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Inzidenzwert über 100
Darum wird die Corona-Notbremse noch nicht gezogen

Insgesamt überschritten am Dienstag 15 Kreise und kreisfreie Städte den Inzidenz-Wert von 100.

ch Siegen/Olpe. Deutlicher geht es nicht. „Wir müssen den Bund-Länder-Beschluss vom 3. März umsetzen, nicht nur in seinen erfreulichen Passagen, sondern eben auch in seinen schwierigen“, so Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung, in Sachen Corona-Notbremse. Doch die Kreise und kreisfreien Städte in NRW, deren Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 gestiegen ist, es also mehr als 100 Infektionen pro 100.000 Einwohner und sieben Tage gab, sind weit von der Umsetzung der Beschlüsse entfernt, wie etwa der Märkische Kreis, der trotz der 150er-Inzidenz sich nicht eine zusätzliche Maßnahme zur Pandemie-Bekämpfung einfallen lassen hat. Und wie sieht es im Kreis Siegen-Wittgenstein aus?

Kreis Siegen-Wittgen

ch Siegen/Olpe. Deutlicher geht es nicht. „Wir müssen den Bund-Länder-Beschluss vom 3. März umsetzen, nicht nur in seinen erfreulichen Passagen, sondern eben auch in seinen schwierigen“, so Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung, in Sachen Corona-Notbremse. Doch die Kreise und kreisfreien Städte in NRW, deren Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 gestiegen ist, es also mehr als 100 Infektionen pro 100.000 Einwohner und sieben Tage gab, sind weit von der Umsetzung der Beschlüsse entfernt, wie etwa der Märkische Kreis, der trotz der 150er-Inzidenz sich nicht eine zusätzliche Maßnahme zur Pandemie-Bekämpfung einfallen lassen hat. Und wie sieht es im Kreis Siegen-Wittgenstein aus?

Kreis Siegen-Wittgenstein spricht mit Gesundheitsministerium

Der Kreis Siegen-Wittgenstein (Inzidenz Stand Dienstag: 119,5) hängt im Gespräch mit dem NRW-Gesundheitsministerium und klopft gerade mit Düsseldorf einzelne Maßnahmen wie Schulschließungen ab, um nach vier Tagen „Reißen der Latte” die Fallzahlen wieder zu drücken.

Unklare Lage

Es ist wie so oft in diesen Corona-Zeiten: Das Infektionsgeschehen entwickelt sich dramatisch, die Lage ist unklar. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Bundesland steigt weiter und lag am Dienstagmorgen laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 82,9 (Vortag 81,2). Insgesamt überschritten am Dienstag 15 Kreise und kreisfreie Städte den Inzidenz-Wert von 100. Die niedrigsten Inzidenzen wiesen Höxter (36,4) und Euskirchen (39,2) auf. Spitzenreiter bei der Wocheninzidenz ist noch immer Herne (157,9).
Am Wochenende noch hatte das Gesundheitsministerium mit Blick auf diese Entwicklung betont, man stelle die Notbremse – als die Rückkehr in den Lockdown – nicht infrage. Zum Wochenstart weichte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Aussage und den Beschluss gleich wieder auf: „Das ist kein Automatismus“, sagte er.

Alles unter Kontrolle?

In der Tat: Entscheidend für die Rückkehr zum Lockdown ist nicht allein die Inzidenzzahl, „sondern deren Zustandekommen“, wie Dr. Christoph Grabe, Chef des Siegen-Wittgensteiner Gesundheitsamtes, bereits vor Tagen im Gespräch mit der SZ deutlich machte. Schnelle die Inzidenz vor allem in die Höhe, weil viel mehr getestet wird oder aber exakt nachverfolgbare Ansteckungshäufungen vorliegen, und sei das Infektionsgeschehen ansonsten stabil und kontrollierbar, müsse das berücksichtigt werden.
Also: Abwarten ist die Devise. Nicht anders gehen andere Kreise mit der Alarmstufe Rot um, zum Beispiel:

  • Spitzenreiter Herne mit seinen vielen Neuinfektionen sieht keine lokalen Einschränkungen des öffentlichen Lebens vor. Die gestiegenen Zahlen hätten mit konkreten Corona-Ausbrüchen in der Behindertenhilfe zu tun, das Infektionsgeschehen sei abgrenzbar.
  • Der Kreis Minden-Lübbecke (108,9) sieht zunächst ebenfalls keine Verschärfungen vor. Seine Erklärung dazu: Ansteckungen finden derzeit in erster Linie im privaten und beruflichen Bereich statt. In Kitas und Schulen wird dann gestreut. Wegen der mutierten Virusvarianten seien dann meist gleich ganze Familien und ihr Umfeld betroffen.
Vollbremsung Greift die Notbremse, könnten Freizeitangebote wie Museen und Büchereien wieder geschlossen werden, der Einzelhandel müsste wieder ohne persönlichen Kontakt zu den Kunden auskommen. Und auch bei privaten Treffen wäre man wieder auf eine weitere Person zusätzlich zum eigenen Haushalt begrenzt. Also: alles zurück auf den Stand 7. März, den Tag vor den Corona-Lockerungen.
Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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