Das ganz besondere Retro-Gefühl

 Schon damals (im Jahre1936) ein Besuchermagnet, da war Bad Berleburg noch ein „Städtchen“: das Schloss. Foto: LWL
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vö - Farblos ist hier normalerweise nicht an der Tagesordnung: Ausnahmsweise bewegte Bilder in Schwarz-Weiß präsentierte das Bad Berleburger Capitol-Kino am Dienstagabend einem großen Publikum. Allerdings aus gutem Grund: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) nutzte die Gelegenheit und stellte auf der großen Leinwand seine nagelneue DVD „Das Wittgensteiner Land. Filmische Streifzüge der 1920er bis 1980er Jahre“ vor. Die Vertreter der Heimatvereine, Stadtverordnete, die stellvertretende Landrätin Waltraud Schäfer und Bürgermeister Bernd Fuhrmann waren gleichsam beeindruckt von dem Material, das der LWL sauber aufbereitet hat.

Bürgermeister Bernd Fuhrmann sprach von einem „Retro-Gefühl der besonderen Art“. Die alten Aufnahmen seien dazu angetan, in alten Zeiten zu schwelgen, nachzudenken und zu schmunzeln. Hier werde die Frage aufgeworfen, was gelebte Tradition und was gelebte Veränderung sei. Den Anstoß zur DVD lieferte Thomas Wolf, Leiter des Kreisarchivs, wie beim Pressetermin deutlich wurde. Der Kreis habe vor Jahren die Aufgabe in Angriff genommen, regional wichtige Filme zu sichern, sagte Wolf, der ein Extralob an den Bad Laaspher Heimathistoriker und ehemaligen Mitarbeiter Armin Kohlberger verteilte: „Ohne ihn wären die Filme heute nicht da. Ganz klar, das sind Bilder, die gehören hierher, die gehören gezeigt und veröffentlicht.“

Der Film „Waldland Wittgenstein“ bildet das Herzstück der DVD, auf der insgesamt sechs historische Filmdokumente aus dem Altkreis versammelt sind. Um das Wittgensteiner Land in einer damals ganz modernen Form zu bewerben, entstand bereits Ende der 1920er-Jahre unter der Regie des renommierten Dokumentarfilmers Hubert Schonger ein erstes, noch stummes Filmporträt des Kreises Wittgenstein. Lange galt dieser Film als verschollen, doch auf Basis zweier wieder aufgetauchter 16-Millimeter-Filmrollen konnte der freie Filmemacher Marc Lorei im Auftrag des LWL-Medienzentrums zumindest einige Fragmente rekonstruieren. Sie werden auf dieser DVD erstmals seit über 80 Jahren wieder öffentlich zugänglich gemacht. 

Nur wenige Jahre nach der Entstehung von Hubert Schongers Kulturfilm verbrachte 1936 der Münsteraner Berufsmusiker und Amateurfilmer Philipp Wasowicz mit seiner Familie einige Urlaubstage in Berleburg. Mit seiner Kamera hielt er das fest. Die drei weiteren Filme auf der neuen DVD stammen aus der Nachkriegszeit: 1958 dokumentierte die Filmfirma „Kinax“ aus Dillenburg die Feierlichkeiten zum 700-jährigen Bestehen der Stadt Berleburg, 1964 ein einheimisches Team die Eröffnung des Naturparks Rothaargebirge durch den damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke, und 1980 ließ der Steinbruchbesitzer Ludwig Böhl einen Film über die Geschichte des Schieferabbaus in Raumland drehen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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