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Termine oft ausgebucht
Corona-Teststationen setzen im Kreis Millionen um

Testen, was das Zeug hält: Kostenlose Bürgertests sind inzwischen flächendeckend möglich, ob in Apotheken oder provisorischen Stationen.
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  • Testen, was das Zeug hält: Kostenlose Bürgertests sind inzwischen flächendeckend möglich, ob in Apotheken oder provisorischen Stationen.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

js Siegen. Testen, testen, testen. Das, was schon vor einem Jahr gefordert wurde, ist in dieser fortgeschrittenen Phase der Pandemie keine Zukunftsmusik mehr. Inzwischen ist der schnelle Corona-Check im Alltag angekommen. Sage und schreibe 255 000 überlange Wattestäbchen, mehr als eine Viertelmillion also, tauchten bislang bei Bürgertests in Siegerländer und Wittgensteiner Nasenlöchern ab. Die Testkits, die am Küchentisch, an Schulen oder am Arbeitsplatz für ein wenig mehr Sicherheit sorgten, sind bei dieser Zahl nicht eingerechnet. Nur etwa 1200 davon (0,5 Prozent) brachten die schlechte Nachricht; sie fielen positiv aus, zogen einen genaueren PCR-Labortest nach sich.

js Siegen. Testen, testen, testen. Das, was schon vor einem Jahr gefordert wurde, ist in dieser fortgeschrittenen Phase der Pandemie keine Zukunftsmusik mehr. Inzwischen ist der schnelle Corona-Check im Alltag angekommen. Sage und schreibe 255 000 überlange Wattestäbchen, mehr als eine Viertelmillion also, tauchten bislang bei Bürgertests in Siegerländer und Wittgensteiner Nasenlöchern ab. Die Testkits, die am Küchentisch, an Schulen oder am Arbeitsplatz für ein wenig mehr Sicherheit sorgten, sind bei dieser Zahl nicht eingerechnet. Nur etwa 1200 davon (0,5 Prozent) brachten die schlechte Nachricht; sie fielen positiv aus, zogen einen genaueren PCR-Labortest nach sich.

Markt an Corona-Schnelltestzentren ist gesättigt

Inzwischen finden sich in jeder Kommune des Kreises Teststationen und -zentren. Es wird getestet, was das Zeug hält. Knapp 90 Anbieter sind beim Kreis Siegen-Wittgenstein zugelassen, NRW-weit sind es mehr als 7400 – vom Drive-in auf Parkplätzen über DRK-Einrichtungen bis hin zu Apotheken und Arztpraxen. Der Markt ist gesättigt, laut Gesundheitsamt Siegen-Wittgenstein ist mit keinen weiteren Anbietern zu rechnen. Dennoch: Bürger, die für ein bestimmtes Treffen, einen Einkauf oder einen Gastronomiebesuch überwachtes Schnelltestergebnis benötigen, haben es nicht immer leicht, einen passgenauen Termin zu ergattern. Nicht allerorten ist es möglich, auch spontan und ohne Verabredung zum gewünschten Dokument zu kommen. Viele Anbieter sind – zumindest online – auf Tage ausgebucht. Ob sich das angesichts der neuen Corona-Schutzverordnung entspannt, wird sich zeigen.

Corona-Tests bezahlt der Steuerzahler

Für die Bürger ist die Testung kostenlos, „mindestens einmal wöchentlich“ – so die nicht ganz strenge Formulierung der Bundesregierung – darf jeder Bürger das Angebot seit dem 8. März nutzen. Nachgehalten wird das in der Regel ohnehin nicht; wer mehrmals getestet werden möchte, dürfte das problemlos gedeichselt bekommen. Zudem werden nur die Daten positive Testergebnisse erfasst. Dennoch: Gratisangebot hin oder her, die Zeche wird am Ende gezahlt – und zwar vom Steuerzahler.
An den Testkits selbst verdienen die Anbieter zwar nichts, sie geben sie zum Selbstkostenpreis weiter. Entlohnt werden sie jedoch für jeden durchgeführten Test. Eine Pauschale von 12 Euro pro Durchgang dürften kommerzielle Teststationen über die Kassenärztliche Vereinigung abrechnen, Ärzte bekommen 15 Euro. Allein in Siegen-Wittgenstein bedeutet das schon jetzt Umsätze in Millionenhöhe.

Für Guido Fuhrmann lohnt sich das Testen

Je nach Menge der durchgeführten Tests kann sich das durchaus lohnen für den einzelnen Anbieter. Daraus macht auch Guido Fuhrmann keinen Hehl. Der Geschäftsmann mit langjähriger Branchenerfahrung, der gerade erst mit einem neuen mobilen Pflegedienst in Hilchenbach an den Start geben wollte, macht aus der Pandemie-bedingten Not eine Tugend. In seinem eigentlichen Betätigungsfeld kann er momentan nicht loslegen, Kundenakquise in Corona-Zeiten ist beinahe unmöglich.

Zum Corona-Test auf dem SMS-Parkplatz ist keine Anmeldung notwendig.

Qualifiziertes Personal behält er aber auch während der Flaute an Bord – da war es für ihn naheliegend, ein Testangebot auf dem SMS-Parkplatz in Dahlbruch auf die Beine zu stellen. Im Schnitt 200 Tests pro Tag werden unterm Zeltdach durchgeführt. Reich werden könne man hier nicht, aber es rechne sich durchaus – trotz des immensen Materialverbrauchs, das nicht nur Kosten, sondern auch Berge von Abfall mit sich bringt. Nicht nur gebrauchte Tests und ihre Verpackungen schlagen zu Buche. „Nach jedem Test müssen die Handschuhe gewechselt werden“, verdeutlicht Fuhrmann ein Problem, das die massenhafte Testerei eben auch zur Folge hat.

Kaum schwarze Schafe unter Corona-Schnelltestzentren

Gut zu tun haben auch die Testzentren an Pole-Positionen wie den Eingängen von Baumärkten – hier haben deutschlandweit agierende Anbieter ihre Zelte und Pavillons aufgeschlagen, bieten quasi das Ticket zum Offline-Shopping. Sobald sie nicht mehr benötigt werden, können sie ohne großen Aufwand mitsamt dem angelernten Personal von dannen ziehen.

Bislang werden die Bürgertests aus Sicht des Gesundheitsamts in der Regeln den Anforderungen gerecht. Schwarze Schafe unter den Anbietern sind hier offenbar die Ausnahme. Nur einmal hatte das Amt eingegriffen und die Teststation vor einem Freudenberger Möbelhaus aus dem Kundenverkehr gezogen – die Betreiber hatten die angeblichen Testergebnisse schon nach wenigen Sekunden an ihre Kunden geschickt. Das konnte schlichtweg nicht seriös sein. 15 Minuten Geduld sollte in jedem Fall drin sein. Wenn es doch sonst schon nichts kostet.

Testen, was das Zeug hält: Kostenlose Bürgertests sind inzwischen flächendeckend möglich, ob in Apotheken oder provisorischen Stationen.
Zum Corona-Test auf dem SMS-Parkplatz ist keine Anmeldung notwendig.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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