommt, ist der Hochsauerlandkreis“, sagte der Landrat des Kreises Olpe, Frank Beckehoff, im Gespräch mit der SZ.

win Olpe/Düsseldorf. Es war eine Art Hilferuf, den der Kreis Olpe am Montagabend nach Düsseldorf sandte. Die Zahlen der am neuen Corona-Virus erkrankten Menschen liegen im Kreis Olpe sogar in absoluten Zahlen über denen seiner größeren Nachbarkreise. Noch deutlicher wird die Divergenz, rechnet man die Zahl der Kranken auf 100 000 Bewohner um: Nach aktuellen Daten lag diese im Märkischen Kreis bei 55, im Kreis Altenkirchen (Rheinland-Pfalz) bei 55,9, in Siegen-Wittgenstein bei 69,7 und im Kreis Olpe bei 210! „Der einzige Kreis, der ungefähr an unsere Zahlen kommt, ist der Hochsauerlandkreis“, sagte der Landrat des Kreises Olpe, Frank Beckehoff, im Gespräch mit der SZ. „Es ist nicht so, dass wir in Panik verfallen sind, aber wir haben insbesondere, als in der vergangenen Woche die Zahlen so deutlich auseinanderdrifteten, verstärkt überlegt, wo die Ursache dafür liegen könnte.“ Doch mehr als Vermutungen blieben dem Kreis nicht. Beckehoff: „Am Anfang waren das wohl mal die Skiurlaubs-Rückkehrer, aber das dürfte jetzt keine Rolle mehr spielen.“

Suche nach dem Covid-19-Grund

Daher sei die Notwendigkeit erkannt worden, der Ursache auf den Grund zu gehen. „Es gäbe zum Beispiel eine Erklärung, wenn irgendwo ein großes Seniorenheim stark betroffen wäre. Aber die Zahlen verteilen sich ja recht gleichmäßig über den ganzen Kreis. Dafür muss es einen Grund geben.“ Und diese Ansicht teilt wohl auch die Landesregierung. Diese hatte bereits vergangene Woche den Kreis Olpe ausdrücklich neben dem Kreis Heinsberg in einem nichtöffentlichen Lagebericht als Corona-Hochburg identifiziert.

Minister Laumann am Telefon

Das zeigt Wirkung bis an höchste Stellen. Beckehoff: „Ich hatte am Montagabend unsere Fragen auch dem Minister gemailt, und noch am selben Abend hat Karl-Josef Laumann mich zurückgerufen.“ Der Olper Landtagsabgeordnete Jochen Ritter (CDU) habe hier als Relais fungiert, „die Verbindung nach Düsseldorf klappt sehr gut, und der Gesundheitsminister hat mir seine Unterstützung zugesagt“.

Denkbar sei ein Vergleich mit anderen Regionen mit ähnlichen Fallzahlen und die Suche nach möglichen gleichen Ursachen. Über die Art und Weise einer Unterstützung zu sprechen, sei es zu früh, der Minister habe ihm aber versichert, alles in seiner Macht Stehende zu unternehmen, um die quälende Frage zu klären. Eine Antwort auf eine Anfrage an das Gesundheitsministerium, wie eine solche Unterstützung aussehen könnte bzw. welche Schritte eingeleitet wurden oder ob die Organisation und die Arbeit in Krisenstäben Auswirkung auf die Zahlen hat, wurde der SZ für heute avisiert.

Neues Behandlungszentrum In Olpe

Die Kassenärztliche Vereinigung stellt unterdessen heute ein neues Behandlungszentrum vor, das ab Donnerstag direkt am Olper Krankenhaus Corona-positive Patienten nach telefonischer Anmeldung aufnehmen wird, damit diese in keiner Arztpraxis oder Notaufnahme vorsprechen müssen. So soll das Risiko einer Infektion weiter gesenkt werden.

Unterdessen kommen Signale aus Düsseldorf, die zur Bewältigung solch auffällig hoher Zahlen beitragen sollen: Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat angekündigt, bei dem nun vorgesehenen stufenweisen Zurückfahren der Auflagen müsse in Landkreisen mit einer hohen Infektionsquote wohl anders reagiert werden  als in Regionen mit weniger Infizierten. Das könnte etwa heißen, dass im Kreis Olpe die Kneipen länger geschlossen bleiben als in Siegen-Wittgenstein.

Die Zahlen der am neuen Corona-Virus erkrankten Menschen liegen im Kreis Olpe sogar in absoluten Zahlen über denen seiner größeren Nachbarkreise.
Im Kreis Olpe gibt es 210 Fälle pro 100 000 Einwohner, deutlich mehr als in Siegen-Wittgenstein (69,7) und dem Kreis Altenkirchen (55,9).
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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