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Bund will Auskunftspflicht
Corona-Impfung: Lehrer müssen bald Karten offenlegen

Welche Lehrer sind geimpft und welche nicht? Bald soll es eine Auskunftspflicht geben.
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ihm Siegen. Noch stochert man gewissermaßen im Nebel: Wie viele der Lehrer an einer Schule sind geimpft – und wer ist nicht immunisiert? Auch in den Kindergärten sind Träger und Eltern auf Vermutungen angewiesen. Ob eine Erzieherin geimpft ist, muss sie nicht verraten.
Das wird sich kommende Woche ändern. Der Bundestag wird voraussichtlich am Dienstag ein Fragerecht für Arbeitgeber und eine Auskunftspflicht für das Personal in Schulen und Kitas beschließen (vgl. Bericht Seite 1). Bis jetzt gibt es das nur in Krankenhäusern.
Impfquote in der...

ihm Siegen. Noch stochert man gewissermaßen im Nebel: Wie viele der Lehrer an einer Schule sind geimpft – und wer ist nicht immunisiert? Auch in den Kindergärten sind Träger und Eltern auf Vermutungen angewiesen. Ob eine Erzieherin geimpft ist, muss sie nicht verraten.
Das wird sich kommende Woche ändern. Der Bundestag wird voraussichtlich am Dienstag ein Fragerecht für Arbeitgeber und eine Auskunftspflicht für das Personal in Schulen und Kitas beschließen (vgl. Bericht Seite 1). Bis jetzt gibt es das nur in Krankenhäusern.

Impfquote in der Region bei 70 bis 80 Prozent

Die SZ-Umfrage bei vier großen Kita-Trägern im Kreis Siegen-Wittgenstein hat ergeben, dass man die Impfquote unter den Beschäftigten auf 70 bis mindestens 80 Prozent schätzt:

  • AWo: Es gibt keine Erhebungen, eine Schätzung teilt der Kreisverband nicht mit. Es gelte die 3-G-Regel. Man informiere „neutral und sehr breit“ über das Thema Impfen.
  • DRK: Man geht von einer mindestens 80-prozentigen Impfquote aus, der Kreisverband habe früh und unbürokratisch Impftermine koordiniert.
  • Ev. Kirchenkreis Siegen: Nach „vorsichtiger Schätzung“ seien mindestens 70 Prozent des Kita-Personals geimpft oder genesen. Es gebe einen Appell an die Beschäftigten, sich impfen zu lassen.
  • Stadt Kreuztal: Mehr als 70 Prozent der Beschäftigten sind nach Schätzung der Stadt geimpft.

87,5 Prozent der Lehrer laut Umfrage vollständig geimpft

Bei den Lehrern erhebt das Land NRW als Dienstherr regelmäßig Zahlen – bisher aber nur in einer anonymisierten, freiwilligen Abfrage. Wie das Schulministerium der SZ mitteilt, hätten 87,5 Prozent der Lehrer bei dieser Umfrage angegeben, vollständig geimpft zu sein.
Genaue Zahlen liefert das Schulministerium im Hinblick auf die Infektionslage an den Schulen. Jede Woche werden diese Daten flächendeckend per Umfrage erhoben. Die Situation zum Stichtag 26. August:

  • Befragt: 4844 Schulen,
  • Geantwortet: 3987 Schulen (= 82,3 Prozent) mit 1,85 Millionen Schülern und 140.000 Lehrern,
  • Durchgeführte Schnelltests: 2 Millionen, davon positiv: 4340 (0,22 Prozent),
  • Durchgeführte Pool-Tests in Grund- und Förderschulen: 33.000 mit 538.000 Schülern, davon 567 positiv (0,1 Prozent),
  • Lehrer in Quarantäne: 286 (0,2 Prozent), davon 112 mit bestätigter Corona-Infektion,
  • Schüler in Quarantäne: 30.018 (1,6 Prozent), davon 6561 mit bestätigter Corona-Infektion. Zum Vergleich: Die höchste Zahl von Schülern in Quarantäne gab es im November 2020 mit fast 74.000.

Bei den Kitas lautete die SZ-Frage, wie viele Mitarbeiter in den vergangenen vier Wochen in Quarantäne waren. Hier die Antworten: AWo: 8 von 769, DRK: 0 von 201, Kirchenkreis: 5 von 620, Stadt Kreuztal: 3 von 152.

Klarheit per App Die Auskunftspflicht zum eigenen Impfstatus wird von manchen Datenschützern kritisch gesehen. De facto ändert sich durch die erwartete Neuregelung aus Berlin so viel nicht. Denn in sehr vielen Einrichtungen wird die 3-G-Regel angewandt und auch kontrolliert. Bei dieser Kontrolle zeigen die Geimpften in der Regel das Smartphone mit dem Impfzertifikat vor. Wer stattdessen einen Testnachweis bringt, wird in aller Regel nicht geimpft sein. Insofern haben Arbeitgeber, die die 3-G-Regel anwenden, wohl einen recht zuverlässigen Überblick über den Impfstatus ihres Personals.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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