Zahl der Arbeitslosen wächst
Corona infiziert den heimischen Arbeitsmarkt

Während der Pandemie wird das Instrument Kurzarbeit häufig in Anspruch genommen.

sz Siegen/Olpe/Bad Berleburg. 12.732 Menschen in 1422 Betrieben aus dem Agenturbezirk Siegen haben im März Kurzarbeitergeld bezogen. Im Krisenjahr 2009 waren im gleichen Monat 369 Betriebe mit 13.616 Beschäftigten in Kurzarbeit. „Die extrem hohe Zahl betroffener Unternehmen zeigt, dass die Pandemie auf fast alle Branchen in unserer Region Auswirkungen hatte. [...] Vereinzelt sind auch weiterhin noch neue Anzeigen eingegangen. Nun bleibt aber die Entwicklung der realisierten Kurzarbeit abzuwarten“, erklärt Daniela Tomczak als Leiterin der hiesigen Arbeitsagentur. Für Juli verzeichnet die Behörde für die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe 106 neue Anzeigen auf Kurzarbeit.
„Die Pandemie“, so Tomczak, „beeinflusst weiterhin deutlich den Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit steigt aber auch aufgrund saisonaler Einflüsse. In den Sommermonaten laufen oft Verträge aus, und Ausbildungsverhältnisse enden“.

  • Arbeitslosigkeit: Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Siegen ist im Juli gestiegen. Insgesamt waren 13.523 Menschen arbeitslos gemeldet – 429 oder 3,3 Prozent mehr als im Juni. Im Vergleich zum Juli 2019 stieg die Zahl um 3717 bzw. 37,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,7 Prozent (Vorjahr 4,1 Prozent).
  • Arbeitslosenversicherung – SGB III: Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden im Juli 6402 Personen gemeldet. Die Zahl erhöhte sich damit gegenüber dem Vormonat um 436 bzw. 7,3 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Steigerung um 2352 Personen oder 58,1 Prozent.
  • Grundsicherung – SGB II: In der Grundsicherung verzeichnet die Behörde sieben Arbeitslose weniger als im Juni (- 0,1 Prozent) und 1365 mehr als im Vorjahreszeitraum (+ 23,7 Prozent). Insgesamt zählten im Juli 7121 Personen und damit 52,7 Prozent aller Arbeitslosen zur Grundsicherung gemäß SGB II.
  • Stellenangebot: Unternehmen aus der Region meldeten im Juli 634 Stellen gemeldet (+ 37 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 2866 offene Stellen, 46 weniger als im Juni und 1466 weniger als im Vorjahresmonat.

Kreis Siegen-Wittgenstein

  • Arbeitslosigkeit: Gegenüber dem Vormonat stieg die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 292 bzw. 3,1 Prozent auf 9638 Männer und Frauen. Im Vergleich zum Juli 2019 wuchs die Zahl um 2510 bzw. 35,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,1 Prozent (2019: 4,5 Prozent). Arbeitslosenversicherung – SGB III: Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden 4134 Personen gemeldet (Juni: + 279 bzw. 7,2 Prozent; Juli 2019: + 1433 bzw. 53,1 Prozent.
  • Grundsicherung – SGB II: In der Grundsicherung waren 13 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 1077 mehr als im Vorjahr verzeichnet. Im Verhältnis entspricht dies + 0,2 Prozent zum Vormonat bzw. + 24,3 Prozent zum Vorjahr. Mit insgesamt 5504 Personen zählten 57,1 Prozent aller Arbeitslosen zur Grundsicherung gemäß SGB II.


Kreis Olpe

  • Arbeitslosigkeit: Auch im Kreis Olpe kletterte die Zahl der Arbeitslosen nach oben. Insgesamt waren 3885 Menschen arbeitslos gemeldet 137 oder 3,7 Prozent mehr als im Juni, 1207 bzw. 45,1 Prozent mehr als im Juli 2019. Die Arbeitslosenquote beträgt 4,8 Prozent (Juli 2019: 3,3 Prozent.
  • Arbeitslosenversicherung – SGB III: Gemeldet waren 2268 Personen. Die Zahl erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 157 bzw. 7,4 Prozent und zum Vorjahreszeitraum um 919 bzw. 68,1 Prozent.
  • Grundsicherung – SGB II: In der Grundsicherung wurden 20 Arbeitslose weniger als im Vormonat (- 1,2 Prozent) und 288 mehr als im Vorjahreszeitraum (+ 21,7 Prozent) verzeichnet. Es zählten 1617 Personen und damit 41,6 Prozent aller Arbeitslosen zur Grundsicherung.
AK-Kreis: So viel Kurzarbeit wie noch nie Corona lässt auch im AK-Land grüßen: Binnen eines Monats steigt die Arbeitslosenquote im Kreis Altenkirchen um 0,2 Punkte auf 6,1 Prozent – und liegt damit 1,8 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. 4370 Menschen sind aktuell arbeitslos gemeldet, also 114 mehr als im Juni und 1242 mehr als im Juli 2019. Im Betzdorfer Geschäftsstellenbereich („AK-Oberkreis“) liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 6,1 Prozent (Juli 2019: 4,4 Prozent), im Bereich der Geschäftsstelle Altenkirchen („AK-Unterkreis“) bei 6,0 Prozent (4,2). Dass hier die Pandemie der entscheidende Faktor ist, belegt auch ein Zitat von Karl-Ernst Starfeld: „Erstmals ist die Zahl der Menschen, die von der Arbeitsagentur betreut werden, mit insgesamt 51 Prozent in unserer Region höher als die Zahl der Arbeitslosen, die Grundsicherung beziehen“, so der Leiter der Neuwieder Arbeitsagentur, deren Bezirk die Kreise Altenkirchen und Neuwied umfasst. Außergewöhnlich sei außerdem, dass zahlreiche junge Menschen in den vergangenen Monaten arbeitslos geworden sind: Die Zahl der 15- bis 25-jährigen Arbeitslosen stieg im Agenturbezirk im Vergleich zum Vorjahr um 38,6 Prozent auf 1214 Personen. „Eine Ursache hierfür könnte darin liegen, dass einige Unternehmen ihre Auszubildenden nicht übernommen haben oder aber, dass die jungen Mitarbeiter bei der Sozialauswahl aufgrund geringer Betriebszugehörigkeit und fehlender Unterhaltspflichten zuerst gehen müssen“, erläutert Starfeld. Auch die Kurzarbeit spielt seit März sicher eine entscheidende Rolle. In den vergangenen vier Wochen zeigten weitere 32 Betriebe für 194 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit an. Insgesamt gab es seit Anfang April im Agenturbezirk 3077 Anzeigen für 44 076 Beschäftigte. Karl-Ernst Starfeld weist darauf hin: „Wie viele Betriebe tatsächlich Kurzarbeit nutzen, ist erst mit einem Abstand von einem Quartal zu erkennen, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, ihre Unterlagen für den jeweiligen Monat bei der Arbeitsagentur einzureichen. An unseren steigenden Ausgaben können wir jedoch erkennen, dass die Inanspruchnahme so stark wie nie zuvor ist“, erklärt der Agenturleiter.
Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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