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SZ-Serie vor der NRW-Wahl
Das denken die Parteien zum Thema Wald

Die SZ berichtet in dieser Woche täglich über ein Schwerpunkt-Thema zur Landtagswahl und lässt auch die Politik zu Wort kommen.
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tin Siegen. Die SZ berichtet in dieser Woche täglich über ein Schwerpunkt-Thema zur Landtagswahl. Dazu haben wir Menschen getroffen oder begleitet, die unmittelbar betroffen sind. Und die Politik zu Wort kommen lassen. Unten sie die Positionen der fünf im Landtag vertretenen Parteien zu den Themenkomplexen. Antworten gegeben haben die jeweiligen Parteiverbände im Kreis Siegen-Wittgenstein. Sechstes Thema: Wald.
Wald: die

tin Siegen. Die SZ berichtet in dieser Woche täglich über ein Schwerpunkt-Thema zur Landtagswahl. Dazu haben wir Menschen getroffen oder begleitet, die unmittelbar betroffen sind. Und die Politik zu Wort kommen lassen. Unten sie die Positionen der fünf im Landtag vertretenen Parteien zu den Themenkomplexen. Antworten gegeben haben die jeweiligen Parteiverbände im Kreis Siegen-Wittgenstein. Sechstes Thema: Wald.

Wald: die Position der CDU

Die CDU spricht sich für klimastabilere Wälder aus. Diese würden jetzt dringend benötigt. Dazu habe die Landesregierung bereits viel Geld locker gemacht. Die Christdemokraten schreiben: „Wir stellen dieses Jahr 72 Millionen Euro für die Wald-, Forst- und Holzwirtschaft bereit. Seit 2020 sind es damit rund 175 Millionen Euro. Bis Ende des Jahrzehnts werden wir über 100 Millionen Euro bereitstellen, um die Wälder von Schadholz zu befreien und wieder aufforsten zu können."

Als neues Förderinstrument plane man, eine neue Baumprämie für Waldbauern einzuführen, die sich nach der CO2-Leistung je Hektar Wald richtet. Die CDU möchte für mehr klimaresistente Wälder auch das Waldbau- und das Wiederaufforstungskonzept des Landes aktualisieren. „Wenn das Schadholz abtransportiert ist, wollen wir dafür sorgen, dass die Waldwege wieder instand gesetzt werden.”

Gefahr drohe aus Sicht der CDU durch invasive Arten. Diese würden die heimischen Lebensräume bedrohen und der biologischen Vielfalt schaden. Um diese Gefahren zu begrenzen, will die CDU eine Strategie für den Umgang mit invasiven Arten erarbeiten.

Wald: die Position der SPD

Die SPD setzt sich für klimastabile Wälder ein. Dazu schreibt sie: „Wir werden Wiederbewaldung genau dort fördern, wo klimastabile Mischwälder entstehen. Denn nur diese schaffen eine langfristige Perspektive für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung." Dort, wo dieser Aufbau durch Wildschäden gefährdet werde, bedürfe es eines waldfreundliches Jagdmanagements. Inwieweit sie auch das fördern möchte, ließ die SPD unbeantwortet. Auch darüber, inwieweit sie Waldbesitzer oder Genossenschaften, deren Einnahmen komplett weggebrochen sind, in der Wiederbewaldungsphase unterstützen möchte, machten die Sozialdemokraten keine Angabe.

Den von der jetzigen Landesregierung eingeschlagenen Weg halten die Sozialdemokraten indes für richtig. Unter anderem, dass das Land mit den verschiedensten Fachverbänden den Waldpakt „Klimaschutz für den Wald – unser Wald für den Klimaschutz“ erarbeitet habe. Dies ist der richtige Ansatz, schreibt die Partei. Allerdings wolle man diesen Prozess noch beschleunigen. Dies strebe man im Falle einer Regierungsbeteiligung an. 

Wald: die Position der FDP

Auch für die FDP ist die Aufforstung zentral, um heimische Wälder zu schützen und zukunftsfest zu machen. Dazu schreibt der FDP-Kreisverband in Siegen-Wittgenstein: „Wir wollen Waldbauern und Forstwirtschaft unterstützen, damit unsere Wälder sich schnell wieder erholen können." Laut FDP sollte die Wiederaufforstung nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgen. Mit klimabeständigeren Bäumen wie Küstentanne oder Douglasie statt Fichten-Monokulturen. 

Förderung von Waldbauern und in Not geratener Forstwirtschaftsbetriebe könnte aus Sicht der FDP besser laufen als derzeit. Die Geldtöpfe seien zu schnell leer. Noch bevor man sie mit neuem Geld ausstattet, schreibt die Partei dazu. „Eine Förderung für den Wald muss dem Waldeigentümer auch Freiheiten bei der Art der Wiederaufforstung geben und vor allem der Klimaschutzleistung durch die Speicherung von CO2 Rechnung tragen." Das könne man gut durch Fördervoraussetzungen steuern.

Für die ersten Jahre der Wiederaufforstung sind aus Sicht der Freien Demokraten beispielsweise Solarfelder auf ausgesuchten brachliegenden Flächen denkbar. „Das macht uns nicht nur energieunabhängiger von anderen Ländern – es hilft den Waldbauern auch, Geld in der Übergangsphase zu verdienen.”

Wald: die Position von Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen wollen eine klimagerechte Umgestaltung unserer Wälder sowie eine nachhaltige Aufforstung mit dem Ziel sich selbst erhaltender Dauerwälder. Der Klimawandel habe zu enormen Wertverlusten geführt und ganze Landschaften verändert. Damit die Wiederbewaldung gelingt, möchten die Grünen das Forstgesetz zu einem Landeswaldgesetz machen, in dem die Ziele und die finanziellen Rahmenbedingungen abgesichert werden müssen.

Die nachhaltige Waldentwicklung könne nur zusammen mit den Waldbesitzern gelingen, schreiben die Grünen. „Da, wo auf Jahrzehnte keine Einnahmen zu erwarten sind, muss der Staat mit
Förderprogrammen und öffentlichem Geld für öffentliche Güter einspringen." Forstbetriebsgemeinschaften und Waldgenossenschaften seien sehr gut geeignet, um die Potenziale kleiner privater Waldflächen zu bündeln und die Waldbesitzer fachlich und wirtschaftlich zu unterstützen. Eine Option, wieder Einnahmen generieren zu können, könnte für Waldbesitzer eine natur- und landschaftsverträgliche Nutzung von Waldflächen für die Windenergie sein. Dazu müssten aus Sicht der Grünen Genehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt werden.

Wald: die Position der AfD

Auch die AfD hält eine schnelle Wiederbewaldung für „dringend geboten". Der Erhalt der Wälder sei eine vordringliche gesellschaftliche Aufgabe im Interesse Bürger, denn der Wald sei Erholungsraum, Wasserspeicher und Lebensraum von rund 10 000 Tier- und Pflanzenarten, schreibt der AfD-Kreisverband in Siegen-Wittgenstein.

Auf die Frage, wie die Partei Waldbesitzern und Genossenschaften helfen möchte, die auf absehbare Zeit keine Einnahmen haben, verweist sie auf einen Antrag aus dem Jahr 2018. Damals hatte die Partei nach eigenen Angaben vorgeschlagen, 250 Privatwaldbesitzer im Kreis Siegen-Wittgenstein jährlich 1000 Euro für die Pflanzung von standortangepassten Laubbaumarten auf einer Kahlfläche in der Größe eines Hektars zu zahlen. Nicht die Genossenschaften – in denen kleine und große Waldbauern organisiert sind - sollten aus Sicht der AfD gefördert werden, sondern die einzelnen kleinen privaten Waldbauern. 

Eine anderweitige Nutzung der Brachflächen etwa gar durch Windkraftanlagen oder Photovoltaik lehnt die AfD ab. Als Begründung schreibt sie: „Dadurch würde der Flächenschwund und die Zerstörung von wichtigem Natur- und Erholungsraum weiter fortschreiten.”

Autor:

Nico Tielke

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