Homeoffice aus fachärztlicher Sicht
Corona schickt Arbeitnehmer ins "gesunde Büro"

Aus gesundheitlichen Gesichtspunkten sollte man auf einige Dinge im Homeoffice achten.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

tile Siegen. Mehr Flexibilität, Vereinbarkeit von Beruf und Familie – das waren die Hauptargumente, die bis zum Frühjahr 2020 die Forderung nach mehr Homeoffice untermauerten. Dann kam Corona und die Unternehmen „schickten“ ihre Mitarbeiter, da wo es möglich war, aus Gründen der gesundheitlichen Fürsorgepflicht in die Heimarbeit. Anders als im Betrieb ist das heimische Umfeld allerdings vielerorts nicht nach arbeitsmedizinischen Standards eingerichtet. Dabei ist es gar nicht so schwer, den Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden „gesünder“ zu gestalten.

„Im Idealfall richtet man sich exakt gleich ein wie am Arbeitsplatz“ – sofern dort ergonomisch gearbeitet wird, sagt Nikolaus Zarmutek, fachlicher Leiter des Arbeitsmedizinischen Zentrums in Siegen. Wohlwissend, dass dies selten der Fall ist. „Am Küchentisch funktioniert das nicht.“

Gegenlicht vermeiden

Empfohlen wird, den Arbeitsplatz parallel zum und nicht mit Blick aus dem Fenster einzurichten, Gegenlicht ist zu vermeiden. Das Leuchtmittel ist am besten genau über dem Arbeitsplatz für eine gute Ausleuchtung angebracht, damit es keinen Schattenwurf gibt.

Für ein ergonomisches Arbeiten sollte die Tischhöhe dem Körpermaß angepasst werden. „Das wird bei den wenigsten Esszimmer- und Wohnzimmertischen möglich sein“, sagt Nikolaus Zarmutek. Deshalb sollte zu Hause wenigstens ein höhenverstellbarer Bürostuhl stehen, rät der Facharzt für Arbeitsmedizin.

Die richtige Sitzposition: Die Füße stehen auf dem Boden, Unter- und Oberschenkel bilden im Kniegelenk einen 90-Grad-Winkel, ebenso die Oberschenkel und der Oberkörper im Hüftgelenk. Wenn die Hände locker auf dem Tisch liegen, bilden auch Unter- und Oberarm im Ellenbogengelenk den rechten Winkel.
Der Bildschirm darf nicht zu hoch im Blickfeld stehen, beim Geradeausschauen muss der Blick über den Oberrand des Monitors hinausgehen. Dieser sollte also etwas niedriger stehen, aber so geneigt sein, das die Blickachse nahezu senkrecht auf ihn trifft. Der Abstand zum Monitor ist weniger entscheidend als man meinen könnte und richtet sich nach der Augenleistung, sodass die Darstellungen scharf, aber ohne Anstrengung gesehen werden. „Das regelt sich mit dem Alter von selbst“, sagt Nikolaus Zarmutek. 60 bis 70 Zentimeter seien für viele aber eine angenehme Entfernung.

Separate Tastatur nutzen

Ein Notebook trägt der individuellen Ergonomie nicht Rechnung. Wer oft und lange am Computer sitzt, sollte daher eine separate Tastatur nutzen, um einem „Tennisarm“ und Sehnenentzündungen vorzubeugen. Beim Telefonieren sollte es vermieden werden, den Hörer zwischen Ohr und Schulter zu klemmen. Summieren sich die Gesprächsminuten auf über eine Stunde am Tag, kann ein Headset sinnvoll sein, „vor allem wenn man parallel etwas eingeben muss“, sagt der AMZ-Leiter.

Weitere Tipps? Pausen zu den gewohnten Zeiten einhalten, das Brötchen nicht vor dem PC essen. Alle zwei Stunden für fünf bis zehn Minuten stoßlüften, um für frische Luft und einen ausreichenden CO2-Sauerstoff-Austausch zu sorgen. Auch kleine Rituale können helfen: „Einmal kurz raus und um den Block gehen, sich etwas bewegen, gerade wenn ich viel sitze“, rät Nikolaus Zarmutek.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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