BIS AUF WEITERES
Das A-Wort

SZ-Redakteur Andreas Goebel.

Jetzt wird’s unangenehm, denn ich möchte ein Thema anschneiden, das in Deutschland nur mit spitzen Fingern angefasst wird: Atomkraft. Bei Politikern der Grünen habe ich bei Gelegenheit immer mal wieder gefragt, ob ihnen der Begriff „Dual-Fluid-Technologie“ irgendetwas sagt. Nicht eine(r) konnte mir dazu etwas Substanzielles sagen. Bei der CDU – dito.
Das ist leider typisch für Diskurse, die man meint erschöpfend behandelt zu haben, zumal die Kanzlerin nach Fukushima das Ruder herumgerissen hat wie einst der Steuermann auf der Titanic. A wie Atomkraft steht ganz oben auf dieser Liste. Wer Atomkraft heute noch einmal ernsthaft in die Diskussion bringen will, erntet Schweigen oder Wut. Greta Thunberg hat es 2019 erlebt, als sie in einem Facebook-Post erwog, dass man in Anbetracht der gigantischen Mengen an CO2, die wir noch jahrzehntelang in die Atmosphäre jagen werden, Atomkraft nicht ganz abschreiben dürfe. Da war aber was los!
Inzwischen mischen sich Schmuddelkinder wie „Mothers for Nuclear“ unter die Fridays-for-Future-Demos. Sie sind für die Einbeziehung von Atomkraft in die nationalen Klimagasbilanzen und gegen die Abschaltung der letzten deutschen Atomkraftwerke im nächsten Jahr, so wie auch der Weltklimarat Atomkraft inzwischen für eine Option hält. Aber die Risiken! Klar, Risiken gibt es. Doch die gibt es als Folge fossiler Energienutzung auch, und zwar frei Haus. Schätzungen zufolge kommen jedes Jahr weltweit 5 Millionen Menschen durch die Folgen fossiler Energienutzung um.
Dabei verliert Deutschland nicht nur gerade sein Atom-Wissen, wie der Generaldirektor der OECD-Kernenergie-Behörde, William Magwood, in einem Interview bedauerte, auch Schlüsseltechnologien wie die erwähnte Dual-Fluid werden nicht genutzt. Sie könnte in kleinen, modernsten Akw eingesetzt werden. Sie „frisst“ den hochradioaktiven Müll, für den die Politik ein Endlager sucht, und Berliner Physiker halten darauf das Patent. Wer sich mit einem so wichtigen Thema nicht mehr beschäftigt, weil er es für erledigt hält, handelt nicht nur verantwortungslos, sondern auch zutiefst provinziell.

a.goebel@siegener-zeitung.de

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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