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Liege bei Thomas Sokollik bleibt leer
Corona trifft Heilpraktiker hart

Thomas Sokollik gehört zu den wenigen Vollzeit-Heilpraktikern in der Region. Die Corona-Pandemie hat hat seinen Terminkalender gelichtet – seine Patientenzahl ist auf ein Fünftel zurückgegangen, auch wenn seine Praxis weiter laufen darf.
  • Thomas Sokollik gehört zu den wenigen Vollzeit-Heilpraktikern in der Region. Die Corona-Pandemie hat hat seinen Terminkalender gelichtet – seine Patientenzahl ist auf ein Fünftel zurückgegangen, auch wenn seine Praxis weiter laufen darf.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

js Kredenbach. Thomas Sokollik nimmt sich Zeit. Der Blick in seinen Kalender zeigt deutlich: Da ist noch jede Menge Luft. Vor Corona hatte der Heilpraktiker noch gut zu tun, zahlreiche Patienten nutzten das Angebot seiner naturheilkundlich-ganzheitliche Allgemeinpraxis in Kredenbach. Chiropraktik, Rückenschmerzen Hauterkrankungen, Sportverletzungen und akute Erkrankungen – das sind die Arbeitsfelder, auf die er sich spezialisiert hat und die ihn normalerweise als einer von nur wenigen Vollzeit-Heilpraktikern in der Region beschäftigen. Dann kam der erste Lockdown, die Menschen hielten sich zurück – etwa ein Drittel der Termine brach weg. Deutlich härter traf ihn Lockdown Nummer zwei. „Ich habe 70 bis 80 Prozent weniger Patientenkontakte als normalerweise.

js Kredenbach. Thomas Sokollik nimmt sich Zeit. Der Blick in seinen Kalender zeigt deutlich: Da ist noch jede Menge Luft. Vor Corona hatte der Heilpraktiker noch gut zu tun, zahlreiche Patienten nutzten das Angebot seiner naturheilkundlich-ganzheitliche Allgemeinpraxis in Kredenbach. Chiropraktik, Rückenschmerzen Hauterkrankungen, Sportverletzungen und akute Erkrankungen – das sind die Arbeitsfelder, auf die er sich spezialisiert hat und die ihn normalerweise als einer von nur wenigen Vollzeit-Heilpraktikern in der Region beschäftigen. Dann kam der erste Lockdown, die Menschen hielten sich zurück – etwa ein Drittel der Termine brach weg. Deutlich härter traf ihn Lockdown Nummer zwei. „Ich habe 70 bis 80 Prozent weniger Patientenkontakte als normalerweise.“

Patienten schieben wegen Corona den Heilpraktiker-Besuch auf

Dabei gehöre seine Praxis zu den Betrieben, die auch in Zeiten der Pandemie weiterlaufen können – unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften, versteht sich. Dass seine Liege nun für seinen Geschmack viel zu oft leer bleibt, hat aus seiner Sicht mehrere Ursachen. Behandlungen eines Heilpraktikers seien eine Privatleistung, müssten aus eigener Tasche bezahlt werden. „Viele Patienten schieben den Besuch aber auch auf“, schätzt Thomas Sokollik. Insbesondere unter den Senioren sei eine Verunsicherung zu spüren, ausgelöst von der Politik und verstärkt durch die Medien. „Einige haben offenbar Angst, überhaupt noch vor die Tür zu gehen.“ Daher würden derzeit zahlreiche Besuche beim Heilpraktiker verschoben.

Darüber hinaus hätten Witterung und Lockdown in den vergangene Monaten einige Anlässe für einen Gang in Sokolliks Praxis unnötig werden lassen – wenig Garten- und Hausarbeit, kaum Sport, und selbst der Heuschnupfen kam bislang etwas zu kurz: „Die Leute gehen ja viel weniger raus.“
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben? Das zumindest ist die Hoffnung von Thomas Sokollik, der bislang nicht von Hilfspaketen profitieren konnte. Unter dem ersten Rettungsschirm war kein Platz reserviert für Heilpraktiker wie ihn. Auch bei der Überbrückungsghilfe für Freiberufler blieb er außen vor. „Ich bin ja kein Künstler.“ Anfang des Jahres blieb ihm somit keine Wahl, er musste seine Angestellte in Kurzarbeit schicken.

Heilpraktiker Thomas Sokollik verärgert

Ein wenig Ärger hat sich durchaus aufgestaut in dem Kredenbacher – darüber, dass sein Berufszweig bislang nicht beachtet worden sei in all den vielen Corona-Diskussionen. „Wir sind kein Kammerberuf, sondern freischaffend.“ Daher bestehe auch nur wenig Austausch unter Kollegen. Berufsverbände gebe es zwar, die aber hätten in den vergangenen Monaten versäumt, sich kreativ in der Pandemie-Bekämpfung einzubringen. „Auch wir könnten schließlich wertvolle Hilfe leisten.“
Naturheilpraktiker könnten auch Abstriche machen und hätten bei entsprechender Lobbyarbeit auch in die Impfungen mit eingebunden werden können, findet er. Auch Behandlungen, die das Immunsystem stärken – Vitamin-C-Infusionen oder die Ozon-Sauerstoff-Therapie – seien klassische Aufgaben für Heilpraktiker. Thomas Sokollik: „Da wurde leider einiges verschlafen.“

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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