Das Experiment funktioniert

 „Grandmamas Backside“ begeistern ihr Publikum auch nach 30 Jahren noch. Jüngst hat die Formation personellen Zuwachs bekommen – und sich damit auch musikalisch weiterentwickelt. Foto: sabe
  • „Grandmamas Backside“ begeistern ihr Publikum auch nach 30 Jahren noch. Jüngst hat die Formation personellen Zuwachs bekommen – und sich damit auch musikalisch weiterentwickelt. Foto: sabe
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sabe - Man nehme den Soul von Alicia Keys, ein paar R’n’B-Klänge von Weltstar Rihanna, ein wenig Rock von Kraftklub und füge es zu altbewährten Hard-Rock-Bands wie AC/DC oder Alternative-Rock von der Bloodhound Gang hinzu – und heraus kommt das frische Konzept der Erndtebrücker Coverband „Grandmamas Backside.“ Neue Musikrichtungen ausprobieren, aber trotzdem dem ursprünglichen Spezialgebiet, dem klassischen Rock treu bleiben – das Experiment funktioniert, die Weiterentwicklung ist geglückt. Denn genau diese hat die Formation vollzogen, die bereit seit 30 Jahren auf den Bühnen in Siegen-Wittgenstein spielt und begeistert.

Da waren sich die sechs Bandmitglieder Thomas Göbel, Oliver Wahl, Jörg Hoffmann, Kai Knebel, Timm Althaus und Iris Credia einig. „Wir haben jetzt ein noch breiteres Spektrum, es ist praktisch für jeden Geschmack etwas dabei“, sagt Schlagzeuger Thomas Göbel im SZ-Gespräch. Dass jetzt weitere Musikstile und aktuelle Songs im Programm dabei seien, komme nicht nur beim Publikum gut an, auch schwarz auf weiß bekomme die Erndtebrücker Band den Erfolg attestiert: „Wir werden sehr stark gebucht“, freut sich Keyboarder Oliver Wahl. Von ungefähr kam die Veränderung aber nicht.

Die zwei Neuzugänge Iris Credia und Timm Althaus waren es, die maßgeblich dazu beitrugen, dass die Band ihr Songrepertoire erweitert hat. Die 21-jährige Erndtebrückerin sei schon immer von R’n’B und poplastigen Titeln begeistert gewesen. „Ich habe den Vorschlag gemacht und alle waren offen für die neuen Songs“, freut sich die Sängerin, die jetzt seit fast zwei Jahren ein Teil der alteingesessenen Coverband ist. Neben Rock-Größen wie Billy Idol, Radiohead oder Westernhagen reihen sich nun auch Künstler wie Xavier Naidoo, Alicia Keys oder Rihanna ins Programm ein. Mit Gitarrist und Sänger Timm Althaus, der seit Dezember mit auf der Bühne steht, sei dieses Unterfangen weiter verfolgt worden. Timm Althaus, der selbst einige Jahre als Frontmann bei den „Spitzbuben“ spielte, ist aber der Meinung, dass erst die Mischung aus neu und alt zum Erfolg der Band führt. „Iris und ich haben etwas mitgebracht und natürlich auch von den anderen jede Menge gelernt.“ Alle seien sehr motiviert in das Projekt gestartet und hätten gemeinsam das gegenseitig neue musikalische Terrain betreten.

„Ich habe mir ein halbes Jahr die Fingerkuppen abgespielt, um die verschiedenen Rocksongs zu lernen“, scherzt Althaus. Auch Thomas Göbel, Jörg Hoffmann, Oliver Wahl und Kai Knebel, die der Band nun schon seit langen Jahren die Treue halten, sind sehr zufrieden. „Wir haben nicht nur bei der Songauswahl einiges geändert und aufgestockt, sondern anstelle eines Frontmannes haben wir jetzt sogar drei Sänger“, freut sich Thomas Göbel. In dem Job wird Jörg „Gasse“ Hoffmann nämlich jetzt stimmlich von Iris Credia und Timm Althaus unterstützt. „Wir ergänzen uns alle unglaublich gut, es passt einfach“, findet Jörg Hoffmann. Allgemein herrsche in der Band eine super Stimmung, „sonst funktioniert das auch mit der Musik nicht“, bringt es Timm Althaus auf den Punkt. Und das mit der Musik funktioniert.

Man entsinne sich nur an die Veranstaltungsreihe des Bad Laaspher Rockpalasts im Frühling, an das Open-Air-Event „Freitags in Bad Laasphe“ oder nicht zuletzt an das Dorffest in Aue-Wingeshausen vor einigen Wochen. „Beim Rockpalast hatten wir den ersten Auftritt in dieser Besetzung“, erinnert sich Kai Knebel. „Da hatten wir von allen Bands die meisten Zuschauer“, entsinnt sich auch Oliver Wahl an das gelungene Debüt.

Auch bei „Freitags in Bad Laasphe“ hätten sich viele Musikliebhaber nicht von dem schlechten Wetter abhalten lassen, „Grandmamas Backside“ live zu sehen. „Für diesen Sturzregen war die Besucherzahl noch klasse“, lacht Timm Althaus. Der bisherige Höhepunkt, da sind sich alle einig, sei aber der Auftritt auf dem Dorffest des TSV Aue-Wingeshausen gewesen. „Da habe ich mich gefühlt wie ein kleiner Rockstar“, witzelt Jörg Hoffmann, meint es aber durchaus Ernst, denn: „Die Leute haben mitgetanzt, mitgesungen und mitgemacht – es war eine Riesenstimmung, das war phänomenal.“

Aber auch vor kleinerem Publikum spielt die Band gerne. So beispielsweise erst neulich in Burbach in einer Einrichtung für behinderte Kinder und Jugendliche. „Wir suchen uns die Veranstaltungen raus, die uns wichtig sind und Spaß machen“, erklärt Thomas Göbel, denn: Jedes Angebot kann die sechsköpfige Band, deren Auftritte sich auf etwa ein Dutzend Vorstellungen im Jahr beschränken, nicht mehr annehmen. „Es ist ja größtenteils eine hobbymäßige Sache und muss mit Beruf und Familie vereinbar sein.“ Trotz des Erfolgs steht in keinem Fall das Kommerzielle, sondern die Freude an der Musik im Vordergrund. „Wir spielen überall, wo es eine Steckdose gibt, auf die Größe kommt es nicht immer an“ findet Timm Althaus. Und trotzdem – oder gerade vielleicht deshalb: Die Erndtebrücker Coverband ist auch nach 30 Jahren immer noch unglaublich beliebt und bekannt in Wittgenstein und Umgebung.

„Ich werde sogar mittlerweile im Supermarkt von begeisterten Leuten auf unsere Auftritte angesprochen“, staunt Frontmann Jörg Hoffmann. Eine baldige Chance, sich mal wieder persönlich vom Können der Musiker überzeugen zu lassen, steht übrigens auch schon vor der Tür. Am Montag, 2. Oktober (Beginn: 19 Uhr), stehen „Grandmamas Backside“ nämlich als Mitinitiatoren von „Rock im Zelt“ im Erndtebrücker Spiegelzelt neben „Errors Down“ und Top-Act „Reckless Roses“ auf der Bühne. „Da wollen wir mal wieder ein bisschen ‚Back to the roots‘ – es wird etwas rocklastiger“, verrät Thomas Göbel.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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