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Passiertes Essen kann Abhilfe bei nicht seltener Krankheit schaffen
Das Auge isst mit

Sieht auf den ersten Blick aus wie eine „normale“ Mahlzeit – diese Speisen sind allerdings allesamt püriert.
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  • Foto: Karl-Hermann Schlabach
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

kalle Siegen. Der vorbereitete Teller im Jung-Stilling-Krankenhaus erweckt zwar nicht den Eindruck von hochkarätiger Nouvelle Cuisine, doch der Hähnchenschenkel sieht aus wie ein Hähnchenschenkel und könnte auch in jeder heimischen Küche gekocht worden sein. Auch die Möhren und Erbsen machen einen ganz passablen Eindruck. Das Roggenmischbrot mit Frischkäse und Aprikosen erinnert an ein sonntägliches Frühstück im Bett.
Essen für Menschen mit SchluckstörungenSchneidet man das Essen an, sieht man sofort, dass die Speisen püriert sind. Und auch der Rindergulasch in Rahmsoße mit Wurzelgemüse könnte aus Siegerländer Küche stammen. Täglich verlassen die Krankenhausküche solche Teller.

kalle Siegen. Der vorbereitete Teller im Jung-Stilling-Krankenhaus erweckt zwar nicht den Eindruck von hochkarätiger Nouvelle Cuisine, doch der Hähnchenschenkel sieht aus wie ein Hähnchenschenkel und könnte auch in jeder heimischen Küche gekocht worden sein. Auch die Möhren und Erbsen machen einen ganz passablen Eindruck. Das Roggenmischbrot mit Frischkäse und Aprikosen erinnert an ein sonntägliches Frühstück im Bett.

Essen für Menschen mit Schluckstörungen

Schneidet man das Essen an, sieht man sofort, dass die Speisen püriert sind. Und auch der Rindergulasch in Rahmsoße mit Wurzelgemüse könnte aus Siegerländer Küche stammen. Täglich verlassen die Krankenhausküche solche Teller. Dysphagie-Kost heißt der medizinische Begriff für eine Kost, die Menschen mit Schluckstörungen das Leben erleichtern kann.
Immerhin, so Prof. Dr. Joachim Labenz, Chefarzt und Direktor der Inneren Medizin am Diakonie-Klinikum Jung-Stilling, leiden 60 Prozent aller über 60-jährigen an Schluckstörungen, und über alle Altersgrenzen hinweg sind in Deutschland 7 Prozent der Menschen betroffen. Beim Essen und dem damit verbundenen Kauen können eben Speisen statt in den Magen in die Atemwege gelangen. Das kann verschiedene Krankheiten auslösen, die bis hin zum Tod führen können. „Es ist daher extrem wichtig für den Patienten, die richtige Kostform zu finden, die ihm nicht nur schmeckt, sondern die er gut schlucken kann. Wir haben eine interdisziplinäre Verbindung im Krankenhaus aufgebaut, die in einem Schluckzentrum final gebündelt wurde.“

50 Muskelpaare in Mund und Hals beteiligt

Einen wichtigen Beitrag zur Diagnostik und zum weiteren Umgang mit Schluckstörungen leisten auch die Logopäden der Klinik. Logopädin Lina Bieber: „Es sind 50 Muskelpaare im Mund und im Hals nötig, um Speisen den richtigen Weg in den Verdauungstrakt zu ebnen.“ Die Aufgabe der Logopädie ist es, einen Teil der Diagnostik der Dysphagie zu übernehmen. Bieber: „Wir prüfen, ob die Schluckstörung vom Gehirn aus gesteuert wird oder ob organische Mängel der Grund sind. Danach legen wir die Kostform fest, die dem Patienten guttut.“

Komplexer Vorgang: das Schlucken

Schlucken ist ein komplexer Vorgang im Körper. Die Logopädin: „Wir haben vier Phasen, die zu bewerten sind. Auf die orale Vorbereitungsphase, also der Essenzuführung bis zum Mund, folgt die orale Phase des Kauens, des Zermahlens und der Einspeichelung der Speisen. Danach geht es in Phase drei vom Mund bis zum Rachen, die dann in Phase vier, die sogenannte Speiseröhrenphase, mündet.“Alle vier Phasen können Auslöser der Schluckprobleme sein.
Prof. Labenz fasst nach: „Wir können mit einem feinsten Endoskop, welches durch die Nase eingeführt wird, sehen, was der Auslöser der Schluckprobleme ist.“
Danach werden die Heilungsmöglichkeiten der verschiedenen Schluckstörungen erörtert. „Wir haben überzeugende Erfolge erzielt“, so Labenz im SZ-Gespräch.
„Es ist unser Ziel, dass die Patienten Nahrung durch den Mund aufnehmen, denn dieser natürlichste Weg der Speiseaufnahme ist der Beste. Dass die passierte Kost aufgepeppt wird, soll dem Patienten Appetit machen.“

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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