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Derzeit dauert es vier Tage, bis ein Ergebnis vorliegt
Coronatests sind ein knappes Gut

Wer auf Corona getestet wird, entscheidet das Gesundheitsamt. Damit sind viele Menschen, die sich krank fühlen, nicht einverstanden. Aber die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts lassen keine andere Wahl – auch weil Tests und Laborkapazitäten in Deutschland und ganz Europa Mangelware sind.
  • Wer auf Corona getestet wird, entscheidet das Gesundheitsamt. Damit sind viele Menschen, die sich krank fühlen, nicht einverstanden. Aber die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts lassen keine andere Wahl – auch weil Tests und Laborkapazitäten in Deutschland und ganz Europa Mangelware sind.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

ihm Siegen/Bad Berleburg. „Ich fühle mich wirklich schlecht. Ich habe Fieber, Kratzen im Hals und trockenen Husten. Warum werde ich nicht getestet? Ich stecke doch vielleicht andere Leute an!“ Solche Hilferufe erreichen die SZ derzeit am laufenden Band.

Für das Gesundheitsamt des Kreises ist die Sache eindeutig: Es werden nur Menschen getestet, die Symptome haben und entweder mit einem positiv Getesteten engen Kontakt hatten oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Kreispressesprecher Torsten Manges: „Wir richten uns da ganz nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts.

ihm Siegen/Bad Berleburg. „Ich fühle mich wirklich schlecht. Ich habe Fieber, Kratzen im Hals und trockenen Husten. Warum werde ich nicht getestet? Ich stecke doch vielleicht andere Leute an!“ Solche Hilferufe erreichen die SZ derzeit am laufenden Band.

Für das Gesundheitsamt des Kreises ist die Sache eindeutig: Es werden nur Menschen getestet, die Symptome haben und entweder mit einem positiv Getesteten engen Kontakt hatten oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Kreispressesprecher Torsten Manges: „Wir richten uns da ganz nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts.“ Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit und die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention. Insofern sind die Vorgaben von dort bindend.

380 Test in dieser Woche

Rund 380 Tests auf das Coronavirus sind in dieser Woche im Auftrag des Kreisgesundheitsamtes durchgeführt worden. Etwa 160 davon im neuen Corona-Diagnose-Zentrum in der Dreifachturnhalle der Universität Siegen auf dem Haardter Berg.

Warum werden nicht noch mehr Menschen getestet? Die Test- und Laborkapazitäten sind offenbar beschränkt. Insofern gibt es die Möglichkeit für flächendeckende Tests nicht. Dr. Christoph Grabe, Leiter des Gesundheitsamts Siegen-Wittgenstein: „Wenn man jetzt sagen würde, man testet jeden, der Symptome hat, dann hätten wir in wenigen Tagen keine Tests mehr.“

Torsten Manges dazu: „Das wäre auch nicht sinnvoll, denn bei einem heute negativen Test würden sich die Leute in Sicherheit wiegen. In drei Tagen kann der Test aber positiv sein.“ Deshalb werde auch nur bei deutlichen Symptomen getestet. Wer im Anfangsstadium einer Corona-Infektion nur geringe Symptome zeige, habe in der Regel noch eine niedrige Virenlast, sodass der Test nicht aussagekräftig wäre.

Teststrecke setzt auf sauberen Ablauf

Dr. Gabe erläutert auch noch einmal, warum in einer Familie oft nur ein Erkrankter getestet wird, nämlich der, der als erster erkrankt war bzw. die deutlichsten Symptome zeigt. „Liegt für dieses Familienmitglied ein Testergebnis vor, lässt sich daraus mit hoher Sicherheit auch die Diagnose für die anderen Familienmitglieder ableiten. Weitere Tests würden hier keine zusätzlichen Erkenntnisse bringen“, so der Leiter des Kreisgesundheitsamtes.

Schnelltests nicht aussagekräftig

Nicht sinnvoll seien die Schnelltests, von denen viel die Rede ist. Es handelt sich um Bluttests, die nicht Viren, sondern Antikörper dagegen nachweisen. Das Laborergebnis der Blutprobe kommt schnell, aber bis der Patient genug Antikörper gebildet hat, dauert es in der Regel sieben bis zehn Tage. Christoph Grabe warnt: „Diese Tests sind nicht vom RKI anerkannt, das Ergebnis ist auf keinen Fall aussagekräftig.“
Derzeit dauert es vier Tage, bis die Proben, die aus Siegen-Wittgenstein in das Gelsenkirchener Labor Gelamed geschickt werden, ausgewertet sind. Das ist eine lange Zeit und eine quälende Ungewissheit für die Betroffenen.

Bei Grippe-Symptomen: zu Hause bleiben!

Allerdings ändert letztlich ein positives oder negatives Testergebnis nichts an der Verhaltensempfehlung: Wer grippeähnliche Symptome verspürt, soll zu Hause bleiben! Das unterstreicht Dr. Christoph Grabe: „Viele Leute tun das auch.“ Bei einer nachgewiesenen Corona-Infektion wird das durch die Quarantäne-Anordnung sozusagen amtlich untermauert. Auch bei Influenza oder einer profanen Erkältung gilt: Die Menschen sollten im eigenen Interesse und auf Rücksicht auf ihre Mitmenschen im Haus bleiben. Denn schwerkrank kann man, so Grabe, nicht nur durch das Coronavirus werden. Auch einkaufen zu gehen ist keine gute Idee, wenn man sich krank fühlt. Wer dabei Hilfe braucht, kann das problemlos organisieren. Als Ansprechpartner steht u. a. die neu ins Leben gerufene Stelle „Siwihilft“ bereit, zu erreichen unter Tel. (02 71) 333 11 20.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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