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Überlastung bei den Pooltest-Ergebnissen
Corona-Politik bereitet Schulen Mehrarbeit

Melanie Dietrich, die Leiterin der Privaten Realschule Schloss Wittgenstein in Bad Laasphe, ist überzeugt, dass die Schulen nicht der Ort sind, an dem man sich ansteckt.
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goeb Siegen. Der Informationsbedarf an den Schulen zur Corona-Politik ist derzeit groß. Oberstudiendirektor Dieter Fischbach vom Peter-Paul-Rubens-Gymnasium in Siegen spricht von einer Umbruchphase, seit die Corona-Infektionszahlen durch die Decke gehen. Die schulbehördlichen Weisungen, die das Infektionsgeschehen widerspiegeln,  ändern sich jetzt häufiger. Als die SZ anruft, durchforstet der "Direx" gerade einige staatliche Websites und die Homepage des Gesundheitsamtes nach belastbaren Infos.
Vage Formulierungen"Die Formulierungen sind doch manchmal vage", ärgert er sich. Letzten Donnerstag waren an seinem Gymnasium 15 Schüler positiv getestet. "Vor Omikron waren es ein bis zwei in der Woche." Die Statistik für diese Woche steht für den nächsten Tag an.

goeb Siegen. Der Informationsbedarf an den Schulen zur Corona-Politik ist derzeit groß. Oberstudiendirektor Dieter Fischbach vom Peter-Paul-Rubens-Gymnasium in Siegen spricht von einer Umbruchphase, seit die Corona-Infektionszahlen durch die Decke gehen. Die schulbehördlichen Weisungen, die das Infektionsgeschehen widerspiegeln,  ändern sich jetzt häufiger. Als die SZ anruft, durchforstet der "Direx" gerade einige staatliche Websites und die Homepage des Gesundheitsamtes nach belastbaren Infos.

Vage Formulierungen

"Die Formulierungen sind doch manchmal vage", ärgert er sich. Letzten Donnerstag waren an seinem Gymnasium 15 Schüler positiv getestet. "Vor Omikron waren es ein bis zwei in der Woche." Die Statistik für diese Woche steht für den nächsten Tag an. Jetzt müssen vermehrt die Eltern in die Bütt. Müssen sie ihr Kind beim Hausarzt vorstellen oder reicht schon ein qualifizierter Bürgertest? "Das ist unklar", kommentiert Fischbach. "Die Alarmglocken schrillen aber noch nicht", sagt er mit Blick auf die vergleichsweise geringen Infektionszahlen im Kollegium und der Schülerschaft. Dass es noch einmal zu Distanzunterricht kommen könnte, hält er für unwahrscheinlich.

Aufgabe der Elternhäuser

Auch die Grundschulen müssen tagesaktuell reagieren. Sie sind seit einigen Tagen vor eine ganz neue Situation gestellt, weil die Labore bei den Pooltest-Ergebnissen wegen Überlastung bestimmte Aufgaben nicht mehr selbst erledigen bzw. sie an die Schulen und die Elternhäuser zurückgeben mussten. 

Konrektorin Christina Böhlemann von der Grundschule Burbach ist am Mittwochvormittag mit einigen Kollegen in einer Videokonferenz mit dem Schulamt gewesen. Das beherrschende Thema auch hier: Corona. Zehn infizierte Kinder sind es an ihrer Schule, im Kollegium ein bestätigter Fall. Es komme jetzt vermehrt auf die Mitarbeit der Eltern an, bestätigen alle befragten Grundschulpädagogen. Christina Böhlemann bemerkt da eine Verlagerung. Deshalb sei die Kommunikation mit den Eltern derzeit in dieser Frage besonders sensibel. Arbeiten denn alle mit? "Da gibt es die ganze Bandbreite", erklärt sie. "Aber mit den meisten Eltern läuft das ganz gut."

Information der Eltern

"Wir fahren auf Sicht", bilanziert auch die Leiterin der Grundschule Am Hohenstein in Olpe, Sonja Roseneck-Ermert. Die offene Ganztagsschule ist mit 245 Kindern schon eine der größeren Einrichtungen. Das Team aus Lehrern, Betreuern, Sozialarbeitern und Verwaltungsleuten reicht an die 40 Köpfe. "Bis gestern hat das mit den Lollitests gut geklappt", bilanziert die Schulleiterin. Nach den Weihnachtsferien wurden wie üblich zweimal pro Woche die Lollitests gemacht, danach die Einzeltests. Das Labor filterte bei positivem Befund im Pool den oder die Schülerin aus den Einzelproben heraus und informierte die Eltern von sich aus. Das ist nun passé. "Wir müssen jetzt die Eltern informieren", ergänzt die Leiterin. Und die müssen dann die weiteren Tests veranlassen. 

Vier Fälle seit den Ferien

Melanie Dietrich, die Leiterin der Privaten Realschule Schloss Wittgenstein in Bad Laasphe, ist überzeugt, dass die Schulen nicht der Ort sind, an dem man sich ansteckt. "Die Schulen sind doch alle so vorbildlich, da infiziert man sich wenig", sagt sie. "Die Schülerinnen und Schüler testen sich montags, mittwochs und freitags, und die Kollegen testen sich jeden Morgen." Ist ein Kind positiv getestet worden, wartet es in einem separaten Raum auf seine Eltern, die es abholen. Öffentliche Verkehrsmittel dürfen bei Verdacht nicht genutzt werden. Nur vier Fälle in der Schülerschaft habe es nach den Weihnachtsferien gegeben. "Aber was wir in letzter Zeit schon feststellen, ist, dass Eltern sich mit Corona infiziert haben." Nach ihrem Dafürhalten verlagert sich das Infektionsgeschehen zunehmend in den privaten Bereich bzw. in die Betriebe.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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