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Düstere finanzielle Aussichten für Skilifte
Corona-Stillstand bringt Betreiber in Bedrängnis

Der Lift steht still: Helmut Treude, 2. Vorsitzender des Skivereins Lützel, hat den Winter nach eigener Aussage „schon abgehakt“. Ob sein Verein als Liftbetreiber finanzielle Unterstützung von Bund und Land erhalten wird, ist unklar.
  • Der Lift steht still: Helmut Treude, 2. Vorsitzender des Skivereins Lützel, hat den Winter nach eigener Aussage „schon abgehakt“. Ob sein Verein als Liftbetreiber finanzielle Unterstützung von Bund und Land erhalten wird, ist unklar.
  • Foto: Jan Schäfer (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

pm Siegen. Es hätte alles so schön sein können. Nach einem schlechten Winter 2019/20 mit wenig Schneefall in den heimischen Skigebieten sieht das in der laufenden Kälteperiode anders aus. Auf der Lützel, am Hesselbacher Gletscher oder in Olpe-Fahlenscheid herrschten in den vergangenen Wochen beste Bedingungen, der Menschenansturm musste durch Sperrungen ferngehalten werden. Das große Aber: Statt sich über mögliche Rekord-Besucherzahlen auf ihren Hängen freuen zu können, kämpfen die Skiliftbetreiber in Sauerland und Siegen-Wittgenstein aufgrund der Corona-bedingten Schließung um ihr wirtschaftliches Überleben.

pm Siegen. Es hätte alles so schön sein können. Nach einem schlechten Winter 2019/20 mit wenig Schneefall in den heimischen Skigebieten sieht das in der laufenden Kälteperiode anders aus. Auf der Lützel, am Hesselbacher Gletscher oder in Olpe-Fahlenscheid herrschten in den vergangenen Wochen beste Bedingungen, der Menschenansturm musste durch Sperrungen ferngehalten werden. Das große Aber: Statt sich über mögliche Rekord-Besucherzahlen auf ihren Hängen freuen zu können, kämpfen die Skiliftbetreiber in Sauerland und Siegen-Wittgenstein aufgrund der Corona-bedingten Schließung um ihr wirtschaftliches Überleben.

Keine konkrete Unterstützung für Liftbetreiber in Sicht

Hoffnung machte am Donnerstag ein Medienbericht, aus dem hervorging, dass das NRW-Wirtschaftsministerium vermeintlich konkrete Unterstützung für Liftbetreiber in Aussicht gestellt habe. Beim genaueren Hinsehen zeigt sich jedoch: Bislang ist das nicht mehr als Schall und Rauch. „Die Landesregierung hat großes Verständnis für die Situation der Skiliftbetreiber und steht mit der Region im Dialog“, erklärte zwar Evelyn Binder, stv. Pressesprecherin des NRW-Wirtschaftsministeriums. Aber wirkliche Lösungsansätze? Fehlanzeige!
„Dass es echte Fortschritte gibt, kann man nicht sagen. Es gibt eine Gesprächsebene, mehr nicht“, stellte Meinolf Pape, Geschäftsführer des Skiliftverbands Sauerland und damit auch Stimme der Betreiber in Siegen-Wittgenstein, im SZ-Gespräch klar. „Es gibt noch keine Anzeichen, dass den Skiliftbetreibern wirklich geholfen werden soll“, legte Pape nach.

Skilift-Betreiber hängen in der Luft

Doch woher kam die positive Nachricht über mögliche Unterstützung? Nach Auskunft des NRW-Wirtschaftsministeriums hat die Wirtschaftsministerkonferenz unter Vorsitz von NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart in einem Beschluss zum Bundesprogramm „Überbrückungshilfe III“ die Bitte an die Bundesregierung gerichtet, „eine weitere Öffnung der Referenzmonate als Vergleichsgröße für die Darstellung des Umsatzrückgangs zu schaffen, um Unternehmen, deren Umsätze aufgrund ausschließlichem Saisongeschäft atypisch verlaufen, auch unter den Schirm der Hilfsgelder zu stellen“.
Das beträfe auch Skiliftbetreiber, die ihrerseits konkret fordern, bei der Berechnung möglicher Unterstützungsansprüche die vergangenen drei Winter als Grundlage heranzuziehen, da 2019/20 eine besonders schlechte Periode gewesen sei. Ob dieses Ansinnen Erfolg hat? Völlig offen.

Würden Vereine überhaupt profitieren?

Und selbst wenn: „Wir wären da raus. Wir haben den Lift die letzten zwei Jahre nur gemietet und könnten gar keine der geforderten Abrechnungen vorzeigen. Deshalb hätten wir von finanzieller Seite nichts davon. Eine andere Unterstützung wäre also schöner, vom bisherigen Umgang sind wir enttäuscht“, erklärte Helmut Treude, 2. Vorsitzender des Skivereins Lützel, der die örtliche Liftanlage erst vor Kurzem gekauft hat.

Skiverein Lützel kauft die beiden Schlepper

„Für uns würde sich auch die Frage stellen, ob wir als Verein überhaupt profitieren würden, oder ob das nur Unternehmen betrifft“, so Tobias Reuter, 1. Vorsitzender des SV Oberes Banfetal, der den Lift am Hesselbacher Gletscher betreibt. „Wenn wir auch etwas abgreifen könnten, wäre das für uns super, aber im Moment sehe ich das noch nicht.“
Genau solche Lifte wie jene auf der Lützel und in Hesselbach sieht Meinolf Pape in besonders prekärer Lage. „Es besteht die große Gefahr, dass in der Fläche Infrastruktur verloren geht und wir eine weitere Konzentration erleben. Es werden eine Menge durchs Raster fallen“, erklärte der Geschäftsführer des Skiliftverbands.
Um das zu verhindern und das Überleben aller Liftbetreiber zu sichern, sieht Meinolf Pape noch eine weitere Möglichkeit: „Die Klage muss eine Option sein. Es gibt Gespräche mit Rechtsanwälten, um das abzuklären. Als letzter Schritt ist das definitiv denkbar.“ Bleibt zu hoffen, dass dieser nicht nötig sein wird. Der Schneeball liegt bei der Politik.

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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