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Experten optimistisch
Corona-Pandemie: Im Sommer endlich wieder Freiheit

Dr. Peter Liese ist sicher: Im Herbst wird man an Corona-Impfstoff förmlich „ertrinken“, bis dahin müsse die Devise lauten, so viele Menschen wie möglich zu impfen.
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  • Dr. Peter Liese ist sicher: Im Herbst wird man an Corona-Impfstoff förmlich „ertrinken“, bis dahin müsse die Devise lauten, so viele Menschen wie möglich zu impfen.
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nja Siegen/Olpe. „Bis zum 1. Juli wird laut Prognose jeder Erwachsene, der es möchte, die erste Impfdosis erhalten haben. Und es ist absolut möglich, dass jeder bis zum Ende des Sommers einen vollständigen Impfschutz hat. Schon bald können wir uns alle wieder mehr erlauben!“ Dr. Peter Liese (CDU),  Mediziner und Mitglied des Europäischen Parlaments, schaut optimistisch in die nahe Zukunft. Es komme immer mehr Vakzin auch in der Region an. 56,7 Millionen Bundesbürger könnten nach jetzigem Stand der Dinge bis Ende Juni den zweiten Piks erhalten haben – das entspreche rund 70 Prozent der Bevölkerung. Die allgemein sinkenden Inzidenzen seien auch auf die Impfkampagne zurückzuführen.

nja Siegen/Olpe. „Bis zum 1. Juli wird laut Prognose jeder Erwachsene, der es möchte, die erste Impfdosis erhalten haben. Und es ist absolut möglich, dass jeder bis zum Ende des Sommers einen vollständigen Impfschutz hat. Schon bald können wir uns alle wieder mehr erlauben!“ Dr. Peter Liese (CDU),  Mediziner und Mitglied des Europäischen Parlaments, schaut optimistisch in die nahe Zukunft. Es komme immer mehr Vakzin auch in der Region an. 56,7 Millionen Bundesbürger könnten nach jetzigem Stand der Dinge bis Ende Juni den zweiten Piks erhalten haben – das entspreche rund 70 Prozent der Bevölkerung. Die allgemein sinkenden Inzidenzen seien auch auf die Impfkampagne zurückzuführen.

Experten brechen Lanze für Impfstoff von AstraZeneca

Dass der Sieben-Tage-Wert im Kreis Olpe derzeit noch so hoch sei (am Mittwoch lag er bei 179), bereitet allerdings Sorgen: „Am Impfen liegt dies nicht“, betont Dr. Volker Schrage, stellv. Vorstandsvorsitzender der Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KV). „Alleine in den Arztpraxen in Westfalen-Lippe wurden seit Anfang April 862 000 Impfungen durchgeführt. Hinzu kommen 2,7 Millionen über die mobilen Teams und in den Impfzentren. Bundesweit liegen wir bei der Impfquote auf einem guten 2. Platz!“

Es sei nun Aufgabe aller, auch die Verunsicherung in der Bevölkerung über AstraZeneca zu entkräften, ergänzt Liese: „Es ist ein sehr guter Impfstoff. Ich halte es für eine moralische Verpflichtung, jeden zugelassenen Impfstoff zu nehmen, der angeboten wird“, so Liese (55), der sich jüngst selbst mit „Astra“ hat schützen lassen. Eine Sinusvenen-Thrombose als Nebenwirkung sei äußerst selten – und zudem gut behandelbar, wenn sie früh genug erkannt werde. Schwere Covid-19-Erkrankungen hingegen seien nach wie vor schwer behandelbar. Liese: „Auf Biontech warten, wenn man Astra jetzt bekommen kann, ist nicht der richtige Weg!“ Sowohl mit Blick auf die eigene Sicherheit als auch aus Solidarität! „Eine Inzidenz über 100 werden wir uns nicht dauerhaft leisten können!“

Zweite Impfung mit AstraZeneca vorziehen?

Was sagt der Südwestfale zu der Empfehlung aus Berlin, es den Ärzten freizustellen, den Impfabstand bei AstraZeneca von zwölf auf bis zu vier Wochen zu verkürzen? Dies stößt bei Hausärzten durchaus auf Unverständnis.

Impf-Abstand verkürzen: Dr. Claudia Ragheb-Stoppacher entsetzt

Liese findet die Idee gut – nun, da ausreichend Vakzin vorhanden sei.  Ja, der Schutz nach zwölf Wochen sei höher. Vier Wochen Abstand seien aber medizinisch absolut verantwortbar, auch mit Blick auf die sogenannte Herden-Immunität – und dies helfe zudem den Menschen, die für den Urlaub ein Immunisierungs-Zertifikat benötigen. Daher sollten Ärzte und Patienten gemeinsam flexibel entscheiden können. Sollte sich zeigen, dass der Schutz bei verkürztem Intervall doch nicht gut genug sei, halte er persönlich eine dritte Impfung im September für denkbar: „Im dritten Quartal ertrinken wir an Impfstoff!“

Bald Klarheit für Jugendliche?

Heute aber laute die Devise: „So schnell wie möglich so viele Menschen wie möglich impfen!“
In der EU werde derzeit an einem Zertifikat gearbeitet, mit dem man auch bei Auslandsreisen seine Immunisierung nachweisen kann. Liese geht davon aus, dass das Biontech/Pfizer-Vakzin noch Ende Mai für Zwölf- bis 15-Jährige in der EU zugelassen wird und diese Schülergruppe dann in den Sommerferien gepikst werden kann. Für die unter Zwölfjährigen liefen die klinischen Prüfungen – auch für Moderna. Hier könne man für Herbst auf eine Zulassung hoffen.

Es gelte angesichts der großen in Aussicht gestellten Mengen an Impfdosen alsbald auch, den Fokus auf die ganze Welt zu weiten – und zu teilen. Und: Auch hierzulande gebe es immer noch Bevölkerungsteile, die nicht gut informiert seien. Beispielhaft nannte er u. a. Menschen, die keine deutschen Medien nutzen. Und auch führende Kräfte religiöser Gruppen – z. B. Freikirchen und auch Imame – sollten stärker in die Impfkampagne einbezogen werden. Liese: „Die Skeptiker zu überzeugen, wird eine Aufgabe sein. Wir sind auf einem sehr guten Weg. Aber die Arbeit ist noch nicht getan!“

Dr. Peter Liese ist sicher: Im Herbst wird man an Corona-Impfstoff förmlich „ertrinken“, bis dahin müsse die Devise lauten, so viele Menschen wie möglich zu impfen.
Dr. Peter Liese.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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